Eröffnungsfeier des Freilichttheaters vor der Stiftskirche

Gandersheimer Domfestspiele eröffnet: Rufe nach mehr Geld

+
Nach der Premiere: Intendant Achim Lenz (links) stellte die Schauspieler vor, die im „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal agieren. Hier verbeugt sich gerade, Felicitas Heyerick, die die Buhlschaft spielt.

Bad Gandersheim. Mit Appellen an Bund und Land, sich mit einer dauerhaften Förderung zu den Domfestspielen zu bekennen, sind am Freitagabend vor der Premiere des Schauspiels Jedermann die 60. Festspiele in der Kurstadt eröffnet worden.

Im Mittelpunkt der Reden in der Bad Gandersheimer Stiftskirche stand dabei die Bedeutung der Kultur im Allgemeinen und der Domfestspiele im Besonderen.

Uwe Schwarz

Es sei notwendig, Theater nicht nur in den Ballungsräumen auf eine verlässliche Grundlage zu stellen, forderte der Aufsichtsratsvorsitzende der Domfestspiel-Gesellschaft, der SPD-Landtagsabgeordnete Uwe Schwarz in seiner Begrüßung. Er erinnerte an die Gründung der gGmbH, mit den Gesellschaftern Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises (50 Prozent) sowie Kreissparkasse Northeim und Stadt Bad Gandersheim (je 25 Prozent) im Jahr 2010. „Ohne die Neukonzeption hätten wir dieses Jubiläum nicht erreicht“, sagte er mit Blick auf die 60. Spielzeit, die unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht.

„In Zukunft werden wir nicht weniger, sondern mehr Unterstützung brauchen.“ Dabei betonte er die Bedeutung von Theater für die Gesellschaft. Für dessen Erhalt sei eine anständige finanzielle Ausstattung notwendig. Auch dürfe es nicht sein, dass hervorragend ausgebildete Schauspieler nur Gagen in Höhe des Mindestlohns erhielten.

Der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident und heutige Vorstandsvorsitzende der Braunschweigischen Stiftung, Gerhard Glogowski, betonte als Festredner, die Notwendigkeit, dass sich Bund und Land für die Festspiele engagieren, sei zwanghaft gegeben. Eine solche Förderung bedeute nicht, dass sich Förderer und Sponsoren dann weniger stark einbringen müssten als bisher.

Gerhard Glogowski

Er verwies darauf, dass die Braunschweigische Stiftung die Domfestspiele in den vergangenen Jahren mit insgesamt 460 000 Euro unterstützt habe. „Hätten wir das nicht getan, wären wir alle ärmer“, sagte Glogowski. Wie Schwarz betonte auch er die Bedeutung der Domfestspiele als Standortfaktor für die Region.

Mehrfach hob der ehemalige Oberbürgermeister von Braunschweig die Zugehörigkeit Bad Gandersheims zum Braunschweiger Land, also dem Gebiet des ehemaligen Herzogtums Braunschweig, hervor. Dabei mahnte er unter anderem mehr touristische Werbung an, um beispielsweise einige der zwei Millionen Menschen, die jährlich ihr neues Auto in der Wolfsburger Autostadt abholten, als Besucher für die Festspiele vor der Stiftskirche zu gewinnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.