Rekord in der Helios-Klinik: 478 Geburten in einem Jahr

Babyboom in Northeim

Blick in einen Kreißsaal der Northeimer Helios-Klinik. Im Northeimer Albert-Schweitzer-Krankenhaus gibt es zwei davon sowie einen weiteren Entbindungsraum, in dem Wannengeburten möglich sind.
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Blick in einen Kreißsaal der Northeimer Helios-Klinik. Im Northeimer Albert-Schweitzer-Krankenhaus gibt es zwei davon sowie einen weiteren Entbindungsraum, in dem Wannengeburten möglich sind.

Das Coronajahr 2020 hat für die Northeimer Helios-Klinik einen Allzeit-Rekord bei den Geburten gebracht.

Northeim - Insgesamt 478 Mädchen und Jungen haben vom 1. Januar bis zum 31. Dezember in den Kreißsälen des Hauses das Licht der Welt erblickt.

Dies ist der bislang höchste Jahreswert für die Northeimer Klinik. Gegenüber dem Vorjahr verzeichnete die Geburtshilfe in Northeim 20 Prozent mehr Geburten. Noch vor fünf Jahren, im ersten Jahr nach dem Umzug ins neue Haus am Northeimer Stadtrand, wurden dort lediglich 362 Babys geboren. Einen leichten Zuwachs gab es dann nach Schließung der Geburtshilfe in Bad Gandersheim Ende 2016. Doch einen richtigen Sprung nach oben gab es nun im vorigen Jahr.

Ford Cheikh Baker

„Den Rückmeldungen der Eltern entnehmen wir, dass sie sich immer häufiger bewusst für eine Geburt in unserer Klinik entscheiden“, begründet Ford Cheikh Baker, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe in der Northeimer Helios-Klinik, die hohe Geburtenzahl.

Zugleich stellt der Mediziner allerdings klar, dass der Babyboom in Northeim nicht auf Corona und die damit verbundenen Lockdowns sowohl im Frühjahr als auch wieder ab Mitte November zurückzuführen ist. Vielmehr waren die Monate Januar und Februar 2020 die geburtenreichsten.

Eine Auswirkung hat die Pandemie allerdings schon auf die Geburtshilfe im Northeimer Krankenhaus. So sei die Verweildauer nach der Geburt seit Beginn der Pandemie gesunken, nämlich von drei bis vier Tagen auf durchschnittlich zwei Tage nach spontaner Geburt und drei Tage nach einem Kaiserschnitt.

„Generell berücksichtigen wir den Wunsch, den Klinikaufenthalt so kurz wie möglich zu halten und Mutter und Kind zeitnah zu entlassen, sofern der Gesundheitszustand dies ermöglicht“, sagt Cheikh Baker. Dies entspreche auch den aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. „Die Nachsorge zu Hause nehmen die freiberuflichen Hebammen selbstverständlich weiterhin vor.“

Großes Ärzte- und Hebammenteam

Die Geburtshilfe in der Helios-Klinik Northeim ist fachlich gut besetzt. So gibt es neben dem Chefarzt zwei Oberärztinnen (ein/e weitere/r wird derzeit gesucht) und acht freiberufliche Hebammen mit Beleganbindung an die Klinik (weitere werden gesucht). Es stehen zwei voll ausgestattete Kreißsäle mit Direktanbindung zum OP sowie zusätzlich ein spezielles Entbindungszimmer für Geburten zur Verfügung. Nahezu alle gängigen Geburtstechniken bietet die Klinik an.

Begleitperson darf mit zur Geburt

Selbstverständlich gelten in Corona-Zeiten auch für die Geburtshilfe der Northeimer Helios-Klinik besondere Regeln. Klinik-Pressesprecher Martin Wilmsmeier weist allerdings darauf hin, dass bei der Geburt, auch bei Kaiserschnitten, eine Begleitperson erlaubt sei.

Die Begleitperson müsse gesund und symptomfrei sein und sie dürfe keinen Kontakt zu positiv auf das Coronavirus getesteten Personen gehabt haben. Es sei kein Wechsel der Begleitperson erlaubt.

Die Begleitperson könne sogar stationär in einem Familienzimmer, das mit in der Geburtshilfestation integriert ist, mit aufgenommen werden, fährt Wilmsmeyer fort. Bei einer stationären Aufnahme erfolge dann auch für die Begleitperson ein Abstrichtest auf das Coronavirus.

Auf der Wöchnerinnenstation seien Besuche der Begleitperson von höchstens eine Stunde täglich nach Rücksprache unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln erlaubt.

Leider, so Wilmsmeyer weiter, könnten wegen Corona Geburtsvorbereitungskurse derzeit nicht stattfinden. Man plane aber, sie sofort wieder anlaufen zu lassen, sobald es der Pandemieverlauf wieder erlaube. So habe die Klinik auch im Sommer und Herbst 2020 unter strengen Hygieneregeln und mit reduzierter Teilnehmerzahl zeitweise entsprechende Angebote machen können.

Neues Elternzentrum ist geplant

Als nächsten großen Schritt plane die Geburtshilfe der Northeimer Klinik, so bald wie möglich ein Elternzentrum zu eröffnen. Der Start habe wegen der Corona-Pandemie zunächst verschoben werden müssen, heißt es vom Klinik-Sprecher.

Im neuen Elternzentrum soll werdenden oder frisch gebackenen Eltern oder auch Großeltern eine Vielzahl von Angeboten rund ums Baby im Haus zur Verfügung stehen.

Unter anderem soll es dort eine Babyambulanz, Wickelkurse, Aromatherapie-Angebote, Ernährungsberatung, Osteopathie und Babymassage geben.

Weitere Informationen zur Geburtshilfestation in Northeim sind online auf der Internetseite helios-gesundheit.de/geburtshilfe-northeim abrufbar. Für Fragen ist das Kreißsaal-Team der Helios-Klinik Northeim unter Tel. 0 55 51/97 19 09 erreichbar.

(von Axel Gödecke)

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