Vorher-Nachher-Vergleich

Gandersheimer Domfestspiele: Volles Haar in ein paar Minuten

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Die Verwandlung ist perfekt: Schauspieler Jan Kämmerer und seine Maskenbildnerin Natalie Mattes vor und nach der Umgestaltung zur Rolle als Herr Miller im Stück Kabale und Liebe bei den Bad Gandersheimer Domfestspielen.

Bad Gandersheim. Ohne Natalie Mattes und ihre Kollegen hinter den Kulissen läuft nichts bei den Gandersheimer Domfestspielen.

Die Maskenbildnerin sorgt das zweite Jahr in Folge dafür, dass die Schauspieler mit ihrem Aussehen perfekt in die Rollen eintauchen.

Die 22-Jährige hat zunächst Kosmetikerin gelernt und dann an einer privaten Schule im badischen Waldshut-Tiengen ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Maskenbildnerin gemacht. „Horrorfilme haben mich schon immer begeistert und mich faszinieren die verschiedenen Maskenformen“, begründet die junge Frau ihre Berufsmotivation. Außerdem gefalle ihr, die Schauspieler zu verwandeln und Verschiedenes darzustellen: „Man kann den Charakter einer Person verändern. Die Leute sind nach unserem optischen Feinschliff ganz andere Menschen“, sagt Mattes.

Acht Schauspieler nimmt sie beim Stück Kabale und Liebe unter ihre Fittiche. „Jede Maskenbildnerin hat eine feste Zahl an Leuten, die sie an einem Abend verwandelt. Die Akteure haben dann jeweils Termine bei uns, dadurch ist es für sie weniger stressig“, erklärt sie.

Mit einigen Minuten Frisieren und Schminken vor dem Auftritt ist es allerdings nicht getan, wie die Verwandlung von Jan Kämmerer zur Rolle des Herrn Miller im Stück Kabale und Liebe belegt. So musste eigens für ihn eine Perücke angefertigt und angepasst werden, um ihm eine volle Haartracht zu bescheren.

Für jedes Wetter

Und auch regnerisches Wetter muss natürlich bedacht werden: „Alle Schauspieler haben ihr eigenes Kästchen, das sie mit zur Bühne nehmen. Wir arbeiten dann nach, wenn die Frisur mal nicht hält“, sagt Mattes und grinst.

Da sie in dem Beruf viel rum komme, erlebe sie natürlich auch viele lustige Situationen, wenn die Perücke anfangs absolut nicht sitze. Aber das sei kein Problem und amüsiere die Schauspieler sogar.

Überhaupt würden die Schauspieler den Aufenthalt in der Maske genießen und sie erfahre bei ihrer Arbeit als Maskenbildnerin viel über das Leben und die Rollen ihrer Klientel. Das bestätigt auch Jan Kämmerer, während Natalie Mattes mit sorgsamer Hand seine künstliche Frisur aufklebt.

Rundum umsorgt

„Die Maske ist hier immer sehr entspannend. Es ist einfach toll, wenn man sich zurücklehnen kann und so umsorgt wird“, lobt der Darsteller. Zudem seien die immer wieder neuen Verwandlungen und Rollen der zentrale Grund gewesen, um Schauspieler zu werden.

Theaterschminke sei übrigens gut verträglich, bestätigen Kämmerer und Mattes. Allergien gebe es nur selten und als Mann brauche er ohnehin weniger Make-up, meint Kämmerer schmunzelnd.

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