Kinderstück „Eselhundkatzehahn" feiert umjubelte Premiere

Sorgten für Trubel auf der Bühne: Der Esel (Sebastian Strehler, von links), der Hund (Julia Friede), die Katze (Luise Schubert) und der Hahn (Moritz Fleiter). 2 Fotos:  Jelinek

Bad Gandersheim. So ganz stimmt der Titel des Familienstücks der 57. Domfestspiele „Eselhundkatzehahn“ ja nicht.

Denn eigentlich ist das vierte Tier der Bremer Stadtmusikanten, die aus einem öden Dasein ausbrechen, in diesem Singspiel kein Hahn, sondern ein Kuckuck. Der so gerne ein Hahn wäre, alleine, um seiner Ziehmutter eine Freude zu machen. Die eine Henne ist.

Dieser geschickte Einfall von den Vätern des Stückes, Festspielintendant Christian Doll und Dominik Dittrich von der Hamburger Band „Tante Polly“, war die Grundlage für einen der kindgerechten Konflikte: Warum darf man nicht anders sein, als die anderen von einem erwarten? Warum kann ein Hahn nicht Kuckuck rufen?

Der zweite Konflikt entstand zwischen Esel und Kuckuck, die sich darüber stritten, wer am besten singen könne. Na klar, hier erklang das bekannte Lied, aber der Sängerstreit der beiden Tiere ging viel weiter und wäre fast einer Wagner-Oper würdig gewesen. Animiert von den anderen Tieren vertrug man sich aber wieder.

Aufgepeppter Rhythmus

Transportiert wurde das Stück nicht nur in dieser Szene von rasch aufeinander folgenden bekannten Liedern, quer durch den deutschen Kinder- und Volksliedschatz. Manchmal waren die Texte dem Stück entsprechend abgewandelt und der Rhythmus wurde zum Tanzen aufgepeppt, manchmal wurde der Originaltext gesungen. Das war kunstvoll und sehr witzig gemacht. Wer daran Spaß hat, dem sei die CD wärmstens empfohlen.

Hervorragend waren Sebastian Strehler als Esel, Julia Friede als Hund, Luise Schubert als laszive und eitle Katze und Moritz Fleiter als Kuckuckshahn. Die übrigen Rollen, darunter auch der drollige Frosch, teilten sich Tobias Berroth, Christine Dorner und Daniel Ris sowie die Musiker Dominik Dittrich und Benjamin Leibbrand. Da musste sich hinter der Bühne aber fix umgezogen werden.

Umwerfend komisch waren die gackernden Hühner und die tumben Räuber, und die Hundemeute war ganz große Mimik-Kunst. Hier sollen nicht alle anderen witzigen Einfälle aufgeführt werden, auch keine Beispiele für Wort- und Sprachwitz, damit der Besuch der Vorstellung noch lohnender wird. Die Uraufführung des temporeichen einstündigen Familienstücks begeisterte Groß und Klein. Regie führte Nina Pichler, Sandra Becker war für die Ausstattung zuständig, die viel Raum für Phantasie ließ, die technische Leitung hatte Kim Winkler. Dramaturgin war Jennifer Traum, und am Ende wurden die Träume der Bremer Stadtmusikanten wahr. Lass’ es rocken, Baby!

Von Anne-Lise Eriksen

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.