FFP2-Pflicht kann kommen

Apotheker sehen Masken-Versorgung im Landkreis Northeim gesichert

Gutscheine für FFP2-Masken: Anschreiben der Bundesregierung.
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Gutscheine für FFP2-Masken: So sehen sie aus mit einem Anschreiben der Bundesregierung.

Die Apotheker im Kreis sind sich einig: Die FFP2-Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften wird auch den Landkreis Northeim erreichen.

Northeim – Claudia Link-Niederstadt von der Rats-Apotheke in Nörten-Hardenberg sieht sich für einen möglichen Ansturm gerüstet. „Wir haben genug FFP2-Masken auf Vorrat.“ Für Kinder seien ebenfalls Masken vorhanden.

Auch Editha Strüder sieht ihre Rats-Apotheke in Lindau gut vorbereitet. Zuerst sollen die Kunden mit Masken versorgt werden, die einem Berechtigungsschein erhalten haben. Doch auch darüber hinaus sei man gut aufgestellt. Und: „Eine Nachbestellen ist kein Problem.“

Es seien aber auch genug hochwertige Angebote auf dem Markt, sodass jeder an ausreichend Masken kommen könne. Die zwei Apothekerinnen weisen ausdrücklich daraufhin, beim Kauf auf eine CE- und EN-Kennzeichnung zu achten und warnen vor den kursierenden Billig-Angeboten.

FFP2-Masken nur die halbe Miete

Kritischer steht Dirk Schulze, Inhaber der Solling-Apotheke in Uslar, der Situation gegenüber. Auch er sieht die FFP2-Pflicht im öffentlichen Raum „so gut wie sicher“.

Ob seine Vorräte reichen, kann er jedoch nicht garantieren. Nur die Versorgung der über 60-Jährigen sei gesichert.

Er bemängelt aus gesundheitlicher Sicht vor allem die Kalkulation, wie lange die Masken getragen werden sollen. „Die FFP2-Masken sind eigentlich für eine zweistündige Nutzung gedacht. Die Bundesregierung geht aber von einer Woche aus.“

Wenn man von einer Tragzeit von wenigen Stunden oder einem kompletten Arbeitstag ausginge, werden laut Schulze viele Anbieter schnell an ihre Grenzen stoßen. Mit jedem Tragen verliere die Maske ihre schützende Wirkung.

Außerdem betont der Apotheker, dass die Masken sowieso nicht der Hauptschutz gegen das Coronavirus sind. „Wenn man den nötigen Abstand zu einer Person nicht hält, helfen auch die FFP2-Masken herzlich wenig.“

Er stelle außerdem mit Bedauern fest, dass viele Kunden, die sich Masken in der Solling-Apotheke abholten, diese aber gar nicht tragen würden.

Die Preise der Masken in den Apotheken variieren zwischen 3,50 Euro und 5 Euro und ändern sich laut Editha Strüder täglich.

Scheine für die Masken

Der Wunsch, sich mit FFP2-Masken besser vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen, ist insbesondere bei älteren Menschen groß. Umso ärgerlicher ist es für die Betroffenen, wenn die Berechtigungsscheine für die kostenlose Abholung in den Apotheken nur umständlich zu bekommen sind.

Alle Apotheker betonen, dass nicht der Preis Priorität haben sollte, sondern die Qualität der Masken.

Diese Erfahrung hat zum Beispiel Christa Pape-Preuß aus Northeim gemacht, die über die DAK krankenversichert ist. Als sie sich bei ihrer Krankenkasse telefonisch danach erkundigt habe, wie sie denn die Berechtigungsscheine bekommen könne, habe sie eine recht unbefriedigende Auskunft erhalten, berichtet die 75-Jährige.

„Zunächst habe ich zu hören bekommen, dass man mit dem Ausstellen der Berechtigungsscheine derzeit überlastet sei, und dass ich mich gedulden müsse“, so Pape-Preuß.

Man habe ihr außerdem zu verstehen gegeben, dass man die Berechtigungsscheine für die FFP-2-Masken zunächst an die über 80-jährigen Krankenkassenmitglieder verschicken werde, berichtet sie weiter.

„Und als ich dann wissen wollte, wie lange das dauern würde, hat man mir mitgeteilt, dass ich frühestens in zehn Wochen damit rechnen könnte, auch einen Berechtigungsschein zu bekommen“, sagt Pape-Preuß.

Mit dieser Auskunft habe sie sich allerdings nicht abfinden wollen, erklärt die Northeimerin. „Ich habe daraufhin angekündigt, mich in dieser Angelegenheit an die Öffentlichkeit zu wenden und die Northeimer Neuesten Nachrichten davon in Kenntnis zu setzen, denn es gibt bestimmt viele ältere Menschen, die wie ich mit dieser Vorgehensweise nicht einverstanden sind.“

Dieser Hinweis habe wohl dann dazu geführt, dass ihre Krankenkasse doch gehandelt hat, vermutet Pape-Preuß, denn noch am selben Abend hatte sie den Berechtigungsschein in ihrem Briefkasten.

Patrick Köhnstedt, Leiter des DAK-Servicezentrums Northeim bedauert den Vorfall, betont aber auf HNA-Anfrage, dass aufgrund der vielen Anrufe zu diesem Thema viele Anrufer an andere Geschäftsstellen weitergestellt werden und unter Umständen unbefriedigende Auskünfte bekommen. Fakt sei, dass inzwischen die Berechtigungsscheine an alle über 70-Jährigen verschickt seien.

Daran erkennt man echte FFP2-Masken

An diesen Kennzeichen erkennt man, ob die angebotenen Masken wirksamen Schutz bieten: CE-Kennzeichnung mit vierstelligen Kennzahl für die überwachende Prüfstelle, Klassifizierung FFP1, FFP2 oder FFP3, Hersteller- sowie Produktname und die Nummer und das Jahr der Veröffentlichung der europäischen Norm: EN 149 „Atemschutzgeräte/filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikel, kurz zum Beispiel EN 149:2001+A1:2009.

(Niko Mönkemeyer/Kathrin Plikat/William Abu El-Qumssan)

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