Kinderstück hatte Premiere

Furioser Peter Pan zum Auftakt der Gandersheimer Domfestspiele

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Große Gesten: Hier wird die Londoner Jugendliche Wendy Darling von Peter Pan seinen verlorenen Jungs vorgestellt. 

Bad Gandersheim. „Peter Pan“ bildete den furiosen Auftakt der 60. Spielzeit der Gandersheimer Domfestspiele, ein gelungener und großer Wurf.

Das Premierenpublikum, darunter viele Erwachsene ohne „Alibi-Kinder“, war aus dem Häuschen, sparte nicht mit Beifall und beteiligte sich begeistert an den Mitmach-Aktionen.

In der geschickt modernisierten Fassung gab es so viel Sprachwitz, Kampfgetümmel, Situationskomik mit großen Gesten und feine Mimik, dass man ordentlich aufpassen musste, um alles mitzubekommen. Am besten geht man noch einmal hin.

Die Geschichte dürfte bekannt sein: Die Londoner Kinder Wendy und John Darling fliegen mit Peter Pan zur Insel Nimmerland, erleben dort mit den verlorenen Jungs aufregende und gefährliche Abenteuer, bekommen aber Heimweh und fliegen wieder heim.

Das Plädoyer für Fantasie, auch im Erwachsenenalter, brillierte mit großartigen Schauspielleistungen. Stephan Luethy war ein charmanter, kraftvoller Peter Pan. Die süße Wendy, gespielt von Samira Julia Calder, durfte mehr Action zeigen als im Original.

Mitreißend: Für die Schauspieler gabs Szenenapplaus.

Jan Rogler war zum Knuddeln als Wendys kleiner Bruder John. In den Familienstücken spielen die Darsteller oft mehrere Rollen.

Felicitas Heyerick war eine elegante und humorvolle Mrs. Darling, die bei den Märchenspielen ihrer Kinder mitmachte, aber auch eine schöne und mutige Indianerprinzessin, dazu noch ein Pirat. Marco Luca Castelli verkörperte den nervösen Mr. Darling und den rachsüchtigen Käpt’n Hook. Ivo Schneider spielte Peter Pans Schatten und einen der verlorenen Jungs.

Florentine Kühne gab in zauberhaftem Kostüm eine hinreißende Fee Glöckchen, auch „Naseweis“ genannt. Sie bekam mehrmals Szenenapplaus, besonders für ihre Darstellung von Wut und Eifersucht auf Wendy.

Heiterkeit und Szenenapplaus erntete auch immer wieder Fehmi Göklü, zunächst als Nana, die treue Hündin, die auf die Kinder aufpasst, und dann als der Pirat Smee, Käpt’n Hooks rechte Hand. Schade, dass es keinen Roswitha-Ring für männliche Darsteller gibt.

Geniales Bühnenbild

„Peter Pan“ von James Matthew Barrie erschien als Buch und Stück vor über hundert Jahren. Die Aktualisierung für Bad Gandersheim haben Regisseurin Sarah Speiser und Dramaturgin Jennifer Traum verfasst. Für das aufwendige, geniale und genial wandelbare Bühnenbild sowie für die Kostüme waren Karen Briem und Sandra Becker zuständig.

Das Familienstück dauert 75 Minuten, keine Pause. Spielplan und Karten-Infos im Internet: www.domfestspiele-gandersheim.de, Karten-Hotline: 053 82/737 77.

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