Bebauungsplan für Bau der Erschließungsstraße fehlt

Ausbau der Straße Martinsgraben in Northeim: Es tut sich nichts

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Noch gesperrt: Zurzeit ist das Mittelstück der Straße Am Martinsgraben in Northeim immer noch ein Feldweg. Ein Befahren wird durch einen Erdwall unmöglich gemacht. Oben im Bild ist schon das Neubaugebiet zu sehen, das derzeit erschlossen wird. 

 In Sachen Ausbau des bislang gesperrten Teils der Straße am Martinsgraben als neuer Zubringer für das zurzeit entstehende Northeimer Neubaugebiet am südlichen Wieterhang herrscht weiter Stillstand.

Der Bauverkehr für die Erschließung der 54 Neubau-Grundstücke läuft derweil schon seit Wochen über den Dörtalsweg, was die Anwohner dieser erst vor eineinhalb Jahren für 800 000 Euro sanierten Straße extrem ärgert. Daran dürfte sich auch im Verlaufe dieses Jahres erst einmal nichts ändern.

Für die Dörtalsweg-Anwohner sei das eine unhaltbare Situation, fasst Dr. Norbert Rücker als einer ihrer Sprecher den Ärger der Anlieger zusammen. Bürgermeister Simon Hartmann habe im Juni vorigen Jahres in einer Ratssitzung auf eine Anfrage hin versprochen, dass der Ausbau des Martinsgrabens im Oktober 2019 starten sollte, die Bauphase selbst würde fünf Monate dauern. Passiert sei jedoch bis heute nichts.

Vom Rat mit großer Mehrheit beschlossen wurde der Ausbau bereits Anfang September 2018. Eine Zeitverzögerung für die folgende Planung gab es dann, wegen einer fehlenden Umweltverträglichkeits-Vorprüfung, die wegen der notwendigen Verlegung des Martinsgrabens notwendig wurde. Die Planung für die Baustraße und auch die später endauszubauende Straße wurde schließlich Ende Juli 2019 vorgestellt, sodass die Stadt mit einem Baustart für Oktober rechnete. Doch daraus wurde trotz bereitgestellten Geldes für den Bau nichts. Grund: Es fehlte die Baureife, weil auch für die Straße entweder ein Planfeststellungsverfahren oder aber ein Bebauungsplan notwendig ist. Den gibt es aber nach wie vor nicht, er ist noch nicht einmal in der Aufstellung.

Die Stadt hält ungeachtet der zeitlichen Verzögerung an ihrer Grundsatzentscheidung zum Ausbau des Martinsgrabens fest, bestätigt indessen Bürgermeister Simon Hartmann auf HNA-Anfrage. Hierzu befinde sich die Bauverwaltung in „zielgerichteten Gesprächen mit einem möglichen Erschließungsträger“. Ziel bleibe der Endausbau der Straße Am Martinsgraben, wofür jetzt die Voraussetzungen geschaffen werden müssten.

Dass derzeit der Bauverkehr über den Dörtalsweg fließe, sei für die Anwohner sicher bedauerlich, so Hartmann weiter. Bei der Sanierung des Dörtalswegs sei diese Möglichkeit jedoch bereits berücksichtigt worden. Die Stadt sei stets gesprächsbereit gegenüber den Anliegern und auch gewillt, gemeinsam mit den Bauträgern und den Anliegern Lösungen für die Übergangszeit zu erarbeiten, um die Beeinträchtigungen durch den Baustellenverkehr zu verringern.

Northeims Baurat Frederik Backhaus stellt zudem klar, dass am Martinsgraben keine temporäre Bau-, sondern eine auf Dauer angelegte Erschließungsstraße gebaut werden soll. Mit dem dafür jetzt aufzustellenden Bebauungsplan solle nicht nur der Bau der Straße, sondern auch die weitere bauliche Entwicklung des Neubauareals zwischen Freiherr-vom-Stein-Straße und der Verlängerung der Sudheimer Straße abgesichert werden. Für die Planaufstellung befinde sich die Stadt in Gesprächen mit einem Erschließungsträger sowie den Grundeigentümern.

Stadt finanziert Baustraße vor

Die Baustraße mit einer ersten Asphaltdecke, deren Baukosten Planerin Belinda Bleibaum vom Northeimer Ingenieurbüro Lüning im Juli 2019 schon einmal auf 405 000 Euro beziffert hatte, werden laut Stadtbaurat Frederik Backhaus aus städtischen Mitteln finanziert. Der Erschließungsträger der Bauflächen entlang der Straße soll dann die umlagefähigen Erschließungskosten tragen. Der Planentwurf sieht einen Endausbau erst vor, sobald 90 Prozent der Grundstücke auf den Bauflächen entlang der Straße bebaut sind. Er ist laut Planerin nach heutigen Preisen mit 250 000 Euro anzusetzen.

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