Hallenbad-Genossenschaft: Positive Wirtschafts-Bilanz durch technische Neuerungen

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Aufs Dach gestiegen: Die Vorstandsmitglieder Manfred Mocha und Hubert Deschner sowie Schwimmmeister Markus Rittmeyer (v.l.) schauen bei der Photovoltaik-Anlage nach dem Rechten. Vieles läuft schon sehr gut, etliches muss noch getan werden.

Nörten-Hardenberg. Wer sparen will, muss investieren. Das klingt zwar zunächst wie ein Widerspruch, funktioniert aber tatsächlich. Das beste Beispiel dafür liefert die Hallenbad-Genossenschaft Nörten-Hardenberg, die das 35 Jahre alte Schwimmbad Zug um Zug auf Vordermann bringt und dadurch bei den laufenden Kosten weniger Ausgaben verzeichnet.

Bei dem Bad, das die Genossenschaft 2005 in eigener Trägerschaft von der Gemeinde übernommen hat, handelt es sich um eine „alte Dame“, wie Vorstandsmitglied Manfred Mocha das in die Jahre gekommene Gebäude liebevoll nennt. Und die will gehegt und gepflegt werden.

Viel investiert

Er und sein Vorstandskollege Hubert Deschner wissen genau, wo von sie sprechen, denn die beiden sind innerhalb der Führungsmannschaft für das Gebäudemanagement verantwortlich. Sie kennen die Wehwehchen der „alten Dame“ in- und auswendig und wissen, dass es mit Kosmetik allein nicht getan ist.

Deshalb bestand von Anfang an Klarheit darüber, dass viel Geld in die Hand genommen werden muss, um das Bad nicht nur zu sanieren, sondern fit für die Zukunft zu machen. „Wir sind inzwischen auf einem sehr guten Weg“, erläutert Mocha die Erfolgsbilanz der Genossenschaft.

700.000 Euro wurden in den vergangenen Jahren in Energiesparmaßnahmen wie neue Fenster und die Dachdämmung gesteckt. Darin enthalten sind auch die 220 Elemente der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, ein Blockheizkraftwerk sowie eine neue intelligente Mess- und Regeltechnik.

Relativ klein: Dieses Blockheizkraftwerk erzeugt Energie für das Hallenbad. Angetrieben wird es von einem Ford-Motor.

Das Blockheizkraftwerk, das von einem kleinen, mit Gas gespeisten Ford-Motor betrieben wird, produziert 157.000 Kilowatt Strom pro Jahr (reicht für 45 Einfamilienhäuser) und deckt 40 Prozent des Wärmebedarfs. Von der Photovoltaik-Anlage kommen weitere 43.000 kWh Strom dazu. Das reicht, um 74 Prozent des im Hallenbad benötigten Stroms zu decken.

Weil das sehr umweltfreundlich ist, bekommt die Nörtener Genossenschaft Fördermittel. „Wir entlasten die Umwelt so jährlich um 178 Tonnen CO2“, bekunden Mocha und Deschner mit Stolz.

Trotz der stark angestiegenen Energiekosten nimmt die Wirtschaftlichkeit des Hallenbads ständig zu. „Was wir bisher auf die Beine gestellt haben, kann sich sehen lassen“, sagt Deschner. Inzwischen ist die Genossenschaft so weit, dass erwirtschaftete Überschüsse direkt in weitere Instandsetzungen und Erneuerungen investiert werden können.

700 Kubikmeter verdunsten

Einer der größten Posten ist im Hallenbad natürlich der Wasserverbrauch. Laut Mocha sind das 6000 Kubikmeter pro Jahr. Pro Gast und Tag werden entsprechend der gesetzlichen Auflagen 40 Liter ersetzt. Etwa 700 Kubikmeter müssen durch Verdunstung abgeschrieben werden. Weitere 30 Kubikmeter sind so genanntes Schleppwasser. Das ist die Menge, die bei den Schwimmgästen in Badehosen - und Anzügen sowie Handtüchern „mit nach Hause geschleppt“ werden.

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