Erstmals seit 18 Jahren

Gandersheimer Domfestspiele haben mehr als 50.000 Karten verkauft

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Fuhr in diesem Jahr mit den Festspiel-Besucherrekord ein: Das Musical Hair wollten allein 17 000 Besucher auf der großen Bühne vor der Bad Gandersheimer Stiftskirche erleben.

Wenn die 61. Domfestspiele am kommenden Sonntag, 11. August, mit der letzten Vorstellung von „Hair“ zu Ende gehen, dann werden sie zwei uralte Rekordmarken geknackt haben.

Die 60.000er-Marke bei den Gesamtbesuchern und die 50.000er-Marke an verkauften Karten bei Aufführungen auf der Hauptbühne vor dem Dom. So viele Besucher gab es seit 18 Jahren nicht.

Das gaben Intendanz, Geschäftsführung und Aufsichtsrat am Mittwoch bei der Abschluss-Pressekonferenz zu den Festspielen bekannt. Insgesamt wurden über 5000 Gäste mehr gezählt als im vorigen Jahr bei der 60. Festspielauflage, betonte Aufsichtsratschef Uwe Schwarz.

Deutliche Zuwächse hat es auch bei den Auslastungen gegeben. So lag die Gesamtauslastung aller 60 Vorstellungen bei 86 Prozent und damit um 3,5 Punkte höher als im Vorjahr, ergänzte ein zufriedener kaufmännischer Geschäftsführer der Festspiele, Thomas Groß, dessen Festanstellung der Aufsichtsrat in dieser Woche durch die Abkürzung seiner Probezeit bestätigte.

"Hair" erfolgreichstes Stück

Mit Abstand erfolgreichstes Stück in der jetzt endenden Festspielsaison war das Musical Hair, für das allein 17.000 Tickets abgesetzt wurden und dessen Vorstellungen fast immer ausverkauft waren (Auslastung 95 Prozent). Auch das Theaterstück „Der Glöckner von Notre Dame“ war beim Publikum äußerst beliebt, 9600 verkaufte Karten und eine Auslastung von 87 Prozent – und damit fünf Prozentpunkte mehr als das vorjährige Theaterstück Jedermann – belegten das eindrücklich, sagte Groß.

Stellen das neue Programm für 2020 vor: Aufsichtsratschef Uwe Schwarz (von links), Bürgermeisterin Franziska Schwarz, Intendant Achim Lenz und der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Groß vor der Tribüne

Zuversichtlich geht Intendant Achim Lenz auch ins neue Festspieljahr 2020. Das teils schon in Betrieb genommene neue Probezentrum, das in diesem Herbst noch durch einen großen Probesaal für Musiktheaterproduktionen baulich erweitert wird, sei ein Garant für noch mehr Qualität. Bad Gandersheim sei damit die einzige Festspielstadt in Deutschland mit eigenem Probezentrum.

Neben den Rekord-Besucherzahlen, die die Leitung der Bad Gandersheimer Domfestspiele am Mittwoch für die laufende Spielzeit vor der Presse zu verkünden hatte, gab es auch eine weniger erfreulichere Nachricht. Die Eintrittspreise der kommenden Festspiele 2020 werden steigen.  Uwe Schwarz, der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Domfestspiel gGmbH begründete die Erhöhung, die nicht die Kinderkarten für das Kinderstück und die dritte Preiskategorie im Rund der Festspieltribüne betrifft, mit gestiegenen Kosten. 

Seit fünf Jahren habe man die Eintrittspreise konstant gelassen, sagte Schwarz. Dringend nötig sei aber zum Beispiel eine bessere Bezahlung der Schauspieler. Das sei auch eine Frage der Qualität und vor allem der Konkurrenzfähigkeit auf dem Schauspielermarkt gegenüber anderen Festspielorten, ergänzte Intendant Achim Lenz. Auch das gerade neu entstehende festspieleigene Probezentrum auf einem Fabrikgelände an der Neuen Straße in der Kurstadt sei nicht zum Nulltarif zu bekommen, hieß es von Aufsichtsratschef Uwe Schwarz. Das Zentrum werde ab der kommenden Saison die für einen Festspiel-Standort deutschlandweit einmalige Möglichkeit eröffnen, sämtliche Produktionen, egal ob Musiktheater oder Schauspiel, zeitgleich zu proben. 

Bad Gandersheims Bürgermeisterin Franziska Schwarz freut sich besonders darüber, dass die neue Probestätte außerhalb der Festspielzeit auch von örtlichen Vereinen, Gruppierungen und Privatpersonen genutzt und gemietet werden könne. Dies sei für die Stadt im Paket mit den Festspielen eine ungemeine Bereicherung und belebe das kulturelle Leben. 

Tickets werden teurer

Angehoben werden sollen die Festspieltickets in der Preiskategorie zwei um drei Euro und in der ersten Kategorie um fünf Euro, sodass die teuerste Karte (Musiktheater Freitag und Samstag) künftig 44 Euro in Kategorie eins und 40 Euro in Kategorie zwei kosten wird. 

Die Preiskategorie drei bleibt konstant bei 29 Euro. Die Tickets von Sonntag bis Donnerstag kosten drei Euro weniger. Das Schauspiel ist ebenfalls für drei Euro weniger zu sehen.

Umfangreich beibehalten werden soll auch in der nächsten Spielzeit 2020 das Rahmenprogramm. So wird es wieder das Jugend- und Theaterfestival „Theatervirus“ und auch Aufführungen mit der Jugendtheatergruppe „Dominos“ geben, für die noch junge Mitspieler gesucht werden. Außerdem planen die Theaterpädagogen Lucie und Robert Strohmeyer auch wieder Workshops mit Schulklassen und neu auch mit Patienten der Paracelsus-Klinik in der Kurstadt.

Flashdance und Faust auf dem Spielplan

Domfestspiel-Intendant Achim Lenz lüftete am Mittwoch vor der Presse das Geheimnis, wie der Spielplan der 62. Domfestspiele 2020 unter dem Motto „Morgen ist jetzt“ aussehen wird. Als Musical wird es den 80er-Jahre-Tanzklasssiker „Flashdance“ geben. Das Schauspiel wird mit dem Theaterspektakel Goethes „Faust“ bestückt sein, und als Kinderstück wird es „Das Dschungelbuch“ geben. Weiter im Programm ist die Musikkomödie „Die Drei von der Tankstelle“.

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