Aktiv gegen Vorbehalte

Aktion gegen Menschenfeindlichkeit an den Berufsbildenden Schulen

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Ziehen gegen Menschenfeindlichkeit ins Feld: Schülerin Nina Wallbrecht (von links), AWO-Praktikant Jan Hofmann, Schülerin Zozan Ato und Tobias Meinshausen (AWO) mit Flyern, die in der Schule verteilt werden.

Northeim. „Miteinander & Füreinander“ - Unter diesem Motto haben die beiden Schülerinnen der Berufsbildenden Schulen I für Wirtschaft und Verwaltung, Zozan Ato (20) und Nina Wallbrecht (17), eine Aktion an ihrer Schule gegen Menschenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Gewalt ins Leben gerufen.

Unterstützt werden sie dabei von der Schulleitung, Lehrern und der Ehrenamtsagentur der Arbeiterwohlfahrt (AWO).

„Anlass ist die Flüchtlingsproblematik“, sagt Zozan Ato. Als erste Aktion haben sie Mitschüler sowie Eltern um Sachspenden gebeten, unter anderem um Winterbekleidung. Dafür hat ihnen die Schule einen Raum zur Verfügung gestellt, in dem die Spenden vom 12. bis 15. Oktober abgegeben werden können. Über das DRK sollen sie dann dem Erstaufnahmelager Friedland beziehungsweise einer der Außenstellen zugeleitet werden.

Im nächsten Schritt wollen die Schülerinnen Informationsveranstaltungen organisieren, zunächst schulintern aber auch für die Allgemeinheit. „Wir werden die beiden Initiatoren dabei unterstützen“, sagt Tobias Meinshausen von der AWO. Er und AWO-Praktikant Jan Hofmann (17) haben die beiden jungen Frauen bereits bei der Strukturierung ihrer Pläne und beim Drucken von Flyern für die Aktion unterstützt.

Alle Beteiligten streben an, die Aktion nachhaltig im Schulleben zu verankern. „Es wäre schön, wenn die nachfolgenden Schülerjahrgänge sie weiterführen würden“, sagt Meinshausen. Unterstützt werden Zozan Ato und Nina Wallbrecht bei ihrem Engagement auch von der Schulleitung. Nach den Worten des Abteilungsleiters Fachoberschulen, Detlef Reimelt und seiner Kollegin Birgit Weymer, ist die Schule mit der Flüchtlingsproblematik unmittelbar konfrontiert.

In einer Sprachlernklasse werden seit Anfang des Jahres 16 Flüchtlinge im Alter von 15 bis 21 Jahren aus Balkanländern, Afghanistan, Syrien, Irak und der Elfenbeinküste an die deutsche Sprache herangeführt. Die jungen Frauen und Männer sollen aber nicht nur Deutsch lernen, sondern es sollen für sie auch Perspektiven aufgezeigt werden, entweder schulisch oder berufsorientiert.

Vorbehalte sollen erst gar nicht entstehen. Dafür machen sich Zozan Ato, Nina Wallbrecht, viele Mitschüler sowie Lehrer stark. (zhp)

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