Amtsgericht nimmt Abschied von Akten aus Papier

Premiere: Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (rechts) bei ihrem ersten Besuch im Northeimer Amtsgericht zusammen mit Direktorin Ingrid Sell vor dem Gebäude. Foto: Niesen

Northeim. 2018 wird das Totenglöcklein für die Papierakte im Amtsgericht Northeim geläutet. Denn der elektronische Rechtsverkehr zwischen Bürgern, Rechtsanwälten, Behörden und Gerichten kommt. Das sagte die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) bei ihrem ersten Besuch in der Kreisstadt. „Das wird eine riesige Umstellung bedeuten."

Die Ministerin besuchte das Gericht im Rahmen ihrer Sommerreise mit Schwerpunkt Südniedersachsen, um sich or Ort bei Amtsgerichtsdirektorin Ingrid Sell und ihren Mitarbeitern über Problemstellungen zu informieren.

Im Northeimer Amtsgericht arbeiten rund 55 Mitarbeiter. Sieben davon sind als Richter tätig. Nach den Worten der Amtsgerichtsdirektorin bereitet der hohe Altersdurchschnitt von 57 Jahren auf der mittleren Beschäftigungsebene Sorgen. Die Ministerin sagte, trotz inzwischen zurückgehender Bewerberzahlen, halte sie an den Ansprüchen an die Bewerber fest. „Die Justiz braucht die Besten.“

Dies sei wichtig für das Vertrauen in die Justiz, weil sie Entscheidungen mit weitreichenden Folgen für die Rechtsuchenden treffen müsse. Dabei dürfe man nicht nur die Strafsachen sehen, sondern vielmehr auch die steigenden Zahlen bei Familien- und Betreuungssachen. Letztere würden wegen des Anstiegs der Fallzahlen zunehmend Kosten verursachen.

Die Ministerin appellierte daran, die Serviceangebote zu nutzen. So gäbe es jetzt auch Informationen in „leichter Sprache“ für Menschen, die mit der Sprache der Juristen nicht vertraut seien. (zhp)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.