Erste Spielzeit als Intendant für Achim Lenz

Domfestspiele: Endspurt für den Bühnenaufbau

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Noch wird aufgebaut: Achim Lenz, Intendant der Gandersheimer Domfestspiele, freut sich auf seine erste Spielzeit in der neuen Funktion. Innerhalb einer Woche ergeben die vielen Einzelteile die Tribüne mit 999 Sitzplätzen. 

Bad Gandersheim. Die kommende Festspielzeit wirft ihre Schatten in Bad Gandersheim voraus. Wir haben beim Bühnenaufbau zugeschaut und mit Intendant Achim Lenz gesprochen.

Die Menschen in der Kurstadt bleiben stehen, machen Fotos und fragen auch mal nach, wie lange es noch dauert. In Bad Gandersheim ist unübersehbar, dass die kommende Spielzeit der Gandersheimer Domfestspiele indirekt schon jetzt begonnen hat. Metallteile werden getragen, Radlader fahren vor der Stiftskirche und mittendrin ist Achim Lenz, neuer Intendant der Festspiele, dem man die Vorfreude auf den Sommer jetzt schon ansehen kann.

Es ist ein runder Geburtstag für die Bühne, die seit 1997 jedes Jahr wieder vor der Stiftskirche aufgebaut wird. Und dabei muss vom ersten Teil an alles sitzen, sonst passt am Ende alles nicht mehr, wie Intendant Achim Lenz vor Ort verrät. Der Aufbau ist nicht nur für ihn ein ganz besonderer Abschnitt auf dem Weg zur Spielzeit. „Am Montag sind die Schauspieler angekommen, auch für die ist es spannend, zu sehen, wie das alles entsteht.“

Das riesige Konstrukt aus tausenden Einzelteilen wird über das Jahr in einem Nachbarort gelagert und jetzt nach festem Schema zusammengebaut. Nach den Rängen kommen die Nebenbereiche. Das sind die Requisiten und das Kostümzelt, danach die Lichttürme und die gesamte Beleuchtung und ganz am Ende der Ton.

Spezialfirma im Einsatz

Der ganze Aufbau ist für die Spezialfirma Nüssli, die ihren Hauptsitz in der Schweiz hat und weltweit Bühnen aufbaut, immer wieder eine Herausforderung. „Wir haben nur wenig Platz, Wohnhäuser direkt nebenan und müssen einen speziellen Schallschutz montieren“, erklärt Danny Richter von der Nüssli-Gruppe. Eine Woche sind er und sein zwölfköpfiges Team mit dem Aufbau beschäftigt. Damit alles passt, sind auf dem Stiftsplatz dauerhafte Markierungen angebracht, die jedes Jahr erneut verwendet werden können.

Viele Einzelteile: Die Tribühne vor der Stiftskirche.

Nach den langen Vorbereitungen, Schriftverkehr und Absprachen freut sich Lenz sehr über das, was auch viele Passanten immer wieder neugierig macht: „Das Tollste ist, dass man jetzt die Früchte ernten kann, die man gesät hat.“ Der Intendant sieht dieses Jahr erstmalig, wie die Bühne entsteht, verbunden mit der kleinen Angst, ob letztlich alles so passt, wie die Verantwortlichen es sich vorgestellt haben „Das ist wie ein Baum, der wächst.“

Nicht nur vor der Stiftskirche wird fleißig gearbeitet, auch die Schauspieler befinden sich schon voll in den Proben. Täglich von 10 bis 22 Uhr werden die vier Stücke gleichzeitig mit dem gesamten Ensemble geprobt.

Flair soll in die Stadt

Das war alles andere als einfach. „Es war für uns wieder eine Herausforderung, passende Proberäume zu finden. Das wird auch 2018 wieder zum Problem“, erklärt Lenz. Aktuell probe man in der Paracelsius-Klinik sowie in einer ehemaligen Kühlhalle. „Die Infrastruktur ist in Bad Gandersheim nicht die Einfachste.“ Außerhalb der Kurstadt Räume zu finden, sei aber keine Option. „Wir wollen das Flair hier in die Stadt holen. Hier gehen unsere Schauspieler nach Feierabend in die Restaurants und Bars.“ Und das soll auch in Zukunft für das Festspiel-Flair in der Kurstadt sorgen.

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