App soll Ersthelfer über Notfälle in der Nähe alarmieren

Landkreis Northeim plant Einführung eines neuen Alarmierungssystems

Übung, wie Herzmassage funktioniert an einem Dummy.
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Herzmasssage, wie sie hier an einem Dummy geübt wird, kann Leben retten

Northeim – Im Landkreis Northeim sollen künftig medizinische Ersthelfer über eine App über Notfälle in ihrer Umgebung informiert werden, bei denen ein Kreislaufstillstand vorliegt und eine Reanimation notwendig ist.

Der Ausschuss für Brand- und Katastrophenschutz des Kreistags sprach sich in seiner jüngsten Sitzung dafür aus, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel zu beauftragen, das Ersthelferalarmierungssystem „Mobile Retter“ einzuführen. Nach Auskunft der Kreisverwaltung soll der Kreisausschuss in seiner Sitzung Ende Oktober abschließend darüber entscheiden.

Nach den Worten von Dr. Bodo Lenkewitz, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Landkreises Northeim, werden bei diesem System über eine App Ersthelfer alarmiert, die sich in der Nähe des medizinischen Notfalls befinden. Ziel sei es, dass innerhalb von vier Minuten ein Helfer beim Patienten ist – eine Frist, die der Rettungsdienst nicht schaffen könne. Die Alarmierung erfolgt durch die Einsatzleitstelle.

Dr. Bodo Lenkewitz, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Landkreis Northeim

Die Einführung des Systems ist laut Kreispressesprecher Dirk Niemeyer für das erste Halbjahr 2021 geplant. Die Kosten sollen sich nach seinen Worten im ersten und zweiten Jahr auf jeweils 30 000 Euro belaufen. Hinzu kämen einmalig 15 000 Euro für eine Schnittstelle, die am Leitstellenrechner eingerichtet werden muss.

Wenn das  System einsatzbereit ist, kündigte Lenkewitz an, „dann werden wir kräftig die Werbetrommel rühren, um Personen zu finden, die sich diese App auf ihrem Smartphone installieren.“ Besonders prädestiniert sind nach seinen Worten Personen „aus dem Blaulichtmilieu“: Feuerwehrleute, Rettungssanitäter, aber auch Polizisten. Hinzu käme Menschen aus dem medizinischen Bereich wie Ärzte und Arzthelferinne Krankenschwestern und -pfleger.

Das System stammt, berichtet Lenkewitz, von einem Gütersloher Arzt, der zu Hause von Blaulicht aufgeschreckt wurde und später erfuhr, dass es in seiner Nachbarschaft einen Notfall gegeben hatte. Er hätte schneller helfen können als der Rettungsdienst, wenn er von dem Notfall gewusst hätte. Olaf Weiss

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