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Theaterfest lockte viele Besucher vor die Gandersheimer Stiftskirche

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Monty Python’s Spamelot: Rasante Tanzszenen der Ritterrunde wurden vor der Stiftskirche präsentiert – hier mit Tänzerinnen des Tanzstudios Baufeldt. 2
Monty Python’s Spamelot: Rasante Tanzszenen der Ritterrunde wurden vor der Stiftskirche präsentiert – hier mit Tänzerinnen des Tanzstudios Baufeldt. 2 © Axel Janssen

Appetit auf einen unterhaltsamen Theatersommer machte Intendant Achim Lenz mit seinem Ensemble beim Theaterfest am Sonntag vor und auf der Bad Gandersheimer Stiftskirchenbühne. In fünf kurzen Aufführungen, zumeist noch ohne große Ausstattung und Kostüme, erlebten die Zuschauer den aktuellen Stand der Proben.

Bad Gandersheim – Nicht erst zu den Premieren will Lenz sein Publikum erleben und lud daher bereits Mitte Mai zu einem ersten Kennenlern-Abend der Zuschauer ein – nun folgten die ersten Probenerfolge gut zwei Wochen vor der Festspielzeit, die am 19. Juni mit dem Familienstück „Die Schatzinsel“ beginnt.

Als „Warm-Up“ in der glitzernden Mittagssonne waren beim Theaterfest auch Tanzgruppen der Katlenburger Tanzschule Baufeldt mit dabei, deren Tänzer bei einigen Produktionen mitwirken. Die gut fünfzig Tänzerinnen hatten Tänze aus bekannten Musicals wie „Pocahontas“, „Hairspray“, „A Chorus Line“ und „Dschungelbuch“ vorbereitet. Sie erhielten viel Applaus der mehrere Hundert Zuschauer.

Als Theater für Kinder und Eltern ist „Die Schatzinsel“ gedacht, zu der Ferdinand von Seebach die Musik geschrieben hat.

Anders als im Roman von Robert Louis Stevenson sind in der Inszenierung von Regisseurin Sarah Speiser die Guten nicht immer die Guten, und auch die Bösen zeigen ihre positiven Seiten – das verspricht viel Diskussionsstoff für große und kleine Kinder.

Ziemlich sozialkritisch hat Regisseurin Sandra Wissmann das Spiel um Liebe, Erfolg, Geld und Glück in der Komödie „Der kleine Horrorladen“ angelegt. Lina Gerlitz und Lukas Witzel spielen die Angestellten Seymour und Audrey, die mit einer blut-fressenden Pflanze einen kleinen Blumenladen retten wollen.

Bereits nach wenigen Sekunden kamen die ersten Lachsalven: Wer als Königssohn die Prinzessin von Opperhausen heiraten muss, aber auf den rettenden Ritter wartet und für Vorhänge vom interessanten Ramba-Zamba-Laden im Ort schwärmt, hat alle Lacher auf seiner Seite. In der Inszenierung von Intendant Achim Lenz hat Choreografin Yara Hassan dem als „Ritter der Kokosnuss“ bekannten Plot im Ritterland von Camelot viele rasante Tanzszenen ins Drehbuch geschrieben, in der auch Publikumsliebling Lemuel Pitts gekonnt mittanzt.

2018 noch als Jedermann gefeiert, inszeniert Marco Luca Castelli dieses Jahr den Historien-Krimi „Der Name der Rose“ von Umberto Eco und präsentiert vor dem Portal der Stiftskirche auch einen Mörder – aber bis zur Auflösung bleibt es spannend, und so sprang Intendant Lenz wie bei allen Appetithappen kurz vor der Auflösung als humoristischer Spielverderber auf die Bühne und verwies auf einen Gandersheimer Sommer voller Theater. (Axel Janssen)

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