Novemberzahlen der Arbeitsagentur

Kurzarbeit hält Arbeitslosenquote im Kreis Northeim niedrig

Arbeitsagentur Northeim Arbeitsmarkt
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Arbeitsagentur in Northeim am Scharnhorstplatz.

Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Northeim ist im November leicht um 74 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vormonat um 0,1 Punkte auf 5,4 Prozent.

Northeim - Die Entwicklung, so ein Sprecher der Arbeitsagentur entspreche der üblichen saisonalen Tendenz. Zu berücksichtigen ist aber auch, dass nach wie vor das Instrument der Kurzarbeit, das von den Arbeitgebern gut genutzt wird, die Arbeitslosenzahlen angesichts der Corona-Pandemie weiter relativ niedrig hält.

Trotzdem: Im Vergleich zum Vorjahr als es Corona noch nicht gab, sind die Arbeitslosenzahlen im Kreisgebiet Northeim spürbar gestiegen, denn im November vorigen Jahres hatte die Arbeitslosenquote im Kreis Northeim bei lediglich 4,9 Prozent gelegen und befand sich damals und auf einem historischen Tiefstand seit der Wiedervereinigung.

Hier die aktuellen Zahlen der Arbeitslosenstatistik für November im Detail: Im Kreis Northeim waren im November 3797 Personen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat waren damit 74 Menschen weniger auf Jobsuche (-1,9 Prozent). Doch gegenüber November 2019 gibt es 187 Arbeitslose mehr. Das entspricht einem Zuwachs von 10,8 Prozent.

Allerdings, so der Chef der Arbeitsagentur Göttingen, Klaus-Dieter Gläser, sei bei dem Blick auf die abgebildete Entwicklung zu berücksichtigen, dass hier lediglich die ersten Tage des seit Anfang November geltenden neuen Teil-Lockdowns mit seinen Auswirkungen erfasst sind. Hinteergrund: Stichtag für die Erhebung der November-Arbeitslosenzahlen war der 11. November.

Auch die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Stellenangebote entwickelte sich kreisweit im November positiv. Im zurückliegenden Monat meldeten Betriebe insgesamt 375 Arbeitsangebote, 37 mehr als im Vormonat. Die Gesamtzahl der offenen Stellen liegt bei 1268. Das sind 31 mehr als im Oktober, aber sieben weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Kurzarbeit

Zahlen für Kurzarbeit, die coronabedingt gegenüber dem Vorjahr stark gestiegen ist, liefert die Arbeitsagentur auf Landkreisebene leider nicht. Für den gesamten Agenturbezirk Göttingen, der die Kreise Göttingen, Northeim und die Stadt Göttingen umfasst, gibt es als konkreten Wert aufgrund des langwierigen Abrechnungs- und Prüfungsverfahrens nur eine Zahl vom Mai und die lag bei 2890 Betrieben mit einer Kurzarbeiterzahl von 28 000.

Laut einer Hochrechnung ist die Kurzarbeiterzahl dann bis Ende Juli aufgrund der Lockerung des ersten Corona-Lockdowns auf rund 1770 Betriebe mit 17 450 Kurzarbeit-Beschäftigungsverhältnissen zurückgegangen. Jetzt, mit dem seit November geltenden neuen Teil-Lockdowns dürfte sie wieder steigen. Im November gingen bei der Agentur für Arbeit Göttingen 262 neue oder (nach Unterbrechung) erneute Anzeigen auf Kurzarbeit ein.

Unterbeschäftigte

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit auch Angaben zur Unterbeschäftigung. Dabei zählen zu den Arbeitslosen zusätzlich solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie sich zum Beispiel in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen befinden.

Unterbeschäftigt waren danach im Kreis Northeim im November 5099 Personen, 28 weniger als im Vormonat, aber 122 mehr als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigenquote beträgt 7,1 Prozent (Vormonat: 7,1/Vorjahr: 6,9 Prozent).

Die Zahlen der Agenturgeschäftsstellen im Kreis Northeim:

Northeim: aktuell 2043 Arbeitslose, 69 weniger als im Oktober, aber 144 mehr als im Vorjahr; Arbeitslosenquote: 5,1 Prozent (Vormonat: 5,2 Prozent/Vorjahr: 4,7 Prozent).

Uslar: aktuell 512 Arbeitslose, 14 mehr als im Oktober und 71 mehr als im Vorjahr; Arbeitslosenquote: 5,8 Prozent (Vormonat: 5,6 Prozent/Vorjahr: 5,0 Prozent).

Einbeck: aktuell 1242 Arbeitslose, 19 weniger als im Oktober, aber 154 mehr als im Vorjahr; Arbeitslosenquote: 5,8 Prozent (Vormonat: 5,9 Prozent/Vorjahr: 5,1 Prozent).

(Von Axel Gödecke)

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