Bad Gandersheimer Jäger demonstrierten in NRW

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Einheitsfarbe: 15 000 Jäger kamen nach Düsseldorf und demonstrierten gegen den Gesetzesentwurf.

Bad Gandersheim. Gemeinsam mit 15.000 Jägern aus ganz Deutschland haben jetzt 51 Mitglieder der Jägerschaften aus dem Landkreis Northeim in Düsseldorf gegen ein neues Jagdgesetz demonstriert.

Organisiert hatte die Fahrt die Jägerschaft Gandersheim-Altes Amt.

Bernd Albrecht

Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Grüne) hatte im September vergangenen Jahres einen Entwurf für ein neues ökologisches Jagdgesetz in NRW vorgestellt.

„Wenn das Gesetz verabschiedet wird, könnte es auch in Niedersachsen eins zu eins übernommen werden“, erklärt Bernd Albrecht vom Hegering Altes Amt die Befürchtungen der Jäger.

Augen nicht verschließen 

Man dürfe die Augen vor einer solchen Novelle nicht verschließen, nur weil es die niedersächsischen Jäger noch nicht betreffe, begründete Hartmut Limprecht, der Erste Vorsitzende des Hegerings Altes Amt, die Teilnahme an der Demonstration, die unter dem Motto „Für Land und Leute! Schluss mit den Verboten“ stand.

Die Teilnehmer, die sich orangene Warnwesten übergezogen hatten, zogen mit Transparenten, Jagdhornklängen und lautstarken Rufen von den Oberkasseler Rheinwiesen bis zum Landtag. „Es kann doch nicht sein, dass ein Gesetz, das ausschließlich uns betrifft, verabschiedet werden soll, ohne es mit uns zu besprechen“, ärgert sich Albrecht. „Schließlich sind wir diejenigen, die täglich in den Wäldern unterwegs sind.“

Das Gesetz soll unter anderem verbieten, Wild in Notzeiten zu füttern. „Mir soll mal jemand erklären, warum es sinnvoll ist, das Wild verhungern zu lassen“, sagt Albrecht. Umweltminister Remmel begründet das Verbot mit der natürlichen Auslese.

Besonders ärgern sich die Gandersheimer auch über das geplante Baujagd-Verbot. Wenn Füchse, Marder und Wiesel nicht mehr gejagt werden dürfen und sich ungehindert vermehren, seien beispielsweise die Kaninchenpopulationen stark gefährdet, erläutert Albrecht. „Auch Vögel, die ihre Nester auf Wiesen und in Sträuchern bauen, gehen dann drauf.“

Hintergrund

Der Entwurf für das neue Jagdgesetz in Nordrhein-Westfalen sieht unter anderem vor, dass Büchsen- und Flintengeschosse künftig kein Blei mehr enthalten dürfen, außerdem die Baujagd auf Füchse und Dachse verboten wird und Katzen in der freien Wildbahn nicht mehr geschossen werden dürfen.

Bei der Jagdhunde-Ausbildung sollen nur flugfähige Stockenten eingesetzt werden und Wild soll auch in Notzeiten nicht mehr gefüttert werden. Ziel des neuen Jagdgesetzes ist laut NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) die Stärkung des Tier- und Naturschutzes.

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