Wintereinbruch hat kaum Einfluss auf Arbeitslosenzahlen

Arbeitsmarkt im Kreis Northeim bleibt stabil

Arbeitsagentur Northeim Arbeitsmarkt
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Arbeitsagentur in Northeim am Scharnhorstplatz.

Der starke Wintereinbruch in Südniedersachsen hat, anders als von vielen befürchtet, keine Spuren auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Northeim hinterlassen.

Landkreis Northeim - Im zurückliegenden Monat waren 4230 Menschen bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern im Landkreis Northeim arbeitslos gemeldet. Das waren nur 26 oder 0,6 Prozent mehr als im Januar. Die Arbeitslosenquote liegt konstant bei 6,0 Prozent.

Der auf die Corona-Pandemie zurückzuführende Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahresmonat fällt mit einem Plus von 604 Arbeitslosen allerdings deutlich stärker aus. Das sind aktuell fast 17 Prozent mehr als genau vor einem Jahr, als es Corona im Kreis Northeim noch nicht gab. Die Arbeitslosenquote im Februar vorigen Jahr lag noch bei niedrigen 5,1 Prozent.

Natürlich werden die Zahlen derzeit im Lockdown durch das Instrument der Kurzarbeit geschönt. Dafür gibt es keine aktuellen Zahlen, da die Abrechnungen Monate dauern. Die neueste Zahl für die Region Göttingen-Northeim stammt von Ende Februar. Damals hatten 1490 Betriebe für 12 350 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Heute im zweiten Lockdown dürfte die Zahl beträchtlich höher sein.

Etwas zurückhaltend gestaltet sich derzeit die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern, heißt es von der Agentur. Im Februar meldeten Wirtschaft und Verwaltung kreisweit 287 neue Stellenangebote. Das waren saisonbedingt zwar 80 (39 Prozent) mehr als im Januar. Doch gegenüber Februar 2020 gab es einen Rückgang von 68 Arbeitsangeboten, was einem Minus von fast 20 Prozent entspricht.

Der Bestand der offenen Stellen im Kreis Northeim liegt mit 1330 gemeldeten Arbeitsstellen hingegen mit 71 Offerten oder 5,6 Prozent über dem Angebot des Vorjahresmonats.

Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen: „Für diese Entwicklung gibt es zwei Gründe: Zum einen beobachten wir die Tendenz, dass Unternehmen zwar einstellen wollen, sich aber beim Auswahlprozess Zeit lassen. Zum anderen richtet sich etwa 80 Prozent der Nachfrage an Fachkräfte, Experten und Spezialisten.“

Über eine Ausbildung, berufliche Fortbildung oder ein Studium verfügten in Südniedersachsen aber nur knapp 45 Prozent der arbeitslos gemeldeten. Gläser: „Das zeigt, dass das Thema Fachkräftemangel uns auch in der Corona-Krise begleitet.“

Unterbeschäftigsquote bei 7,6 Prozent

Um das Bild auf dem Arbeitsmarkt vollständig abzubilden, veröffentlicht die Agentur für Arbeit aber monatlich auch die Zahl der Unterbeschäftigten und die Unterbeschäftigtenquote. Die liegt für den Kreis Northeim bei 7,6 Prozent und ist t gegenüber Janaur leicht um 0,1 Punkte gestiegen (Vorjahr: 7,2 Prozent).

In der Unterbeschäftigung sind neben den regulär arbeitslos Gemeldeten auch die Personen aufgelistet, die sich in arbeitspolitischen (Weiterbildungs-)Maßnahmen befinden. Absolut sind kreisweit 5436 Menschen unterbeschäftigt. Das sind zwar nur acht mehr als im Januar, es sind aber 261 mehr als im gleichen Vorjahresmonat.

Zurück zu den regulär bei der Agentur oder den Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen. Hier weist nach wie vor im Landkreis die Agentur-Geschäftsstelle Northeim mit 5,6 Prozent die niedrigste Quote auf, gefolgt von Uslar mit 6,2 Prozent und Einbeck mit 6, 7 Prozent. Hier die Zahlen:

Raum Northeim: aktuell 2256 Arbeitslose, 12 weniger als im Januar, aber 325 mehr als vor einem Jahr; Arbeitslosenquote: aktuell 6,0 Prozent (Vormonat: 6,0 Prozent/Vorjahr: 4,8 Prozent).

Raum Uslar: aktuell 548 Arbeitslose, sieben mehr als im Januar und 77 mehr als vor einem Jahr; Arbeitslosenquote: aktuell 6,2 Prozent (Vormonat: 6,1 Prozent/Vorjahr: 5,3 Prozent).

Raum Einbeck: aktuell 1426 Arbeitslose, 31 mehr als im Januar und 202 mehr als vor einem Jahr; Arbeitslosenquote: aktuell 6,7 Prozent (Vormonat: 6,6 Prozent/Vorjahr: 5,7 Prozent).

(Axel Gödecke)

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