So schützen Halter ihre Vierbeiner gegen Ungeziefer

Auch Pferde leiden unter Mücken

Sobald es wärmer wird, setzen Plagegeister den Pferden zu: Anna-Lena Korengel (links) und Julia Elise Korengel mit Stute und Fohlen auf der Weide des Hardegser Reithofs Korengel.
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Sobald es wärmer wird, setzen Plagegeister den Pferden zu: Anna-Lena Korengel (links) und Julia Elise Korengel mit Stute und Fohlen auf der Weide des Hardegser Reithofs Korengel.

Kriebelmücken und Hirschlausfliegen, Bremsen und Zecken machen den Pferden das Leben schwer, sobald es warm wird.

Northeim – Erleichterung verschaffen Ohrenschützer und Zebradecken, Unterstände und Walnussbäume, berichten Pferdefreunde aus Northeim, Einbeck und Hardegsen.

„Ein Walnussbaum auf der Pferdewiese wirkt Wunder“, berichtet Gerhard Heise vom Grannenhof in Rittierode bei Einbeck.

Die ätherischen Öle des Baums schlagen fliegende Plagegeister aller Art in die Flucht. „Auf zwei unserer Weiden steht der Baum bereits, nun wollen wir die Bäume auch auf unseren anderen Wiesen pflanzen“, kündigt der Pferdehalter an.

„Hilfreich ist ein Unterstand“, hat Sabine Rodich, Vorsitzende der Reitgemeinschaft Kastanienhof Schnedinghausen, beobachtet. Dort setzen Fliegen und Mücken den Tieren nicht so zu. Hauben für Ohren und Augen schützen sie gegen die kleinen, schwarzen Kriebelmücken. „Dutzende der Insekten krabbeln in die Ohren der Pferde, beißen sie und trinken das austretende Blut“, sagt Rodich. Fasst man ins Ohr, ist die Hand ganz rot.

„Richtig eklig ist die Hirschlausfliege“, erzählt die Vorsitzende.

„Die Pferde werden bereits unruhig, wenn sie das Brummen der Fliege hören“, ergänzt Julia Elise Korengel, die gemeinsam mit ihrer Schwester Anna-Lena Korengel den Hardegser Reithof Korengel leitet.

Hat sich das Insekt auf einem Pferd niedergelassen, wirft es die Flügel ab und krabbelt durchs Fell. „Ihr Stich ist derart schmerzhaft, dass immer wieder Pferde in Panik durchgehen oder sich hinwerfen“, weiß Sabine Rodich. Sie rät, die Plagegeister mit dem Läusekamm zu entfernen. Klammern sie sich mit ihren hakenbewehrten Füßen zu sehr fest, hilft ein Insektenspray.

„Richtig weh tun Pferd und Reiter die Stiche der Bremsen, die nach der Rapsernte verstärkt auftreten“, führt Korengel aus Hardegsen aus. Die Insekten sind insbesondere bei schwülem Wetter unerträglich. „Sobald man sie irgendwo sitzen sieht, schlägt man am besten leicht zu und zerreibt den Plagegeist“, rät Korengel. „Meiner Beobachtung nach attackieren Bremsen dunkle Pferde häufiger als helle“, sagt Rodich aus Schnedinghausen.

Einige Pferdehalter versuchen, ihre Tiere mit aufgemalten Streifen oder Zebradecken zu schützen. „Das erschwert den Insekten die Wahrnehmung“, erläutert Korengel.

„Zecken setzen den Pferden vor allem bei Ausritten durchs Gelände zu“, klagt Heise vom Grannenhof. Auch im hohen Gras auf der Weide lauern die Spinnentiere.

Es empfiehlt sich, die Tiere täglich abzusuchen, da die Plagegeister Krankheiten wie die Borreliose übertragen können. „Das ist allerdings nicht einfach“, berichtet Korengel aus Hardegsen.

Insbesondere die kleinen, roten Zecken sind schwer zu finden, zumal sie sich oft in Hautfalten niederlassen. Die großen, grauen Zecken sind gut zu sehen und herauszudrehen. „Mit den Zecken wird das jedes Jahr schlimmer“, beobachtet Korengel. (Michael Caspar)

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