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Die ersten Gärten sind bereit für Besucher

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Von: Olaf Weiss

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Der erste Osterbergsee.
Erster Osterbergsee: Zwischen den beiden Ufern soll entlang der beiden über den See gespannten Seile eine kleine Personenfähre hin und her pendeln. Noch sind dazu aber nicht alle Versicherungsfragen geklärt. © Olaf Weiss

Gut 100 Tage vor Beginn ist auf dem Landesgartenschaugelände in Bad Gandersheim noch nicht alles fertig. Aber auch an einem Wintertag gibt es einen Eindruck davon, was die Besucher erwartet.

Bad Gandersheim – Repräsentativ ist anders: Der Weg aufs Landesgartenschaugelände führt zunächst noch durch einen Bauzaun. Während der Sprecher der Landesgartenschau (Laga), Frank Terhorst, zum Öffnen die Kombination des Fahrradschlosses einstellt, erzählt er, dass seit einiger Zeit das Problem unbefugten Betretens beseitigt sei. Nachdem der Bau des festen Zauns um das Gelände weit fortgeschritten ist, sei das letzte große Schlupfloch auf das Gelände geschlossen.

Am künftigen Haupteingang an der Dehnestraße stehen bereits die Servicecontainer.
Am künftigen Haupteingang an der Dehnestraße stehen bereits die Servicecontainer. © Olaf Weiss

Vom einstigen Hotel am See, in dessen Nachbarschaft der sogenannte Südeingang noch entstehen soll, auf das Laga-Gelände kommend, gibt es zunächst nicht viel Neues zu sehen. Der Rundsteg auf dem ersten Osterbergsee ist schon seit dem Sommer fertig. Dem Weg entlang des Nordufers folgend, bleibt der Blick kurz darauf an etwas in Plane Eingehülltes hängen, das zwischen einigen Stauden steht. Was sich darunter verbirgt, darf Terhorst nur grob erklären: Es ist das erste von acht Kunstwerken, die auf dem Gelände aufgestellt werden. Wie es aussieht und von wem es stammt, ist noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Der Fitnessparcours am südöstlichen Rand des Laga-Geländes ist bereits fertig.
Der Fitnessparcours am südöstlichen Rand des Laga-Geländes ist bereits fertig. © Olaf Weiss

Die 60 000 Stauden, die nach seinen Worten auf dem Gelände gepflanzt worden sind, sollen die Gewinner der einjährigen Laga-Verschiebung auf 2023 sein. „Die werden voluminöser wiederkommen“, ist sich der Sprecher sicher, dass sie sich den Besuchern im nächsten Jahr kräftiger, größer und schöner präsentieren werden, als wenn die Schau schon 2022 stattgefunden hätte.

Der Therapiegarten ist dem Yin-und-Yang-Symbol nachempfunden.
Der Therapiegarten ist dem Yin-und-Yang-Symbol nachempfunden. © Olaf Weiss

Kurz darauf die nächste Neuerung: Zwei sich an beiden Ufern des Sees gegenüberliegende Stege, die mit Seilen verbunden sind. Dort solle niemand herüber balancieren, erklärt Terhorst. Eine kleine Fähre soll dort während der Laga zwischen den Ufern pendeln – soweit jedenfalls die Theorie. Vor der Praxis müssen aber noch eine Reihe von Versicherungsfragen geklärt werden.

Apropos balancieren: Zwei Slacklines, auf der in 15 bis 20 Meter Höhe der Slackline-Weltmeister, Samuel Volery aus der Schweiz, und andere Kunststücke zeigen wollen, müssen noch gespannt werden. Fertig ist die Seebühne am südöstlichen Ende des zweiten Osterbergsees unweit des Haupteingangs. Die Sparkassen haben sich ihre Namensrechte gesichert.

Der Fitnessparcours am südöstlichen Rand des Laga-Geländes.
Auch der Fitnessparcours am südöstlichen Rand des Laga-Geländes ist bereits fertig. © Olaf Weiss

Auch im aus Richtung Innenstadt dahinter liegenden Spiel- und Sportpark der Laga ist schon Einiges fertig: neben dem Spielplatz auch der Fitnessparcours und einige der sechs geplanten Themengärten, darunter der Recyclinggarten, der aus Materialien entstanden ist, die alle vorher schon einmal für etwas Anderes benutzt worden sind. Auch der sogenannte Therapiegarten und der Saunagarten sind schon in ihrer abschließenden Gestalt in die Winterruhe gegangen.

