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Landesgartenschau liegt im Plan

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Ministerpräsident Stephan Weil (Dritter von rechts) ließ sich unter anderem von Bürgermeisterin Franziska Schwarz (rechts) den Baufortschritt zeigen.
Rundgang über das Landesgartenschaugelände: Ministerpräsident Stephan Weil (Dritter von rechts) ließ sich unter anderem von Bürgermeisterin Franziska Schwarz (rechts) den Baufortschritt zeigen. © Olaf Weiss

Bei der Vorbereitung der Landesgartenschau (Laga) in Bad Gandersheim ist alles im grünen Bereich.

Bad Gandersheim – Diese Erkenntnis konnte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch nach einem knapp einstündigen Besuch in der Kurstadt mit nach Hannover nehmen. Weil ist Schirmherr der Laga, die nach der Verschiebung um ein Jahr nun 2023 stattfinden soll.

„Die Torte ist fertig. Es fehlt nur noch die Garnitur“, beschrieb Laga-Geschäftsführerin Ursula Strecker, dass die Bauarbeiten an den dauerhaften Einrichtungen abgeschlossen seien. Es fehlten nun noch die auf Zeit angelegten Themengärten sowie die Zelte, Pavillons und Toilettenanlagen, die nur während der Landesgartenschau stehen sollen. Gearbeitet werde außerdem bereits am Haupteingangsbereich und dem dort geplanten Parkplatz mit 1000 Stellplätzen.

Ursula Stecker
Laga-Geschäftsführerin Ursula Stecker ©  Imma Schmidt

Wie die Geschäftsführerin versicherte, sei auch die Finanzierung gesichert. Vom Land stehe inzwischen zusätzliches Geld zur Verfügung. Weil die genaue Summe dem Laga-Aufsichtsrat noch nicht kommuniziert sei, äußerte sie sich nicht dazu, ob es tatsächlich drei Millionen Euro seien, wie bei der Verschiebungsentscheidung im Dezember 2021 gewünscht. Nur so viel ließ sie sich entlocken: „Ich kann Entwarnung geben, dass das Geld reichen wird.“

An der Verbindung zwischen dem zweiten und dem ersten Osterbergsee blüht es bereits.
An der Verbindung zwischen dem zweiten und dem ersten Osterbergsee (im Bild) blüht es bereits. © Olaf Weiss

Vor der Verschiebung waren die Kosten der Landesgartenschau auf 12,3 Millionen Euro (Investitionen und Betriebskosten) kalkuliert worden.

Um die Mehrkosten durch die Verschiebung aber auch infolge von Preissteigerungen beim Material aufzufangen, haben der Landkreis Northeim und die Stadt Bad Gandersheim die Summen erhöht, mit der sie am Ende ein mögliches Defizit ausgleichen: um jeweils 350 000 Euro auf 850 000 Euro.

Weil verteidigte die Verschiebungsentscheidung. Es sei besser, so etwas in Ruhe zu verwirklichen, als zu versuchen, „im Schweinsgalopp so ein Produkt hinzukriegen“. Die Landesgartenschau sei eine Investition in die Zukunft Bad Gandersheims und am Ende werde ein tolles Ergebnis für die Stadt stehen.

Laga-Besuch mit Abkühlung im Freibad

Wer im kommenden Jahr den Eintrittspreis bei der Landesgartenschau voll auskosten will, sollte bei seinem Besuch Handtuch, Badeanzug oder Badehose dabei haben. Denn zum Laga-Gelände gehört auch der Bereich des Freibads, das zum Naturerlebnisbad umgebaut worden ist.

Auch dort sind die Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen, sagte Laga-Geschäftsführerin Ursula Stecker. In Kürze sollen die Becken mit Wasser gefüllt und die Randbereiche bepflanzt werden.

Das Schilf und andere Pflanzen, die aus Südeuropa kommen, sollen die Klärung des Wassers übernehmen. Zunächst, so Strecker, müssen sie aber allmählich an den Salzgehalt des Solebades gewöhnt werden. Deshalb werde dem Wasser erst nach dem Pflanzen nach und nach mehr Salz zugefügt.

In das Schwimmerbecken des Naturerlebnisbades konnte Ministerpräsident Stephan Weil probeweise schon ein wenig Wasser einlaufen lassen.
Wasser marsch: In das Schwimmerbecken des Naturerlebnisbades konnte Ministerpräsident Stephan Weil probeweise schon ein wenig Wasser einlaufen lassen. © Olaf Weiss

Die Baukosten waren zunächst mit 2,1 Millionen Euro veranschlagt – Ende vergangenen Jahres ging die Bad Gandersheimer Stadtverwaltung von einer Kostensteigerung bis auf 4,5 Millionen Euro aus. Um aufgelaufene Rechnungen bezahlen zu können, gab der Rat im Dezember in einem Nachtragshaushalt 1,5 Millionen Euro frei. Wie hoch die Investitionskosten nun sind, war am Mittwoch im Rathaus nicht zu erfahren.

Keine Lösung wird es bis zur Landesgartenschau im nächsten Jahr allerdings für das leer stehende Hotel Seeterrassen geben, das direkt am Gartenschaugelände steht. „Das ist ein größeres Unterfangen, das wir bis zum nächsten Jahr nicht hinbekommen werden“, sagte Stecker. Fehlender Brandschutz und notwendige Investitionen in die elektrische Anlage des Gebäudes nannte sie als zwei Stichpunkte. Während der Laga werde das Gebäude kaschiert.

Dazu verwies Ministerpräsident Stephan Weil bei seinem Besuch auf die Weltausstellung Expo 1998 in Lissabon. Weil dort nur etwa die Hälfte der geplanten Bauten fertig gewesen sei, sei das die Weltmeisterschaft im Kaschieren gewesen – und es habe gut ausgesehen. (Olaf Weiss)

laga-bad-gandersheim.de

Der Vorverkauf läuft bereits

Der Laga-Vorverkauf ist online bereits gestartet – „zaghaft“, wie Geschäftsführerin Ursula Stecker berichtet. Sie erwartet, dass sich die meisten Besucher erst kurzfristig Karten kaufen werden. Eine Dauerkarte kostet für Erwachsene 119 Euro (ermäßigt 99 Euro), eine Tageskarte 19 Euro (ermäßigt 16 Euro) und für Kinder und Jugendliche 16 Euro. Dauerkarten für Familien kosten 119 Euro (mit einem Erwachsenen) oder 229 Euro (mit zwei Erwachsenen). (ows)

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