Kritik am Winterdienst

Autobahnmeisterei: "Wir brauchen Rettungsgasse zum Helfen"

+
Im Einsatz für Sicherheit und gegen den Winter: Zum Fuhrpark der Autobahnmeisterei Seesen gehören sechs Großfahrzeuge, ähnlichen denen auf unserem Foto, sowie vier Mannschaftsbusse.

Seesen/Echte. Nach dem Lastwagen-Brand am Dienstagabend auf der A7 bei Seesen gab es von Lesern auf HNA.de Kritik am Winterdienst. Wir haben mit der Autobahnmeisterei gesprochen.

Für die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei in Seesen war der Brand eines Lastwagens am Dienstagabend zwischen Seesen und Echte eine logistische Herausforderung. Der Notruf, der gegen 17 Uhr die Einsatzleitstelle der Feuerwehren im Kreis Goslar erreichte, löste eine ganze Reihe von Vorgängen bei der Autobahnmeisterei aus.

Zentrale Leitstelle 

Die Information über den Notruf des brennenden Sattelzugs auf der A7 wurde automatisch an die Verkehrsmanagementzentrale in Hannover weitergeleitet. Von dort aus werden die zuständigen Autobahnmeistereien über die Unfälle in ihrem Zuständigkeitsbereich informiert. „Wir haben drei Mitarbeiter jederzeit in Rufbereitschaft“, erklärt Stephan Fürsten, Leiter der Autobahnmeisterei in Seesen. Schnell sei klar gewesen, dass die Autobahnpolizei nicht nur die Südrichtung, sondern auch die Nordrichtung voll sperren lassen will. „Dafür sind drei Mitarbeiter natürlich viel zu wenig, weshalb wir weitere Mitarbeiter aus dem Feierabend alarmiert haben“, sagt Fürsten. So seien in kürzester Zeit zehn Personen der Meisterei im Einsatz gewesen.

So etwas sei nicht immer einfach, da auch die Autobahnmeisterei dem Arbeitszeitgesetz untersteht und Unfälle auf der A7 keine Seltenheit sind.

Ableitung von der A7

Die Autobahnmeisterei hat dann begonnen, die Unfallstelle abzusichern und den Verkehr komplett in Südrichtung von der Autobahn abzuleiten. Dazu stehen insgesamt sieben Großfahrzeuge zur Verfügung. Aus diesem Fuhrpark muss allerdings auch der parallel weiterlaufende Winterdienst bestritten werden. „Zur Absicherung von Unfallstellen dürfen nur noch Fahrzeuge mit einem Gewicht über 7,49 Tonnen verwendet werden“, erklärt Fürsten. Hintergrund seien Sicherheitsaspekte. Werde eine Unfallstelle mit einem der vier Mannschaftsbusse abgesichert und ein LKW fährt auf, kann das für die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei tödlich enden.

Rettungsgasse fehlte 

Trotz des großen Personaleinsatzes kamen die Einsatzkräfte nur schwer voran. Nicht nur die Feuerwehren hatten Mühe, an den Unfallort zu kommen, sondern auch die Autobahnmeisterei. „Auch wir haben Sonderrechte, wenngleich wir auch kein Blaulicht und Martinshorn haben“, berichtet Fürsten. Autofahrer machen den großen orangenen Fahrzeugen keinen Platz oder verschließen die Rettungsgasse nach Durchfahrt der Polizei direkt wieder. „Das ist leider kein Einzelfall. Doch solange wir nicht vorne am Unfallort ankommen, geht es auch nicht weiter“, appelliert Fürsten.

Alsbald wurden dann außerdem Autofahrer, die zwischen der Unfallstelle und der Autobahnabfahrt Seesen „eingeschlossen“ waren, über die ehemalige Park- und Rastanlage Seesen (heute Parkplatz Schwalenberg) von der Autobahnmeisterei abgeleitet.

Teamarbeit der Meistereien 

Deutlich widerspricht Fürsten dem Vorwurf, die Umleitungsstrecken seien nicht gestreut gewesen. „Der Winterdienst war gemäß den Anforderungen des Bundes jederzeit auf der Autobahn und den offiziellen Umleitungsstrecken gewährleistet.“ Allerdings sei unter anderem die B 248 nicht dafür ausgelegt, den kompletten Autobahnverkehr aufzunehmen. Gemeinsam mit den Straßenmeistereien Seesen und Northeim habe man auch weit nach 23 Uhr aufgrund des Unfalls die Strecken gestreut.

Der Einsatz sei für die Autobahnmeisterei dann aber nicht zu Ende gewesen. So wurde die Verkehrssicherheit auf der A7 nach Bergung des ausgebrannten Lastwagens wieder hergestellt und die beschädigte Fahrbahn abgesichert.

Infos zur aktuellen Verkehrslage gibt es hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.