Geplatzte Flüchtlingsunterkunft: Mietvertrag war nicht gültig

+
Gut gefüllt: Über 100 Gäste kamen in die Bad Gandersheimer Stiftskirche, um vom Verantwortlichen des Innenministeriums zu erfahren, weshalb die Notunterkunft in Bad Gandersheim so plötzlich gescheitert ist.

Bad Gandersheim. Das plötzliche Aus für die geplante Flüchtlingsunterkunft in Bad Gandersheim hat Ende vergangener Woche für Verärgerung und viele Fragen gesorgt.

Jetzt kommt heraus: Das Innenministerium gab das Startsignal für das Projekt, obwohl der Eigentümer den Mietvertrag noch gar nicht unterschrieben hatte.

„Uns ist ein Fehler unterlaufen, für den ich mich in aller Form entschuldige“, sagte Dr. Alexander Götz, Leiter der Abteilung Kommunales im Innenministerium, am Mittwochabend in der Bad Gandersheimer Stiftskirche. Dort stellte sich der Verantwortliche den Fragen von rund 100 ehrenamtlichen Helfern und Bürgern. Sie hatten an vier Tagen rund um die Uhr gearbeitet, um das ehemalige Kurpark-Hotel Bartels als Notunterkunft für 300 Flüchtlinge herzurichten.

Stellte sich den Fragen: Dr. Alexander Götz, Leiter der Abteilung Kommunales im Innenministerium.

„Der Eigentümer hat uns den Mietvertrag zu den vereinbarten Konditionen zugeschickt. Ich habe ihn persönlich unterschrieben und zurückgesendet. Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen Anlass für Zweifel“, erläuterte Götz. Deshalb habe das Ministerium die Johanniter mit der Einsatzleitung beauftragt, denn bei der großen Zahl an Flüchtlingen, die das Land täglich aufnehmen müsse, sei man um schnelle Lösungen bemüht.

Wenige Tage später habe sich der Eigentümer dann mit weiteren, inakzeptablen Forderungen beim Ministerium gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt hatte er den Vertrag weder unterschrieben noch die vereinbarte Brandschutzversicherung abgeschlossen, so Götz. „Wir bekamen zunehmend den Eindruck, dass diese Unterkunft doch keine gute Option ist." Das Vertrauensverhältnis sei zerstört gewesen.

Am Telefon sei es dann schließlich zum Eklat gekommen. „Das Land lässt sich nicht unter Druck setzen“, betonte Götz. Deshalb habe man sich für ein Ende mit Schrecken entschieden - auch wenn das für die zahlreichen Helfer sehr bitter gewesen sei.

Lesen Sie dazu auch:

Flüchtlingsheim in Bad Gandersheim: CDU erbost über Scheitern

Flüchtlingsunterkunft: Plötzliches Aus verärgert die Helfer

Kommentar zum Flüchtlingswohnheim in Bad Gandersheim: Die Helfer düpiert

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der gedruckten Freitagausgabe der Northeimer Neuesten Nachrichten und Sollinger Allgemeinen.

Unter diesem Artikel werden nur Kommentare freigeschaltet, die sich ausschließlich mit dem im Text behandelten Aspekt des Flüchtlingsthemas auseinandersetzen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.