Antike mit allen Sinnen erleben

Römerschlachtfeld am Harzhorn sucht Ehrenamtliche Führer

Rüstungen und Helme zum Anfassen und Anprobieren: Irene Söffker (von links), Loni Meinecke und Liane Schrader bringen den Gästen römische Geschichte auf vielfältige Art näher. Foto: Schwekendiek

Oldenrode. Seit 2010 bieten Ehrenamtliche Führungen zum Römerschlachtfeld am Harzhorn an. Die Nachfrage steigt - jetzt werden neue Guides gesucht. Die Frist endet am 21. Februar.

Wie war es wohl, das Leben der Römer und Germanen im dritten Jahrhundert? „Die Menschen haben genauso gedacht, gefühlt und getrauert wie wir“, sagt Irene Söffker. Das will sie den Gästen vermitteln, die das alte römisch-germanische Schlachtfeld am Harzhorn bei Oldenrode besuchen. Seit fünf Jahren engagiert sich die Gandersheimerin als „Guide“ - gemeinsam mit einem Dutzend weiterer Ehrenamtlicher. Und die suchen jetzt dringend Unterstützung.

Seit 2010 ist die Nachfrage an Führungen stetig gestiegen. Viele Gruppen buchen ein individuelles Programm. Die Guides richten sich dabei nach den Wünschen der Gäste. Außerdem organisieren sie Workshops, Kindergeburtstage und Aktionstage. Darüber hinaus obliegt ihnen die Betreuung des Infogebäudes, das im Sommer vergangenen Jahres eröffnet wurde.

„Geschichte ist nichts Statisches“, sagt Söffker. „Wir sind mittendrin in der Erforschung dieser Zeit. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken.“

Besonders wichtig ist den Guides, dass die Gäste das Harzhorn mit allen Sinnen erleben. „Das fördert die Vorstellungskraft“, sagt Liane Schrader, die ebenfalls von Anfang an mit Herzblut dabei ist. Im Infogebäude gibt es viele Dinge zum Anfassen, Anziehen und Ausprobieren.

Sieben Jahre ist es her, dass am Harzhorn das römisch-germanische Schlachtfeld entdeckt wurde. Mehr als 2700 Fundstücke wurden gesichert - damit gilt das Harzhorn als eines der am besten erhaltenen antiken Schlachtfelder in Deutschland. Die Originale liegen jedoch in einem Braunschweiger Archiv, nur drei der Funde gibt es am Harzhorn zu sehen.

„Ich habe als Kind schon oft in dem Wald gespielt“, erinnert sich Loni Meinecke. Als sie hörte, was Forscher in dem Waldstück entdeckten, bewarb sich die gelernte Bankkauffrau sofort als ehrenamtliche Helferin - trotz fehlender geschichtlicher Ausbildung. „Wichtig ist das Interesse an der Sache“, sagt sie. Die Hintergründe könne man sich anlesen.

Jeden Monat gibt es ein Treffen aller Beteiligten, das vor allem dem Austausch untereinander dient. Koordiniert wird das Harzhorn-Projekt vom Landkreis Northeim. Die wissenschaftliche Leitung hat Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne, die auch die Ausbildung der neuen Harzhorn-Guides leitet.

„Wir sind ein großartiges Team“, sind sich die drei Frauen einig. Jeder könne so viel Zeit investieren, wie er möchte. Den neuen Guides empfehlen sie, wetterfest und gut zu Fuß zu sein. „Wir müssen uns aufeinander verlassen können“, betont Söffker.

Auch wenn für die Führungen gewisse Standards gelten, könne jeder seine Ideen einbringen. „Vielleicht könnte man im Wald Lautsprecher installieren?“, überlegt Liane Schrader. Die Entwicklung des Harzhorns ist eben noch längst nicht abgeschlossen.

So können Sie sich bewerben:

Wer sich für die Arbeit als Harzhorn-Guide interessiert, sollte ein kurzes Anschreiben mit Infos zu Person und Motivation bis zum 21. Februar an Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne richten. Geschichtliches Wissen ist von Vorteil. Für die künftigen Guides ist dann eine vierteilige Schulung vorgesehen, die unter anderem eine Führung über das Gelände, Geschichtswissen sowie Didaktik und Rhetorik enthält. Das erste Treffen soll an einem Sonntag stattfinden, damit auch Berufstätige teilnehmen können.

Kontakt: Dr. Petra Lönne, Landkreis Northeim, Fachbereich 6, Medenheimer Straße 6/8, 37154 Northeim, Tel. 0 55 51/70 81 56, E-Mail: ploenne@landkreis-northeim.de

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