Kreisverwaltung setzt auf Unterbringung in Wohnungen

Landkreis Northeim ist auf Flüchtlinge vorbereitet

Landesaufnahmeeinrichtung: Im Grenzdurchgangslager Friedland kommen Flüchtlinge, Asylsuchende und Spätaussiedler an, sie werden dort versorgt.
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Im Grenzdurchgangslager Friedland kommen Flüchtlinge und Asylsuchende an, sie werden dort versorgt, registriert und weitergeleitet. (Symbolbild)

Der Landkreis Northeim fühlt sich nach eigenen Angaben gut vorbereitet auf wieder steigende Flüchtlingszahlen.

Northeim - Die Lage in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban spitzt sich weiter zu. Viele Menschen wollen oder müssen das Land verlassen. Neue Flüchtlingsströme nach Deutschland sind zu erwarten. Die werden sicher auch den Landkreis Northeim erreichen.

Der Landkreis werde weiterhin seine bislang erfolgreiche Strategie der Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen fahren, heißt es aus der Kreisverwaltung auf HNA-Nachfrage.

Im Gegensatz zu 2015, als es bei den Kommunen kaum Erfahrungen im Umgang mit damals derart hohen Zuweisungszahlen gegeben habe, könne man nun sowohl auf gewachsene Strukturen als auch auf ein enormes Erfahrungspotenzial in und außerhalb der Verwaltung zurückgreifen. So gibt es in den elf Städten und Gemeinden laut Kreis-Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe 15 Flüchtlingsinitiativen.

Das bisherige Maximum bei der Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge hatte der Landkreis 2015 zu verkraften. Damals mussten über 2000 Asylbewerber, die vorwiegend aus dem Bürgerkriegsland Syrien geflüchtet waren, untergebracht werden. Der Landkreis hatte wöchentlich 70 ankommende Flüchtlinge auf Weisung des Landes unterzubringen.

Seitdem ist die Zahl der Geflüchteten, die im Kreis unterzubringen waren, stark gesunken. Aktuell sind kreisweit laut Kreisverwaltung nur noch rund 650 Personen gemeldet, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommen. Davon sind 325 im Asylverfahren (Asylbewerber).

Mit dem Rückgang der Flüchtlingszahlen seit Schließung der Balkanroute im März 2016 hatte der Landkreis im September 2016 auch seine Sammelunterkünfte in Dassel (einstige Reinhald-von-Dassel-Schule) und Ende 2016 in Wahmbeck geschlossen.

Seitdem werden Flüchtlinge nur noch in Wohnungen untergebracht, bestätigt Kreis-Pressesprecherin Saskia Binnewies. Dies sei aber auch schon 2015 weitgehend der Fall gewesen. Die Sammelquartiere – auch weitere des Landes beispielsweise in Gandersheim oder Uslar (Altes Krankenhaus) – dienten nur kurzfristig als sogenannte Notunterkünfte.

Aktuell sind die Flüchtlinge laut Binnewies in 80 Wohnungen untergebracht. Hiervon seien 69 Wohnungen angemietet, elf Wohnungen befinden sich im Eigentum des Landkreises.

Flüchtlingszahlen seit 2015 rückläufig

Im Jahr 2015 musste der Landkreis Northeim noch über 2000 Geflüchtete unterbringen. Dann sanken die Zahlen stetig. Laut Kreisverwaltung gab es folgende Entwicklung: Anfang 2016: 1060 Asylbewerber, Anfang 2017: 1108 Asylbewerber, Anfang 2018: 616 Asylbewerber, Anfang 2019: 530 Asylbewerber, Anfang 2020: 430 Asylbewerber, Anfang 2021: 327 Asylbewerber. Aktuell (Stand August 2021): 325 Personen befinden sich im Asylverfahren und sind damit Asylbewerber.  (Axel Gödecke)

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