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Pilgerreise: 600 Kilometer für den Frieden

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Von: Jacob von Sass von Sass

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Pilger Dr. Reinhard Billmeier ist gut in Bad Gandersheim angekommen und froh darüber, seine Pilgerkarre entladen zu haben.
Pilger Dr. Reinhard Billmeier ist gut in Bad Gandersheim angekommen und froh darüber, seine Pilgerkarre entladen zu haben. © jakob von sass

Im Angesicht des Krieges ist der Wunsch nach Frieden bei den meisten Menschen aktuell wohl größer als je zuvor. Schnell vergesse man allerdings, dass zum Frieden auch der innere Frieden mit einem selbst zähle, , sagt der ehemalige Unternehmens-Psychologe Dr. Reinhard Billmeier. Genau dieser lasse sich am besten auf einer Pilgerreise finden.

Bad Gandersheim – Am 8. April startete der 77-jährige Hildesheimer mit seiner Reise in Berlin und legte diese Woche einen Zwischenstopp in Bad Gandersheim ein. Billmeier pilgert allerdings nicht nur, um seinen inneren Frieden zu entdecken, sondern vor allem um Spenden für das ehemalige Benediktinerkloster in Gerode zu sammeln, welches östlich von Duderstadt im Landkreis Eichsfeld gelegen ist.

In diesem will der gemeinnützige Verein Weg der Mitte, in dem auch Billmeier Mitglied ist, eine internationale Begegnungsstätte für Kultur und Frieden schaffen. Hierbei ginge es vor allem darum, dass an dem Ort in Zukunft Menschen, egal welcher Konfession sie angehörig seien, zusammenkommen, um untereinander in einen Austausch zu kommen und Friedensarbeit zu leisten, so der 77-Jährige.

Rund 600 Kilometer wird Billmeier am 8. Mai zurückgelegt haben, wenn er im Kloster bei Gerode ankommt. An jedem Tag seiner Pilgerreise versucht er um die 20 Kilometer zu laufen. „Im Moment sind es vielleicht auch ein paar weniger, so um die 17 bis 18“, sagt er schmunzelnd.

Höhepunkte seiner Tour seien immer wieder Leute, die sich ihm für ein paar Stunden oder sogar einem ganzen Tag anschließen und mitpilgern: „Diese Momente sind immer emotional sehr bewegend. Ich kann teilweise sehr tiefgründige Gespräche führen und erfahre so auch große Unterstützung.“ Ebenfalls bieten ihm auch immer wieder Freunde oder Mitglieder des Vereins ein Bett für die Nacht und etwas zu essen an. So sei er in Bad Gandersheim im Zentrum für Salutogenese untergekommen, welches von seinem Freund Theodor Petzhold betrieben werde, berichtet Billmeier.

Neben den Begegnungen mit Freunden und Unterstützern und dem Sammeln von Spenden steht auch bei seiner Reise die Friedensarbeit im Mittelpunkt. So sagt er: „Nur wer mit sich selbst Frieden geschlossen hat, zum Beispiel durch eine Pilgerreise, kann auch den Frieden in die Welt nach außen tragen.“

Mittlerweile ist der Hildesheimer auf dem letzten Abschnitt seiner Tour angelangt. Am Freitag wird er um 19 Uhr im Yogazentrum des Wegs der Mitte, Groner Straße 11, in Göttingen erwartet. Dort möchte er mit allen Interessierten ins Gespräch kommen und meditieren, um den inneren Frieden erlebbar zu machen. Auch lassen sich die Route und die einzelnen Stationen seiner Reise unter in-frieden-kommen.de nachvollziehen. (Jakob von Sass)

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