Gewerkschaft sieht 140 Arbeitsplätze in Gefahr

Asklepios schließt den Reha-Bereich der Schildautal-Kliniken in Seesen

Die Kliniken Schildautal in Seesen.
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Die Kliniken Schildautal in Seesen: Der Rehabereich ist in den beiden Gebäudeflügeln im Vordergrund untergebracht. Der ältere Teil des Komplexes beherbergt die Akutklinik, zwischen beiden befinden sich unter anderem der ambulante Behandlungsbereich, Verwaltung und Cafeteria.

Der Krankenhauskonzern Asklepios zieht seine Linie konsequent durch. Wie er am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt gab, schließt er die Reha-Abteilung der Kliniken Schildaustal in Seesen.

Seesen – Dort schwelt seit mehr als zwei Jahren ein Konflikt mit der Belegschaft über die Einführung eines Tarifvertrages. Bereits vor zwei Monaten hatte Asklepios dabei mit der Schließung der Reha-Abteilung gedroht.

„Das ist nackte Kapitalmacht, die hier ihre hässliche Fratze zeigt“, kommentiert Patrick von Brandt, Gewerkschaftssektretär bei der Dienstleitungsgewerkschaft Verdi das Vorgehen. „Asklepios macht wieder einmal deutlich: Es geht diesem Konzern um Profit-Maximierung, sonst nichts. Obwohl die Reha profitabel betrieben wurde, reichte das diesem Konzern nicht aus.“ Bis zu 140 Arbeitsplätze stehen nach seinen Worten nun auf dem Spiel.

Dabei habe der Prokurist der Rehaklinik, Felix Sasse, in einer Mitteilung an die Beschäftigten noch in der vergangenen Woche angekündigt, am 16. November über Vergütungsgrundsätze verhandeln zu wollen, berichtet von Brandt.

In einer Pressemitteilung teilte Asklepios am Dienstag mit, Verhandlungen mit dem Betriebsrat über den Interessenausgleich und einen Sozialplan mit dem Ziel begonnen zu haben, den Reha-Betrieb nicht weiter fortführen zu wollen. Hintergrund dafür sei die schlechte wirtschaftliche Gesamtsituation der Klinik. Diese habe sich im laufenden Jahr durch „die unerbittlichen Streikmaßnahmen“, zu denen die Gewerkschaft Verdi aufgerufen habe, dramatisch verschärft.

Auch die wirtschaftlichen Einschnitte infolge der Corona-Pandemie ein schwerer Wasserschaden bei einem Starkregen hätten dazu beigetragen. Die Klinikleitung haben wiederholt und transparent dargestellt, wie brisant die Lage ist, betont Asklepios.

„Wir möchten aber deutlich betonen, dass die Akutklinik in Seesen, für die es im Gegensatz zur Rehaklinik einen öffentlichen Versorgungsauftrag gibt, davon nicht betroffen ist“, heißt es in der Pressemitteilung zur Reha-Schließung weiter. „Im Gegenteil: Für die Akutklinik sehen wir auch weiterhin deutliches Wachstums- und Entwicklungspotenzial.“

Den Vorwurf der Gewinnmaximierung um jeden Preis weist der Klinikkonzern dabei zurück:. „Asklepios ist ein Familienbetrieb und keine Aktiengesellschaft. Es gibt also keine Aktionäre, sondern der Eigentümer investiert den Großteil wieder in die Häuser der Asklepios-Gruppe.“ (Olaf Weiss)

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