Modernisierung nicht bis zur Landesgartenschau angeschlossen

Bahn denkt über Verlegung des Bahnhofs von Bad Gandersheim nach 

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Barrierefreiheit ist eines der Probleme: Der Bahnhof der Kurstadt Bad Gandersheim hat weniger als 500 Fahrgäste am Tag. Das Bahnhofsgebäude (rechts) samt Vorplatz ist verkauft, weshalb dort keine Busse mehr wenden dürfen.

Was passiert mit dem Bahnhof in Bad Gandersheim? Auf diese Frage gibt es noch immer keine konkrete Antwort.

SPD-Landtagsabgeordneter Uwe Schwarz hatte sich Anfang Juli an das niedersächsische Wirtschaftsministerium mit der Bitte um Unterstützung gewandt, die HNA hat parallel bei der Bahn nachgefragt. Wir fassen den aktuellen Stand nachfolgend zusammen.

Schwarz hatte in seinem Schreiben betont, dass „die Haltestelle der Deutschen Bahn in der Kurstadt seit Jahren insbesondere wegen fehlender Barrierefreiheit, stetiger Verschlechterung des Serviceangebotes und zuletzt dem Wegfall der direkten Busanbindung in der Kritik“ stehe. Gerüchten zu Folge sei eine Verlegung des Bahnhofes geplant, dazu gebe es allerdings noch keine Bestätigung seitens der Bahn.

Die Deutsche Bahn teilt der HNA, bedingt durch Urlaubszeiten und laufenden Planungen, jetzt, drei Monate nach der offiziellen Anfrage mit, dass „mobilitätsgerechte Erneuerungen der Verkehrsstation Bad Gandersheim“ geplant seien. Zwei Bahnsteige mit neuer Beleuchtung, neuem Belag mit taktilem System für Sehbehinderte, Wegeleitsystem, neuem Wetterschutz und mehr geplant sei. Aktuell laufen Entwurfsplanungen zu den Planungen. Sind diese abgeschlossen, könne man ein Planfeststellungsverfahren einleiten. Wann konkret das passiert, das bleibt aber offen.

Ebenso die Frage, ob der Bahnhof verlegt wird. Dies prüfe man. „Hier dienen die Ergebnisse der Entwurfsplanung als Grundlage. Sobald sie vorliegen, werden wir sie der Stadt Bad Gandersheim vorstellen“, teilt Sabine Brunkhorst, Sprecherin der Deutschen Bahn, mit.

Zum zentralen Kritikpunkt der fehlenden Möglichkeit für Busse, den Bahnhof anzufahren, sagt die Bahn: „Lösungsmöglichkeiten und die jeweiligen Zuständigkeiten sind der Stadt Bad Gandersheim bekannt. Über den Umsetzungsgrad haben wir derzeit keine Kenntnis“.

Die Stadt Bad Gandersheim ist mit der aktuellen Situation mehr als unzufrieden. Laut Jürgen Schnute, Allgemeiner Vertreter von Bürgermeisterin Franziska Schwarz, seien möglicherweise fünf Lösungen bei der Bahn im Gespräch, wovon man konkret allerdings noch nicht wisse, um welche es sich handelt. Durchgedrungen seien „alles bleibt so, wie es ist“, sowie die Verlegung des Bahnsteigs auf Höhe der Brücke Northeimer Straße/Moritzstraße, wo durch Fahrstühle ein Zugang zu den Gleisen geschaffen werden könnte. Sowohl die Stadt als auch die Verkehrsverbünde hätten aber aktuell noch keinerlei Kenntnis, was nun passieren soll.

Eisenbahnbrücke an der Northeimer Straße/Moritzstraße: Einer der Standorte für einen möglichen Bahnhofsneubau in Bad Gandersheim.

Zur Aussage der Bahn, die Stadt habe Lösungsmöglichkeiten für den Busverkehr am Bahnhof, sagt Schnute: „Der neue Eigentümer hat deutlich gesagt, dass auf dem Wendeplatz kein Verkehr mehr möglich ist, da er diesen Raum für eigene Parkplätze braucht“. Es gebe zwar eine Lösung für einen neuen Buswendeplatz, der „würde allerdings eine sechsstellige Summe kosten, die zwar gefördert werden würden, aber für die Stadt dennoch erhebliche Kosten bedeuten“, so Schnute. Solange unklar sei, was die Bahn in Sachen Verlegung des Bahnhofes jetzt macht, wäre es sinnfrei, einen neuen Wendeplatz zu bauen.

Dass sich aktuell aber herausstelle, dass die Bauarbeiten der Bahn wohl nicht bis zur Landesgartenschau im Jahr 2022 abgeschlossen sein werden, stimmt die Gandersheimer Stadtverwaltung äußerst unzufrieden. „Viele Menschen, vor allem auch in der Mobilität eingeschränkte, fahren mit der Bahn. Wir brauchen zur Landesgartenschau unbedingt eine funktionierende Verkehrsanbindung“, so Schnute.

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