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Kreis-Sparkasse Northeim reagiert auf Proteste nach Filialschließungen

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Von: Olaf Weiss

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So sollen die SB-Pavillons aussehen: Die KSN-Vorstände Ute Assmann (links) und Bernd Sommer (rechts) präsentierten (von links) Lindaus Ortsbürgermeister Rainer Schmidt, den Bürgermeisters Jens Meyer, Torsten Bauer, Uwe Ahrens und Volpriehausens Ortsbürgemeisterin Sonja Gierke ein Bild der Geräte, die nun bestellt werden sollen.
So sollen die SB-Pavillons aussehen: Die KSN-Vorstände Ute Assmann (links) und Bernd Sommer (rechts) präsentierten (von links) Lindaus Ortsbürgermeister Rainer Schmidt, den Bürgermeistern Jens Meyer, Torsten Bauer, Uwe Ahrens und Volpriehausens Ortsbürgemeisterin Sonja Gierke ein Bild der Geräte, die nun bestellt werden sollen. © Olaf Weiss

In drei von sieben Ortschaften, in denen die Kreis-Sparkasse Northeim (KSN) Frühjahr Geschäftsstellen geschlossen hat, sollen demnächst sogenannte Selbstbedienungspavillons aufgestellt werden.

Northeim – Das hat die Vorstandsvorsitzende der KSN, Ute Assmann, am Montag bei einem Gespräch mit den betroffenen Bürgermeistern angekündigt. Der KSN-Verwaltungsrat habe dem Vorschlag des Vorstandes zugestimmt.

Als Standorte seien die größeren Orte ausgewählt worden, wo in der Vergangenheit vergleichsweise mehr Transaktionen (Ein- und Auszahlungen) stattgefunden hätten, erklärte Assmann: Lindau, Kalefeld und Volpriehausen. Die KSN hatte außerdem in Düderode, Sebexen, Höckelheim und Sudheim ihre Geschäftsstellen im Frühjahr geschlossen.

Mit leichter Enttäuschung nahmen die Bürgermeister Torsten Bauer (Uslar) und Uwe Ahrens (Katlenburg-Lindau) zur Kenntnis, dass an den SB-Pavillons neben Ein- und Auszahlungen nur Kontostandsabfragen möglich sein werden. Die sprengsicheren Geräte seien behindertengerecht nicht anders zu bekommen, begründeten Assmann und der Kalefelder Bürgermeister Jens Meyer, der Mitglied im KSN-Verwaltungsrat ist, die Geräteauswahl. SB-Pavillons, die auch Terminals zur Eingabe von Überweisungen enthielten, gebe es nur zum Betreten durch eine mit einer hohen Stufe versehenen Tür. Überweisungsaufträge könnten telefonisch erteilt werden, so Assmann. Dieser Service werde auch zunehmend genutzt.

Sie bat um Geduld. Die Lieferzeiten für die Pavillons betragen nach ihren Worten rund zwölf Wochen, sodass sie wohl erst Ende November, Anfang Dezember installiert werden können. Die Klärung, wo sie in den drei Orten aufgestellt werden sollen, laufe.

„Wir müssen aus den Wohngebäuden raus“, sagte die KSN-Chefin zu der Frage, wieso die Geldautomaten nicht in den bisherigen Geschäftsstellen oder anderen Gebäuden errichtet werden. Das Risiko, dass bei einer Sprengung Personen zu Schaden kommen, sei zu groß. Ähnlich äußerte sich auch Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.„Wir haben ein Interesse, dass die genutzt und frequentiert werden“, betonte KSN-Vorstandsvorsitzende Ute Assmann, dass die Aufstellung der SB-Pavillons keine sechsstellige Alibiinvestition sein soll.

Als einen Kompromiss, den man eingehe, bezeichnete Katlenburg-Lindaus Bürgermeister Uwe Ahrens die SB-Pavillons in den drei Orten. Sein Uslarer Amtskollege, Torsten Bauer, erinnerte daran, dass die betroffenen Stadt- und Gemeinderäte den Bürgermeistern den Auftrag erteilt hätten, sich für den Erhalt der geschlossenen Filialen einzusetzen.

Ahrens appellierte, die SB-Pavillons nach ihrer Aufstellung auch zu nutzen. Dank einer Kooperation der KSN mit der VR-Bank Mitte könnten in seiner Gemeinde die Kunden beider Kreditinstitute die Geldautomaten der jeweils anderen Bank ohne Extragebühren nutzen.

Nach den beiden Überfällen auf die KSN-Filialen in Höckelheim im Januar und in Sudheim in Februar waren diesen beide Geschäftsstellen sowie die in Düderode, Kalefeld, Lindau, Sebexen und Volpriehausen Ende Februar geschlossen worden – aus Sicherheitsgründen, wie es hieß. Nachdem die mutmaßlichen Täter der Banküberfälle gefasst worden waren, hatte die KSN im April bekannt gegeben, dass sie die sieben Filialen nicht wieder öffnet.

Die Schließungen seien auch eine Konsequenz aus dem veränderten Kundenverhalten, hatte Assmann die Entscheidung damals begründet. In den jeweils nur an zwei Tagen geöffneten Geschäftsstellen seien häufig nur drei Kunden gekommen.

Neben dem Ausweichen auf andere Geschäftsstellen und dem Verweis aufs Online-Banking hatte die KSN ihren Kunden in den sieben Ortschaften damals auch angeboten, gegen Gebühr Bargeld per Wertbrief nach Hause zu schicken. Niemand habe dieses Angebot genutzt, sagte Assmann. Vor allem in Lindau und Volpriehausen hatte es Proteste gegen die Schließungen gegeben. Der Lindauer Ortsrat und der Gemeinderat von Katlenburg-Lindau sowie der Uslarer Rat hatten Resolutionen für den Erhalt beschlossen. An einer Demonstration vor der KSN-Hauptstelle hatten sich 80 Menschen beteiligt.

Die KSN ist dabei, die Gebäude der geschlossenen Filialen zu verkaufen. Auf Basis von Verkehrswertgutachten hatte sie mit Bieterverfahren erfolgreich Käufer gesucht. „Es wird keinen Leerstand geben“, betonte Assmanns Vorstandskollege Bernd Sommer. Er kündigte eine Aufwertung der Standorte durch die neuen Besitzer an. Durch Neuansiedlungen entstünden auch neue Arbeitsplätze.

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