Influenza-Virus kann für ältere Menschen und chronisch Kranke gefährlich werden

Ärzteverein: Jetzt gegen Grippe impfen lassen

Haben mit der jährlichen Grippeimpfung gute Erfahrungen gemacht: Herrmann und Irmgard Rosenberg aus Hillerse in der Praxis von Dr. Christian Steigertahl (links) in Northeim. Foto: privat

Northeim. Der Herbst ist die beste Zeit, um sich gegen Grippe (Influenza) impfen zu lassen. Besonders bei älteren Menschen kann die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen. Die wichtigsten Informationen rund um das Thema haben wir in Fragen und Antworten zusammengefasst.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung allen Risikogruppen, also Personen ab 60 Jahren sowie Schwangeren, Menschen mit chronischen Erkrankungen und medizinischem Personal. „Medizinisches Personal hat durch die Vielzahl an Patientenkontakten ein erhöhtes Infektionsrisiko und kommt auch mit vielen gefährdeten Personengruppen in Kontakt“, erklärt Steigertahl.

Wann sollte die Impfung stattfinden?

Die Impfung sollte möglichst in den Herbstmonaten September bis November erfolgen. Im Dezember kann bereits die erste Grippewelle anrollen. „Bis das Immunsystem einen Schutz aufbaut, dauert es etwa zehn bis 14 Tage“, erläutert der Allgemeinmediziner und Vorsitzende des Northeimer Ärztevereins, Dr. Christian Steigertahl. Wer sich jetzt impfen lässt, ist für die gesamte Grippe-Saison geschützt.

Weshalb ist jedes Jahr eine neue Impfung notwendig?

Influenza-Viren können leicht ihre Oberfläche verändern. Dadurch tarnt sich der „alte Bekannte“ als „neuer“ Eindringling. Zudem gibt es verschiedene Virenstämme, die sich in einem Jahr unterschiedlich stark ausbreiten können.

Die Weltgesundheitsorganisation entscheidet bereits im Februar über die Impfstoffzusammensetzung für die nachfolgende Saison und empfiehlt die am besten geeigneten Impfstämme.

Welche Gefahr geht von Influenza-Viren aus?

Die „echte“ Grippe (Influenza) – nicht zu verwechseln mit einer Erkältung – ist in der Regel mit einer sehr hohen Gesundheitseinschränkung verbunden. Obwohl es eine Impfung, Medikamente und intensivmedizinische Möglichkeiten gibt, sterben fast jedes Jahr Menschen an der Erkrankung.

Gemäß der Arbeitsgemeinschaft Influenza verursachen Grippewellen in Deutschland jährlich zwischen einer und sieben Millionen zusätzliche Arztbesuche. Es infizieren sich schätzungsweise fünf bis 20 Prozent der Bevölkerung.

Gibt es verschiedene Impfmethoden?

Bis zur Saison 2012/13 waren in Deutschland ausschließlich inaktivierte Impfstoffe zugelassen, sogenannte Totimpfstoffe. Seit 2012 ist erstmals ein Lebendimpfstoff für Kinder im Alter von zwei bis 18 Jahren zugelassen. Eine intramuskuläre Injektion ist nicht nötig, die Impfung erfolgt durch das Einsprühen in beide Nasenlöcher.

Was kostet die Grippeimpfung?

Patienten, die einer Risikogruppe angehören, erhalten die Impfung kostenlos. Etwa die Hälfte der deutschen Krankenkassen zahlt die Impfung für alle Versicherten. Es empfiehlt sich also, vorher nachzufragen. Wer die Schutzimpfung selbst zahlt, muss mit Kosten zwischen 20 und 30 Euro rechnen.

Wer sollte sich nicht impfen lassen?

„Nicht geimpft werden sollten Menschen mit einer Hühnereiweiß-Allergie“, sagt Christian Steigertahl. Kinder und Jugendliche, die an Asthma leiden, sollten nicht mit dem Lebendimpfstoff geimpft werden. Wer einen akuten Infekt hat, sollte abwarten, bis dieser vollständig abgeklungen ist.

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