Auch Bundeswehrsoldaten waren im Einsatz

Flüchtlingsunterkunft: Plötzliches Aus verärgert die Helfer

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Lagebesprechung: Einsatzkräfte der Feuerwehr halfen beim Räumen der Flüchtlingsunterkunft.

Bad Gandersheim. Das jähe Aus für das kurz vor der Eröffnung stehende Flüchtlingswohnheim in einem ehemaligen Kurhotel in Bad Gandersheim sorgt bei den Hilfsorganisationen und privaten Helfern für Verärgerung.

Das Innenministerium, das den Abbruch der Vorbereitungen am späten Donnerstagnachmittag anordnete, steht in der Kritik. Insbesondere der Punkt, dass laut Innenministerium die fehlende Brandschutzversicherung Grund für die Absage sein soll, stößt in Helferkreisen und weiten Teilen der Einwohnerschaft auf Unverständnis. Gemutmaßt wird vielmehr, dass rein finanzielle Gründe, wie etwa die Stellung einer Kaution vom Land, zum Scheitern geführt haben. 

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Zu diesen Vorwürfen wollte sich das Innenministerium am Freitag nicht äußern, weil sie in ihm konkret nicht bekannt seien. Pressesprecher Matthias Eichler wiederholte auf Nachfrage der HNA lediglich, dass der Vermieter die Brandschutzversicherung entgegen vorheriger Zusicherung nicht habe sicherstellen können. Deshalb habe man den Vertrag nicht abschließen können. 

Da das Land innerhalb kürzester Zeit Notunterkünfte finden und bereit stellen müsse, sei eine langwierige Ursachenforschung nicht möglich gewesen, warum sich der Vermieter nicht an die Vereinbarung gehalten habe. In vielen Orten der Stadt Bad Gandersheim heulten am Donnerstag gegen 18.30 Uhr die Sirenen, um Feuerwehrleute zum Räumen des Hotels zu beordern. Denn nachdem der Mietvertrag geplatzt war, forderte der Eigentümer die unverzügliche Räumung des Gebäudes. Rund 150 Helfer waren im Einsatz, um all das, was in den vier Tagen zuvor hergerichtet wurde, wieder abzubauen.

Aktualisiert um 16.29 Uhr.

„Wir sind fassungslos“, beschrieb Johanniter-Pressesprecherin Maike Müller am Donnerstagabend die Situation. Zum Teil hätten die Helfer rund um die Uhr gearbeitet, um möglichst schnell fertig zu werden. Die Betten waren bezogen, in jedem Zimmer lagen Zahnbürsten, Duschgel und Handtücher bereit. Die Kleiderkammer war ebenfalls eingerichtet. Nur die Registratur fehlte noch.

Stattdessen wurde das Hotel innerhalb weniger Stunden wieder leergeräumt. 70 Feuerwehrleute und 40 Bundeswehrsoldaten halfen den 40 Einsatzkräften von Johannitern und Deutschem Rotem Kreuz.

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