Susan Law aus Maryland/USA recherchiert ihre Familiengeschichte

Altes Leinen fürs Moringer Museum

Historisches Foto. Vater mit vier Kindern
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Luis Hueg mit seinen vier Kindern vor der Abreise 1907 in die USA. Das Foto gehörte zu den Reisepapieren.

Die Amerikanerin Susan Law hat ihre Familiengeschichte bis nach Moringen zurückverfolgt.

Susan Law lebt in Annapolis in Maryland und hat sich auf die Suche nach ihren Vorfahren gemacht. Dabei hat sie sich auch an die Northeimer HNA-Redaktion gewandt, um mehr über ihren Onkel Kenneth Lee Farinholt zu erfahren. Dieser war bei der US-Army und befreite mit seiner Division das Konzentrationslager Mittelbau-Dora.

Doch auch auf HNA-Nachfrage bei der KZ-Gedenkstätte in Moringen ließ sich nicht sicher klären, ob er vielleicht ebenfalls an der Befreiung des dortigen Jugend-KZ beteiligt war. Leider ist es nicht genau belegt, wer an der Befreiung in Moringen beteiligt war, erklärt dazu Arne Droldner von der KZ-Gedenkstätte Moringen.

Die Verbindung von Laws Vorfahren zu Moringen ist auch unabhängig davon einen besonderen Blick auf die Familiengeschichte wert: Susan Laws Großmutter Elsa Farinholt (*1887, geb. Hueg) lebte mit ihrer Tante Johanne Luttermann (*1869, geb. Hueg) und ihrem Onkel Christian Luttermann (*1873) in Moringen.

Elsas Vater Louis Hueg (*1871), seine Schwester Johanne Luttermann, und deren Bruder Wilhelm sind ebenfalls in Moringen geboren und aufgewachsen.

Elsas Mutter, Sofia Doretta Louisa Hueg, war im Juni 1906 in Hannover verstorben, weshalb Elsa und ihr jüngster Bruder Friedrich Hueg (*1903) zusammen mit ihrem Cousin Willi Luttermann (*1901) bei der Tante in Moringen aufwuchsen. Die anderen beiden Geschwister blieben bei ihrer Großmutter mütterlicherseits in Bothfeld.

In Moringen lebte die Großfamilie zusammen unter einem Dach, dazu gehörte auch die Großmutter väterlicherseits sowie deren Mutter,

1906 wanderte Wilhelm Hueg mit seiner Frau Augusta nach Baltimore Maryland aus, ein Jahr später folgte sein Bruder Louis Hueg mit seinen vier Kindern.

Die in Deutschland verbleibenden Verwandten hielten insbesondere durch Christian Luttermann, bis zu dessen Tod 1962, Kontakt zu der Verwandtschaft in Amerika. Sein Sohn Willi Wolfgang Bachmann emigrierte 1955 nach Australien, seine Enkelin Gisela zog mit ihrer Mutter Hanni Luttermann in den 1950er-Jahren nach Schweden. Im April 1960 statteten die beiden Christian Luttermann in Moringen nochmals einen Besuch ab.

Erst 1975 kam es wieder zu einem ersten Besuch in Deutschland. Elsa Farinholt machte sich im Alter von 77 Jahren, gemeinsam mit ihrer Tochter und ihren Enkelinnen, die bei der US-Army in Deutschland waren, auf den Weg nach Moringen. Sie war sehr enttäuscht, als sie sehen musste, dass ihr Elternhaus an der Kirche kurz zuvor einem Feuer zum Opfer gefallen war. Elsa konnte später nicht mehr von der Renovierung des Hauses erfahren, aber Susan Law erhielt im Rahmen ihrer Recherche im April 2020 Fotos vom Moringer Uwe Luttermann, zu dem eine entfernte Verwandtschaft besteht, die das erneuerte Haus zeigen.

Law hat noch einige spannende Geschichten festgehalten, die sie von ihrer Großmutter erzählt bekommen hat. So berichtete diese zum Beispiel davon, dass man an der Wassermühle hinter dem Haus die Kleidung gewaschen hat. Die Mühle hat über 150 Jahre der Familie Hueg gehört, die dann aber wohl von Friedrich Hueg (1833 - 1895) beim Kartenspiel verhökert wurde.

Seine verwitwete Frau, Hanne Dorothee (geb. Heine), verdiente sich später ihr Geld damit, verstorbene Menschen einzukleiden. Für ihre Ware besaß sie einen Wagen, der von einem Hund gezogen wurde.

Louis Hueg hätte als Junge als Gänsehirte in Moringen gearbeitet. Außerdem hätte sich die Hueg Familie mit dem Flachsanbau ihr Geld verdient. Beide Großmütter von Elsie hätten Leinen aus dem gesponnenen Flachs gewebt. Als die Familie auswanderte, habe man viele Meter vom Leinen mitgenommen.

Einiges davon als Bettlaken, Handtücher und Kleidung. Doch noch immer habe man mehr als 33 Meter von diesem alten Leinen im Familienbesitz. „Ich plane, dieses circa 125 Jahre alte Leinen dem Museum in Moringen zu überlassen“, schreibt Susan Law in ihrer E-Mail . Sie hoffe auf weitere Hinweise zu ihren Vorfahren in Deutschland, damit sie weitere Puzzelteile ihrer Familiengeschichte zusammensetzen kann.

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