Premiere am 28. Mai 

Interview mit Schauspieler Moritz Fleiter über seine Rolle als Michel aus Lönneberga bei den Domfestspielen 

+
Kleiner Lausbub ganz groß: Michel-Darsteller Moritz Fleiter posiert auf einem Brunnenrand vor der Domfestspiel-Bühne in Bad Gandersheim.

Bad Gandersheim. Am Samstag, 28. Mai, feiert "Michel aus Lönneberga" bei den Domfestspielen Premiere. Wir haben uns mit Hauptdarsteller Moritz Fleiter unterhalten.

Eine ganze Generation ist mit Astrid Lindgrens Lausbub aus dem schwedischen Lönneberga groß geworden. Wie Michel unbeschwert und ohne Rücksicht auf Konsequenzen seine Streiche plant, davon könnten sich Erwachsene ruhig eine Scheibe abschneiden, findet Darsteller Moritz Fleiter. Er spielt Michel bei den Bad Gandersheimer Domfestspielen. Am Samstag feiert das Stück Premiere.

Herr Fleiter, wie sieht die Top drei Ihrer Kindheitshelden aus?

Moritz Fleiter: Der Michel schafft es schon auf Platz eins, dicht gefolgt vom Räuber Hotzenplotz. Auf Platz drei würde ich das Sams packen - das mochte ich immer gern.

Es gibt viele Michel-Geschichten, den Suppentopf, den Fahnenmast...

Fleiter: ...die Hühner, das betrunkene Schwein und die Kuh. Gab’s eine Kuh?

Aber ja. Welche davon schaffen es auf die Bühne der Domfestspiele?

Fleiter: Viele davon. Es gibt in der Tat eine Theaterfassung der Michel-Geschichten, die ist aber sehr episodenhaft. Das war eine unserer ganz großen Herausforderungen: Die Geschichten so zusammenzupacken, dass es sich für die Zuschauer wie aus einem Guss anfühlt, wie ein ganz besonders ereignisreicher Tag in Michels Leben.

Das ist ganz schön viel Strafzeit im Schuppen für nur einen Tag.

Fleiter: (lacht) Das ist wahr, Michel verschwindet immer wieder mal für ein halbes Stündchen oder auch Stündchen.

Was macht die Aufführung von Michels Streichen bei den Domfestspielen besonders?

Fleiter: Dass wir herausgearbeitet haben, wie chaotisch diese Familie aus Lönneberga eigentlich ist. Das findet sich schon sehr schön in den Büchern von Astrid Lindgren, aber bei uns auf der Bühne wird es noch einmal deutlicher. Dass Michel bei dem cholerischen Vater, der gutgläubigen Mutter und einer Schwester, die bei jedem Streich dabei ist, aber nie eins auf die Finger bekommt, eigentlich nur das I-Tüpfelchen auf dem Chaos ist. Aber er weiß natürlich auch, welche Knöpfe er bei den anderen drücken muss.

Was haben Moritz Fleiter und der Lausbub aus Lönneberga gemeinsam?

Fleiter: Ich glaube die Freude und der Spaß am Ergebnis, mit denen Michel an seine Streiche geht, liegen mir sehr. Aber der Junge ist gnadenlos. Und er hat keine Angst vor Konsequenzen. Das kostet selbst auf der Bühne manchmal etwas Überwindung.

Sie haben Erfahrung mit Kinderstücken, was ändert sich bei einem jungen Publikum für Sie auf der Bühne?

Fleiter: Kinder reagieren viel direkter. Ob es gerade gut lief oder nicht, erfährt man nicht erst mit dem Abschlussapplaus. Aber wenn sie einmal gefesselt sind, dann ist es ein sehr großes Miteinander. Manche würden am liebsten auf die Bühne springen und mitspielen. Aber wenn sich Kinder langweilen, also dann wird es schwierig.

„Erwachsen werden“ heißt das Motto der diesjährigen Domfestspiele. Was können wir dabei von Michel lernen?

Fleiter: Total viel. Dinge auszuprobieren und kreativ zu werden. Das Leben nicht immer so ernst zu nehmen und nicht alles bis ins kleinste Detail zu planen. Die Dinge auch mal selbst in die Hand zu nehmen und, wenn man auf die Schnauze fällt, wieder aufzustehen. Michel erreicht ja auch viel damit, hilft und rettet, bringt eine Menge Leben in den Alltag. Wenn dabei ein paar Schnitzfiguren herumkommen, dann ist das so.

Zur Person

Moritz Fleiter, Jahrgang 1985, ist in Essen geboren und aufgewachsen. Er studierte Physical Theatre an der Folkwang Universität der Künste. Fleiter hat Erfahrung mit Kinder- und Familienstücken bei den Gandersheimer Domfestspielen: 2012 spielte er den Kasperl im „Räuber Hotzenplotz“, 2014 war er in der Rolle des Birk, dem besten Freund von Ronja Räubertochter, zu sehen. Mit seinem Ensemble Toboso entwickelt er zudem Live-Hörspiele für Kinder wie „Der kleine Wassermann“ und „Krabat“. Bei den Domfestspielen 2016 ist er auch in Tschechows Komödie „Der Kirschgarten“ zu sehen. Moritz Fleiter ist ledig und hat keine Kinder.

Michel aus Lönneberga: Premiere: Samstag, 28. Mai, 15 Uhr. Tickets: Kinder sieben Euro, Erwachsene 14 Euro. Gruppenpreis (pro Kind) für Kindergärten und Schulen: fünf Euro. Ticket-Hotline: 05382/73777.

Weitere Informationen gibt's hier

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.