Besuchsverbot in Helios-Kliniken Northeim und Bad Gandersheim

Corona: 123 Infizierte im Glaubenszentrum Bad Gandersheim

Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test- Einrichtung gehalten.
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Laut Kreisverwaltung haben sich 123 Menschen im Glaubenszentrum Bad Gandersheim mit Corona infiziert.

Insgesamt 123 Bewohner und Mitarbeiter des Glaubenszentrums in Bad Gandersheim sind positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Das ist damit nahezu die Hälfte aller Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung. Das hat die Kreisverwaltung am Donnerstag mitgeteilt. Damit haben sich fast die Hälfte aller Mitarbeiter und Bewohner des Glaubenszentrums mit dem Coronavirus infiziert.

Nach den 52 positiv Getesteten am Mittwoch (HNA berichtete) sind von den noch ausstehenden 93 Testergebnissen nun noch einmal 71 Corona-Infizierte hinzugekommen. Das hat eine Landkreis-Sprecherin auf HNA-Anfrage mitgeteilt.

Damit liegt der Inzidenzwert im Kreis Northeim aktuell bei etwa 106 und gehört damit bundesweit zu den Landkreisen mit den höchsten Inzidenzzahlen.

Bei den Infizierten im Glaubenszentrum handelt es sich überwiegend um junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, heißt es weiter. Jüngster Fall ist ein einjähriges Kleinkind, der älteste Infizierte ist ein etwa 60-Jähriger, so die Kreisverwaltung weiter.

Als Reaktion auf den sprunghaften Anstieg von Corona-Infizierten im Glaubenszentrum Bad Gandersheim und damit im Landkreis Northeim haben die Helios-Kliniken Northeim und Bad Gandersheim am Donnerstag mit sofortiger Wirkung ein Besuchsverbot ausgesprochen.

Ausgenommen von dem Verbot sind laut Pressemitteilung lediglich Angehörige von Palliativpatienten, auch gebe es Ausnahmen für Eltern und Erziehungsberechtigte, wenn die Patienten Kinder sind sowie in Northeim von werdenden Vätern in der Geburtshilfe.

Am Freitag können laut Klinik-Mitteilung Angehörige von Patienten Kleidung, Hilfsmittel und andere Gegenstände, die von den Patienten dringend benötigt werden, zwischen 7 und 18 Uhr in Northeim und von 7 bis 16 Uhr in Bad Gandersheim jeweils an der Rezeption im Eingangsbereich der Klinik abgeben.

„Uns ist bewusst, dass wir mit dem erneuten Besucherstopp den Patienten und ihren Angehörigen viel abverlangen. Denn wenn Familie und Freunde zu Besuch ins Krankenhaus kommen, fördert das die Genesung. Gleichzeitig erhöhen die sozialen Kontakte aber das Infektionsrisiko“, sagte Klinikgeschäftsführer Johannes Richter.

Angesichts der jetzigen Situation im Landkreis Northeim habe man sich entschieden, rein vorsorglich erneut ein Besuchsverbot in den Kliniken zu verhängen.

Die Polizeiinspektion Northeim betonte auf Nachfrage, dass man natürlich in Bad Gandersheim wie auch in allen anderen Teilen des Landkreises verstärkt auf die Einhaltung der aktuellen Corona-Regeln achten und speziell in Bad Gandersheim eine erhöhte Präsenz zeigen werde.

Einzäunungen und eine Überwachung des Glaubenszentrums, wie im Sommer bei den Corona-Ausbrüchen in zwei großen Wohnkomplexen in Göttingen (HNA berichtete), werde es aber nicht geben. Kathrin Plikat

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