Ausbildungsmessen in Northeim und Göttingen abgesagt

Zukünftige Fachkräfte werden gesucht – Zahl der Ausbildungsplätze geht zurück

Maurer zeigen ihr Handwerk in der Ausstellungshalle des Beruf-Infomarktes.
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Sich Berufe live anzuschauen und sich vor Ort zu informieren, ist coronabedingt in diesem Jahr nicht möglich: Der Northeimer Berufs-Info-Markt und auch die Göttinger Göbit wurden abgesagt. (Archivfoto)

Aufgrund der Corona-Pandemie läuft die Suche nach einem Ausbildungsplatz in diesem Jahr unter besonderen Bedingungen. Die regionalen Ausbildungsmessen wurden bereits abgesagt.

Landkreis Northeim – Mit dem Halbjahreszeugnis in der Hand bewerben sich die Schüler der Abschlussklassen in der Regel auf einen Aus- oder Studienplatz oder informieren sich auf einer der Ausbildungsmessen, welche beruflichen Perspektiven sie entwickeln können.

„Wir haben uns am 21. Januar, nach Abstimmung mit allen Beteiligten, dazu entschlossen, den Berufsinformationsmarkt abzusagen“, so Gernot Bollerhei, Marketingchef der Kreis-Sparkasse Northeim (KSN). Auch das Göttinger Gegenstück, die Göbit, wurde bereits abgesagt. Doch anders als in Northeim, wird hier vom Göttinger Wirtschaftsverband Measurement Valley eine Art Online-Messe angeboten.

„In diesen Tagen schalten wir die Seite goebit-on-tour.de frei“, so die Verantwortliche Claudia Trepte. Auch Northeimer Firmen sind hier mit Informationen und Aktionen vom 1. bis 5. März vertreten. So bietet beispielsweise die Firma Thimm Verpackungen ein virtuelles Kurzpraktikum an, das Unternehmen Continental ermöglicht online Einzelberatungen. Darüber hinaus gibt es ein vielseitiges Online-Programm mit Live-Diskussionen oder Videofilmen auf Youtube. Zudem stehen den Abschlussschülern auch zahlreiche Informationsangebote der Agentur für Arbeit zur Verfügung.

Jugendlichen, die noch keine konkrete Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft haben, bietet die Agentur für Arbeit über das Portal Check U, eine erste Orientierung bezüglich ihrer Talente und Stärken und der dazu passenden Ausbildungsberufe und Studiengänge (arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt).

Wer mehr über einen konkreten Beruf erfahren möchte, findet Informationen rund um Ausbildung und Beruf unter berufenet.arbeitsagentur.de oder arbeitsagentur.de/berufetv.

Außerdem bietet die Arbeitsagentur montags und donnerstags von 10 bis 12.30 Uhr und donnerstags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr unter Telefon 05 51/52 03 50 offene Sprechzeiten an. Dort können kurze Fragen beantwortet oder ein Termin für ein Beratungsgespräch vereinbart werden. Termine gibt es auch per E-Mail an goettingen.berufsberatung@arbeitsagentur.de, so Pressesprecherin Christine Gudd.

Schwierig sei coronabedingt gerade die Situation bei den Praktika. „Die Zeiten sind besonders“, so Gudd, Schulpraktika könnten gerade nicht stattfinden. Aber sie empfiehlt den Schülern, sich rechtzeitig auch privat zu kümmern. Es lohne sich, in den Betrieben nachzufragen, was möglich sei und sich gegebenenfalls für später „ins Spiel“ zu bringen.

Hans-Joachim Nüsse, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Northeim-Einbeck, wirbt für eine Ausbildung im Handwerk. Hier werde nach wie vor in fast allen Berufen fähiger Nachwuchs gesucht. Und die Arbeitsperspektiven im Handwerk seien sehr gut.

Aktuell sind 1944 Ausbildungsplätze im Agenturbezirk Göttingen gemeldet, das sind 5,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Für Northeim sind 306 Plätze (-7,6 Prozent), in Uslar 53 (-5,4 Prozent) und in Einbeck 148 (-14,9 Prozent) gemeldet, so Gudd.

Im Gastgewerbe gibt es angesichts der Pandemie einen Rückgang von 31,3 Prozent an Lehrstellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Trotzdem werden noch 112 Stellen auch in diesem Bereich angeboten. Im verarbeitenden Gewerbe gibt es einen Angebotsrückgang von 11,4 Prozent auf 441 Stellen. Im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen werden 385 Ausbildungsplätze, 19 (-4,7 Prozent) weniger als im Vorjahr, angeboten.

Ein Mehr an Ausbildungsplätzen gibt es hingegen im Bereich freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Mit 55 (+25,5 Prozent) mehr Stellen sind hier insgesamt 271 Ausbildungsplätze im Angebot.

Ein Zuwachs um 27,3 Prozent auf 163 (+35) Plätze wird auch im Gesundheits- und Sozialwesen verzeichnet, so die aktuellen Daten der Arbeitsagentur. (Rosemarie Gerhardy)

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