Arbeitsgemeinschaft will Lütgenroder Kapelle retten

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Bereit zu helfen: Diese Bürger bildeten spontan eine Arbeitsgemeinschaft Kapelle.

Lütgenrode. Die Zukunft der Kapelle in Lütgenrode bewegt viele Menschen. Großen Zulauf erfuhr deshalb eine Versammlung, bei der dieses Thema diskutiert wurde.

Wie kann unsere Kapelle gerettet werden? Kann sie überhaupt erhalten werden? Das zu erfahren war Ziel einer Versammlung von 45 Lütgenroder Bürgern einschließlich des Kirchenvorstandes Parensen-Lütgenrode. Das südliche Mauerwerk der Kapelle weist aktuell eine deutliche Beule auf.

Diplomingenieur und Architekt Frank Wagner vom Amt für Bau- und Kunstpflege Göttingen der Landeskirche Hannover und die Geschäftsführerin des Kirchenkreisamtes Göttingen-Münden, Christina Klett, lieferten die erforderlichen Informationen.

Es gibt zwei Hauptgründe für die Beule, so Wagner. Erstens: Beim Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden schlechte Steine verwendet, die durch Feuchtigkeit porös geworden sind. Zweitens: Für die Festigung des Bauschuttes zwischen der Außen- und Innenmauer wurde kein Mörtel, sondern Lehm verwendet, der durch Risse in den Fugen der Außenmauer aufgequollen ist

„Eine Einsturzgefahr besteht nicht, sonst hätten wir die Kapelle geschlossen“, betonte Wagner. Gleichwohl müsse man die Mauer sanieren, um die Kapelle langfristig zu erhalten. Die Kosten hierfür lägen bei 150.000 Euro. Genaues wisse man erst nach der Ausschreibung.

Die Bausubstanz-Sanierung würde die Landeskirche tragen. Aber erst müsse die Kapelle „dran sein“. Das Kirchenkreisamt bereite jedes Jahr eine Prioritätenliste der beantragten Baumaßnahmen vor. Diese müsse vom Kirchenkreistag beschlossen werden, es sei also eine kirchenpolitische Entscheidung. Da die erforderlichen Bausummen haushoch über den vorhandenen Mitteln lägen, müsse nach Dringlichkeit vorgegangen werden, so Christina Klett.

Die Innengestaltung obliege dagegen den Gemeinden, erfuhr die Versammlung. Mit Zuschüssen könne man nicht rechnen. „Die Zeiten der Rundum-Sorglos-Pakete der Landeskirche sind lange vorbei“, sagte Wagner.

Bei der jüngsten Innenrenovierung sei leider Binderfarbe verwendet worden. Das bedeute, so Wagner, dass die Wände nicht atmen könnten. Er bestätigte, dass eine Innenrenovierung erst Sinn machen würde, wenn die Außenmauer saniert sei.

Klett und Wagner sicherten jedwede Unterstützung bei Fachfragen und Antragstellungen zu. Sie wiesen aber eindringlich darauf hin, dass es einen guten Eindruck auf die Entscheidungsträger mache, wenn sich die Kirchengemeinde aktiv um Spenden für die Innensanierung bemühen würde, auch wenn das bei einer so kleinen Gemeinde vielleicht zehn Jahre dauere.

Pastor Peter Lahmann nutzte den offenkundigen Willen der Zuhörer, ihre Kapelle zu erhalten, um eine „Arbeitsgemeinschaft AG Kapelle Lütgenrode“ ins Leben zu rufen. Zehn Bürger erklärten spontan ihr Mitwirken.

Zur Sache: Weitere Helfer sind willkommen

Wer sich an der „AG Kapelle Lütgenrode“ beteiligen möchte, kann sich an Pastor Peter Lahmann, Tel. 05505 / 2005 oder 0551 / 797 484 38, E-Mail peter.lahmann@gmx.de, oder an Kirchenvorstandsmitglied Christine Busch, Tel. 05503 /585 417, E-Mail christine.busch67@online.de, wenden. (zäl)

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