Noch trocken: Der Wasserspielplatz.
Noch trocken: Der Wasserspielplatz. © Olaf Weiss

Auf dem Weg zurück zum Baustelleneingang am Hotel ist ein Abstecher zum nahezu fertigen Sole-Naturbad, das integrierter Teil der Laga ist, und zum angeschlossenen, fertiggestellten Wasserspielplatz obligatorisch. In ihrer Nachbarschaft ist zu sehen, was vor allem noch zu tun ist: Der Pavillon der Regionen ist noch in Arbeit, vom Cateringzelt steht bisher nur das Gestänge, und auch der dazugehörige Außenbereich fehlt noch. Die Blumenhalle – Teil jeder Laga – muss noch aufgestellt werden. Die Friedhofsgärtner haben ihren Bereich ebenfalls noch nicht gestaltet.

Und, was bei so einem Rundgang gar nicht auffällt: Auch einige Blumenzwiebeln müssen noch in die Erde. (Olaf Weiss

„Wir liegen voll im Zeitplan“

„Aus der Bahn werfen kann uns eigentlich nichts mehr.“ Nach den Worten von Laga-Geschäftsführerin Ursula Hobbie können von den bekannten Risiken Pandemie, Lieferschwierigkeiten oder extrem harter Winter einen pünktlichen Beginn der Landesgartenschau nicht mehr verhindern. „Wir liegen absolut im Zeitplan.“

Ursula Hobbie, Geschäftsführerin der Landesgartenschau.
Ursula Hobbie, Geschäftsführerin der Landesgartenschau. © Imma Schmidt

Allerdings müsse die während der Laga anstehende organisatorische Arbeit noch auf weitere Schultern verteilt werden. „Wir brauchen dringend eine Verstärkung des Teams, sowohl für die Phase im Vorfeld der Schau als auch für die Zeit der 185 Veranstaltungstage. Es gebe noch unbesetzte Stellen.

Auch die Kooperation mit der nahezu zeitgleich stattfindenden Landesgartenschau im westfälischen Höxter hat Gestalt angenommen. Beide seien zusammen auf Tourismusmessen aufgetreten – teilweise auch mit Fulda, wo im kommenden Jahr die hessische Landesgartenschau stattfindet. Nach den Worten von Hobbie wird an gemeinsamen Paketen für Busreisen gearbeitet.

Offen ist noch, ob es Rabatte für Besucher der einen Landesgartenschau beim Besuch der anderen geben wird. Dazu sei man noch in Verhandlungen. Ein solches Angebot würde Einnahmeverluste für beide Schauen bedeuten. (ows)

Von Chorkonzert bis Lichterwoche

Nicht nur gestaltetes Grün soll die Laga bieten, die vom 14. April, bis zum 15. Oktober, unter dem Motto „Garten. Fest. Spiele“ stattfindet. Auch das 1500 Punkte umfassende Veranstaltungsprogramm verspricht einiges:

Prominente: Die als Freunde naturwissenschaftlicher Experimente bekannten Comedians Wigald Boning und Bernhard Hoëcker kommen laut Terhorst ebenso, wie die Jazz-Band Masaa, Gewinner des Deutschen Jazzpreises 2021, mit dem Gitarristen Reentko Dirks, der aus der Kurstadt stammt. NDR-Moderator Michael Thürnau will in der Outdoorküche kochen.

Wettbewerbe: Die niedersächsischen Landschaftsgärtner wollen auf der Laga ihre Besten ermitteln. Und die Floristen werden, so Laga-Sprecher Terhorst, in Bad Gandersheim um die Silberne Rose wetteifern.

Chorfeste: Chöre des Niedersächsischen Chorverbandes haben sich zu einem Frühlingskonzert angesagt. Das Herbstfest der Chöre findet mit Chören aus der Region des Chorverbands Niedersachsen-Bremen statt.

Themenwochen: Es sind spezielle Veranstaltungswochen und -wochenenden geplant: so die Woche der Macher über Ausbildung und Berufswege, das Blaulichtwochenende, an dem sich Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste präsentieren, die Literaturwoche, in deren Verlauf regionale Krimi-Autoren auftreten, und die Lichterwoche, in der eine Lasershow das Gelände illuminieren soll. (ows)

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