Apothekerin denkt auch mit 70 nicht ans Aufhören

Arzneimittel auf der einen Seite, eine tolle Schaufensterdekoration auf der anderen: Apothekerin Marion Bötel war 42 Jahre Chefin der Grafenhof-Apotheke. Jetzt hat sie die Einrichtung übergeben, arbeitet aber weiter dort mit. Foto:  Oschmann

Marion Bötel steckt nach 42 Jahren Selbstständigkeit noch immer voller Tatendrang

Northeim. „Mit 70 Jahren ist noch lang noch nicht Schluss...“ Dieser abgewandelte Titel von Udo Jürgens ist Marion Bötel wie auf den Leib geschrieben. Die Chefin der Northeimer Grafenhof-Apotheke ist längst über das normale Renteneintrittsater hinweg, aber ans Aufhören denkt sie noch immer nicht.

Einen Schritt zurück tritt sie jetzt allerdings schon. Nach 42 Jahren Selbstständigkeit hat sie ihre Apotheke am Eingang des City-Centers an Tobias Wagner übergeben, den Enkel ihres ersten Chefs in Göttingen.

Im Oktober 1973 wagte die Apothekerin den Sprung in die Selbstständigkeit. „Damals war das Northeimer City-Center neu und noch nicht alle Flächen vergeben“, erinnert sie sich. Ihre Grafenhof-Apotheke bestand aus einem großen Raum ohne Unterteilungen. „Die Medikamente haben meine drei Mitarbeiterinnen und ich aus Säcken in die Schränke gepackt.“ Heute beschäftigt die Apotheke 18 Mitarbeiter, die alle übernommen werden.

„Behandlungen mit etherischen Ölen wurde oft als Spinnerei abgetan.“

In vier Jahrzehnten hat sich vieles geändert, zum Beispiel die Vielfalt der Medikamente – aktuell vorrätig sind 22 038 Artikel – und die intensiven, individuellen und komplexen Beratungen der Kunden. Ein Riesenschritt war für Marion Bötel einst die Anschaffung einer elektronischen Kasse. „Wir waren die Ersten weit und breit, die so ein Teil hatten. Längst geht nichts mehr ohne.“

Heilungserfolge

Auch als die 70-Jährige vor 15 Jahren mit Bachblütentherapien und alternativen Wirkstoffen wie etherischen Ölen zu arbeiten begann, war das für sie ein großer Schritt in eine neue Richtung, der oft als „Spinnerei“ abgetan wurde. „Aber die Heilungserfolge gaben mir recht“, freut sie sich über diese Heilungsmethode. Diese Richtung verfolgt sie jetzt weiter, denn Marion Bötel bleibt der Grafenhof-Apotheke als erfahrene und spezialisierte Mitarbeiterin erhalten.

Auch wer kein Kunde der Grafenhof-Apotheke sein sollte, kommt schlecht an ihr vorbei – zumindest mit den Blicken. Das liegt an den tollen und vielfältigen Dekorationen der Schaufenster, die für eine Apotheke ungewöhnlich sind. „Die machen meine Mitarbeiterinnen alle selbst. Wir haben einen ganzen Keller voll mit Deko-Artikeln und sogar schon einmal einen Preis dafür bekommen.“

Ihre neu gewonnene Freizeit möchte die Apothekerin, die in jungen Jahren einen Pilotenschein hatte und gern Tennis gespielt hat, jetzt für ihre kulturellen Interessen nutzen. Theater und Musik liegen ihr am Herzen, ebenso wie mehr Freizeit mit ihrem Mann und vor allem den beiden Enkeln zu verbringen.

Von Hans-J. Oschmann

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