Fragen und Antworten zum geplanten Verteilzentrum

Amazon wird in Northeim Steuern zahlen

Luftbild Industriegebiet West
+
Hier soll das Amazon-Verteilzentrum entstehen. Von dort aus sollen in Spitzenzeiten zwischen 9 und 14 Uhr bis zu 576 Auslieferungsfahrzeuge in alle Himmelsrichtungen starten. Die normale Größenordnung liegt allerdings bei 216.

Das geplante Amazon-Verteilzentrum in Northeim war Thema im Bauausschuss

Die Entscheidung über einen sogenannten städtebaulichen Vertrag zwischen der Stadt Northeim und der Klosterkammer Hannover bezüglich natur- und artenschutzfachlicher Ersatzmaßnahmen, der für die Entwicklung des Northeimer „Industriegebietes West“ und die dort geplanten Investitionen der Firmen Thimm und Amazon notwendig ist, wurde in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt noch einmal vertagt.

Die Vorstellung der Pläne für das geplante Amazon-Verteilzentrum (wir berichteten) sorgte für eine große Diskussion, an der sich auch viele Besucher beteiligten. Dazu Fragen und Antworten:

Aus Reihen des Rates gibt es Bedenken gegen die Ansiedlung des Verteilzentrums. Wie werden diese begründet?

Nachdem bereits die Firma Thimm große Investitionen im neuen Industriegebiet plant (wir berichteten), würde die Ansiedlung des Amazon-Verteilzentrums dafür sorgen, dass bereits 80 Prozent der zur Verfügung stehenden Fläche verbraucht wäre. Teile des Rates befürchten, dass dadurch die Ansiedlung weiterer Betriebe nicht möglich sein wird. Zudem muss damit gerechnet werden, dass die beantragte Förderung des Industriegebietes aufgrund der beiden Großinvestitionen nicht genehmigt wird und damit die Grundstückspreise steigen.

Sind die höheren Preise möglicherweise ein Hindernis für die Ansiedlung des Verteilzentrums?

Sowohl Vertreter der P3 Logistik Parks GmbH, die die 7000 Quadratmeter große Halle bauen will als auch Thorsten Freers von der Firma Amazon machten deutlich, dass einzig und allein die günstige Verkehrslage des geplanten Industriegebietes West ausschlaggebend für die Standortentscheidung gewesen sei und nicht etwa die durch eine Förderung möglichen niedrigen Grundstückspreise. „Wir wussten gar nicht, dass es da einen entsprechenden Antrag der Stadt gibt“, so Freers. Letztendlich entstünden Verteilzentren dort, wo Amazon viele Kunde habe, und dass sei hier im Umkreis von etwa 50 bis 70 Kilometern der Fall.

Kommt für Amazon eventuell ein anderer Standort auf Northeimer Stadtgebiet in Frage?

Einem entsprechenden Vorschlag von Ausschussmitglied Eckhard Ilsemann (FDP) erteilte Freers eine Absage. „Eine andere Fläche kommt für uns hier in der Region nicht in Frage.“

Was sagt Amazon zur Kritik, dass der Northeimer Einzelhandel unter dem Verteilzentrum leiden könnte?

Diese Sorge hält Freers für unbegründet. Er sieht sogar die Möglichkeit, dass der Northeimer Einzelhandel von Amazon profitieren kann, wenn sie selbst ihre Produkte über Amazon anbieten. 58 Prozent der weltweit verkauften Produkte bei Amazon kämen von kleinen Verkäufern, die über die Seller-Website weltweit 300 Millionen Kunden erreichen könnten. Darüber hinaus unterstütze Amazon Neugründungen von Unternehmen in der Logistikbranche, die mit dem neuen Verteilzentrum zusammenarbeiten wollen.

Was sagt Amazon zum Vorwurf, es zahle seinen Mitarbeitern nur geringe Löhne?

Hierzu erklärt Freers, dass man mit einem Stundenlohn von 11,71 über dem Mindestlohn liege. Außerdem betont er, dass durch das Verteilzentrum Arbeitsplätze für gering Qualifizierte geschaffen würden. „Darüber hinaus werden wir auch Menschen, die sich als Zusteller nebenbei etwas dazuverdienen möchten, Angebote machen.“

Zahlt Amazon in Northeim Steuern, wenn das Verteilzentrum gebaut ist?

Thorsten Freers stellte die Pläne und das Konzept der Firma Amazon vor.

Ja. Sowohl P3 als auch Amazon betonten, dass sie im Falle der Realisierung des geplanten Vorhabens auf alle Fälle Steuern in Northeim zahlen werden. Alle Amazon-Gesellschaften, die die jeweiligen Logistikstandorte in Deutschland betreiben, zahlen laut Amazon ab dem ersten Betriebsjahr die fällige Gewerbesteuer.

Und was ist, wenn Amazon nach zehn Jahren den Vertrag nicht verlängert?

Die Firma P3 geht davon aus, dass sie das Gebäude dann anderweitig im Bereich der Logistik vermieten kann, da man in diesem Bereich in den kommenden Jahren ein weiteres Wachstum erwartet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.