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Auf Krähenjagd mit Monti - wie eine junge Jägerin einen Raubvogel trainiert

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Von: Michael Caspar

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Hat sich in den vergangenen Wochen gemausert: Sakerfalke Monti sitzt bei Alina Schütte auf einem robusten Handschuh.
Hat sich in den vergangenen Wochen gemausert: Sakerfalke Monti sitzt bei Alina Schütte auf einem robusten Handschuh. © Michael Caspar

Alina Schütte aus Großenrode hat einen Falken trainiert, der sie auf die Jagd begleitet und hilft Beute zu finden. Dafür braucht es viel Vertrauen zwischen Mensch und Wildtier.

Großenrode – Wenn Alina Schütte aus Großenrode auf Jagd geht, ist ihr Falke Monti mit dabei. Ein scheues, kleines Wildtier sei Monti gewesen, als Schütte ihn im Alter von vier Monaten von einem Zuchtbetrieb gekauft hat.

Mit viel Geduld, erzählt die Jägerin, habe sie das Vertrauen des Raubvogels mit den wachen Augen, dem kräftigen Schnabel und den scharfen Krallen gewonnen. Sein Futter – tote Hühnerküken – erhält der Sakerfalke nur, wenn er bei Schütte auf dem aus starkem Leder gefertigten Handschuh sitzt.

Täglich trainiert die Großenroderin, die nach Jäger- und Falknerprüfung ihr Wissen noch als Schülerin von Falkner Norbert Nowka vertiefte, mit ihrem Vogel. Sie übt mit Monti das sogenannte Beireiten, also das Anfliegen des Handschuhs – zunächst aus kurzer Distanz, dann aus einer Entfernung von mehr als 20 Metern.

Beim Federspiel trainiert Monti die Jagd. Er muss dabei eine Beuteattrappe, die Schütte an einer Schnur durch die Luft wirbelt, packen. Schafft er das, tauscht Schütte die Beute dann schnell gegen ein totes Küken aus. Ganz ruhig muss die Jägerin mit ihrem Falken umgehen, erzählt sie. Er kann mit seinen Augen alles in einem Radius von 220 Grad wahrnehmen und den Kopf um 180 Grad drehen. Die Jägerin geht mit dem 700 Gramm schweren Vogel auf dem Handschuh viel spazieren. So baue er Vertrauen auf, dass ihm nichts passieren kann. Mittlerweile lasse er sich auch von vorbeifahrenden Lkw oder Traktoren nicht mehr aus der Ruhe bringen. Während der Jagdzeit, die im August wieder beginnt, kann der Raubvogel dann sein Können zeigen: Schütte jagt mit ihm in Absprache mit den jeweiligen Jagdpächtern Krähen an Orten, an denen nicht geschossen werden darf.

Zur Jagd hat der Greifvogel laut Schütte allerdings nur dann Lust, wenn er hungrig ist. „Satt macht er keine Anstalten, auf den Handschuh zu fliegen. Er darf aber auch nicht zu viel Hunger haben, weil er die Beute sonst auf dem nächsten Baum verspeisen würde“, erzählt sie. Danach würde er auf dem Baum sitzen bleiben, um zu verdauen.

Zur Jagd auf Krähen erzählt die Falknerin: „Krähen sind wehrhafte Vögel. Manchmal drehen sie den Spieß um und jagen gemeinsam Monti. Der ist aber schneller als sie und kann höher fliegen. In sicherem Abstand kreist er dann über den Krähen und wartet, bis sie sich auf einem Baum niederlassen.“ Irgendwann komme dann eine noch unerfahrene Jungkrähe aus der Deckung. „Das ist dann Montis Chance.“

„Es gibt auch Gegner der Falkenjagd“, weiß Schütte. Viele würden sich an der Volierenhaltung stören. Wenn der Falke satt ist, wolle er auch nicht fliegen, betont die Falknerin. Dann plustere sich der Vogel auf, pflege sein Gefieder oder bade im Sand.

Kritik gebe es zudem an der Einzelhaltung der Tiere. Schütte betont: Die mit den Papageien verwandten Falken seien Einzelgänger.

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