Geschäftsführer, Intendant und Förderverein bitten um Spenden

Absage bedroht die Existenz der Domfestspiele

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Bad Gandersheim – Nach der coronabedingten Absage der Domfestspiele geht es für das Freilichttheater vor der Stiftskirche ums Überleben. „Das ist eine finanzielle Katastrophe, die unsere Existenz bedroht“, sagt der Geschäftsführer Thomas Groß.

Er, Intendant Achim Lenz und der Vorsitzende des Fördervereins der Domfestspiele, Dr. Hinrich Bönicke, appellieren an die Besitzer von Karten, möglichst auf die Rückgabe der Karten und die Erstattung des Preises zu verzichten. Wer den Ticketpreis spendet (Spendenquittungen werden ausgestellt), helfe am meisten, die Zukunft der Domfestspiele zu sichern.

Thomas Groß, Domfestspiel-Geschäftsführer

Als dritte Möglichkeit bieten die Domfestspiele noch an, Karten in Gutscheine fürs kommende Jahr zu tauschen. Das entlastet zwar jetzt den finanziellen Druck, reduziert aber das Kartenkontingent, das im nächsten Jahr verkauft werden kann – und somit die Einnahmen 2021.

Summen, wie viel Geld die Vorbereitung der nun abgesagten Festspielsaison bereits gekostet hat und wie viel im Vorverkauf eingenommen worden ist, nennt die gemeinnützige Domfestspiel GmbH nicht. Aber angesichts von bereits rund 30 000 Karten, die schon verkauft waren, geht es wohl auf der Einnahmenseite um einen Betrag im oberen sechsstelligen Bereich. Die Kartenpreise liegen zwischen 23 und 44 Euro für das Schauspiel „Faust“, das Musical „Flashdance“ und die musikalische Komödie „Die Drei von der Tankstelle“, wobei rund die Hälfte der Sitzplätze in die höchste Preisgruppe fallen. Der Eintritt für das Kinderstück „Das Dschungelbuch“ beträgt 16 Euro für Erwachsene und 7 Euro für Kinder. Geplant ist, dieses Programm nun im nächsten Jahr aufzuführen.

Vier Werktage nach Bekanntgabe der Absage ist noch kein Trend erkennbar, wie sich das Publikum verhält, sagte Domfestspiel-Pressesprecher Frank Bertram. Das sei frühestens Ende Mai möglich. Noch nicht ganz klar ist auch, wie sich die Förderer und Sponsoren nach der Absage verhalten. Mit ihnen sei man im Gespräch, berichtete Bertram – und: Dabei gebe es erste positive Signale, die Festspiele nicht im Regen stehen lassen zu wollen. 

für gekaufte Karten für die abgesagten Domfestspiele gilt folgende Regelung: Wer seine Tickets über das Internetportal Reservix online gebucht hat, erhält von dort eine E-Mail mit der Möglichkeit, entweder gegen eine Spendenquittung auf die Erstattung des gezahlten Eintrittspreises zu verzichten oder aber einen Gutschein zu erhalten. 

Wer seine Eintrittskarten direkt in der Kartenzentrale in Bad Gandersheim erworben hat, kann dort gegen eine Spendenquittung auf die Erstattung verzichten oder aber den Wert der Tickets in einen Gutschein umwandeln lassen. Auf Wunsch wird natürlich auch der Kartenpreis erstattet. Die Gutscheine sind einsetzbar für Kartenkäufe der Domfestspiele 2021. Die Kartenzentrale der Gandersheimer Domfestspiele an der Stiftsfreiheit ist allerdings wegen des Infektionsschutzes nur telefonisch unter 0 53 82/ 73 77 7 oder per E-Mail an kartenzentrale@gandersheimer-domfestspiele.de erreichbar. 

Wer seine Domfestspielkarten über eine andere Vorverkaufsstelle gekauft hat, den bittet die Domfestspiel gGmbH, sich dort zu melden.

Zwei Drittel des Etats aus dem Kartenverkauf

Der Etat der Domfestspiele beträgt nach HNA-Informationen 1,7 Millionen Euro. Zwei Drittel davon stammen aus dem Kartenverkauf. Der Rest setzt sich aus Förderbeiträgen von Bund, Land, Kultur-und Denkmalstiftung des Landkreises, Kreis-Sparkasse (KSN) sowie KSN-Stiftung plus Sponsoring zusammen. Größter Ausgabeposten sind mit 750 000 Euro die Personalkosten, also Künstlergagen sowie Löhne und Gehälter (jeweils einschließlich Sozialabgaben).

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