Ärzte starten im Landkreis Northeim mit Grippe-Impfung

Noch kein Ansturm in den Praxen – Ausreichend Impfstoff geordert

Zeit der Grippe-Impfungen beginnt: Die Moringer Ärztin Anne Wucherpfennig (rechts) lässt sich von Mitarbeiterin Melanie Meyer gegen Grippe impfen.
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Zeit der Grippe-Impfungen beginnt: Die Moringer Ärztin Anne Wucherpfennig (rechts) lässt sich von Mitarbeiterin Melanie Meyer gegen Grippe impfen.

Im vergangenen Jahr war der Impfstoff gegen die Grippe (Influenza) zum Teil knapp geworden, das ist für dieses Jahr wohl nicht zu erwarten. Davon gehen Wolfgang Boldt, Vorsitzender des Northeimer Ärztevereins, und Jan Dirk Wieckenberg, Apotheker der Moringer Eichen-Apotheke, aus.

Landkreis Northeim – Aktuell sei noch kein Ansturm auf den Impfstoff zu verzeichnen, zudem habe er mehr bestellt als im Vorjahr, so Wieckenberg auf HNA-Anfrage. Er rechne damit, dass die Impfquote vom Vorjahr wieder erreicht werde. Bereits im Dezember 2020 mussten die Impfstoffe geordert werden, die dann dieses Jahr in Frühjahr und Sommer produziert wurden, erklärt er. In diesem Jahr gibt es erstmals zwei Impfstoffe gegen Influenza, die je nach Alter des Impflings eingesetzt werden (siehe Hintergrund). Boldt empfiehlt wie auch die Ständige Impfkommission (Stiko) allen Personen über 60 Jahren die neue Hochdosis-Impfung. Er habe bereits einige Patienten damit geimpft, sie sei gut verträglich, berichtet er. Zudem sollten sich auch Schwangere, chronisch Kranke und Personen mit erhöhter Gefährdung durch den Beruf gegen Grippe impfen lassen.

Jan Dirk Wieckenberg

Außerdem rät Boldt, sich auch über eine Impfung gegen Pneumokokken (Erreger von Lungenentzündungen) und Herpes Zoster (Gürtelrose) zu informieren. Diese könnten auch zusammen mit der Grippe-Impfung verabreicht werden.

Inzwischen ist es laut Stiko auch möglich, Grippe- und Covid-19-Impfung zusammen zu verabreichen, der bisher angeratene zweiwöchige Abstand ist entfallen. Die Corona-Auffrischungsimpfung wird nur für Patienten mit einem schwachen Immunsystem empfohlen.

Boldt rät, sich möglichst bald gegen die Grippe impfen zu lassen, da aktuell nur wenige Menschen einen Infekt haben, der eine Impfung verhindernnd. Der Immunschutz halte bis zum Frühjahr an, meist rolle die Grippewelle Anfang des Jahres an, so Boldt weiter.

Mit Blick auf Corona und andere Infektionen rät der Mediziner, auch weiterhin Abstand zu halten und eine Maske zu tragen, wenn man mit vielen Menschen zusammenkomme. (Von Rosemarie Gerhardy)

Unterschiedlich dosierte Impfstoffe

In diesem Jahr gibt es erstmals zwei Impfstoffe gegen Grippe (Influenza): einen für unter 60-Jährige und einen für über 60-Jährige.

Beides sind Vierfachimpfstoffe, das heißt, sie enthalten Bestandteile von zwei Subtypen der Influenza A-Viruslinie sowie zwei Subtypen der Influenza B-Viruslinie.

Neu ist, dass der Impfstoff für über 60-Jährige nun zudem vierfach höher dosiert ist. Somit wird bei ihnen eine bessere Wirkung erwartet, erklärt Apotheker Jan Dirk Wieckenberg. (rom)

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