Proben für die Gandersheimer Domfestspiele beginnen

Jetzt erst recht: Vier Theaterstücke vor dem Dom

Achim Lenz begrüßt die Schauspieler im neuen Probenzentrum.
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Probenbeginn Domfestspiele 2021, Achim Lenz begrüßt die Schauspieler im neuen Probenzentrum.

Die Proben für die Gandersheimer Domfestspiele haben begonnen.

Bad Gandersheim - Intendant Achim Lenz und der Aufsichtsratsvorsitzende der Domfestspiele gGmbH, Uwe Schwarz, begrüßten am Montag die Schauspieler sowie die Kostümbildnerinnen, Regisseure und Tontechniker im neuen Probenzentrum. Endlich sei dort Leben, sagte Lenz. Im Probenzentrum könnten Hygiene-Auflagen erfüllt werden.

Alle Beteiligten gingen davon aus, dass sich die Pandemie-Lage durch die Einhaltung der Hygiene-Vorschriften, durchs Impfen und Testangebote sowie den achtsamen Umgang untereinander in den nächsten Wochen entspannen und im Sommer dann Theater unter freiem Himmel möglich sein werde, heißt es in einer Pressemitteilung der Domfestspiele.

Für die Probenzeit sei ein detailliertes Hygienekonzept erarbeitet und mit den Gesundheitsdiensten des Landkreises Northeim abgestimmt worden. Dr. Peter Ruhnau aus Greene steht nach Angaben der Festspielleitung in diesem Jahr als Festspielarzt zur Verfügung und hat das Ensemble mit diesem Hygienekonzept vertraut gemacht. Das für die Vorstellungen geltende weitere Hygienekonzept befinde sich noch in der Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Northeim.

Am ersten Tag standen erste Absprachen zwischen den Menschen auf, vor und hinter der Bühne auf dem Programm. In dieser Woche beginnen laut Pressemitteilung dann für alle vier Hauptstücke die Proben – zunächst im Probenzentrum, später dann auch auf der Festspielbühne vor dem Westwerk der Stiftskirche unter freiem Himmel. Dort bereite bereits die Technik-Crew nach dem Tribünenaufbau alles vor.

Die Domfestspiele sind vom 20. Juni bis 29. August geplant. Weil die Zuschauertribüne aus Infektionsschutzgründen nur halb besetzt werden darf, wurde die Spielzeit verlängert.

Auf dem Spielplan 2021 stehen die Stücke, die schon im vergangenen Sommer vor dem Dom zu sehen sein sollten. Und auch die Besetzungen der Hauptrollen der vier Hauptstücke sind nach Mitteilung der Domfestspiel gGmH so, wie sie bereits für das vergangene Jahr geplant waren.

Nur das Spielplan-Motto wurde ergänzt. Die für 2020 geplante Festspiel-Überschrift wurde um den Zusatz „erst recht“ erweitert und laut nun: „Morgen ist jetzt – erst recht“.

Vier Stücke stehen auf dem Spielplan

„Goethes „Faust“: Achim Lenz inszeniert Goethes Klassiker (Premiere: 2. Juli). Alexander Wipprecht wird die Titelrolle spielen. „Er verkörpert für mich die junge Generation von Schauspielern, die mit Goethes Sprache präzise und kunstvoll, aber nicht altbacken und starr umgehen, sondern solche Texte wieder mit Leben füllen und authentische Figuren auf die Bühne bringen“, sagt Lenz. Wipprecht, der schon 2010 und 2011 zum Ensemble der Domfestspiele gehörte, ist vielen nun auch durch die ZDF-Heute-Show bekannt.

Alexander Wipprecht gibt den „Faust“

Den Part des Mephisto übernimmt Felicitas Heyerick. Die Rolle müsse nicht zwingend von einem Mann gespielt werden, sagt Lenz. Den gefallenen Engel habe Goethe geschlechtsneutral geschaffen.

Felicitas Heyerick ist „Mephisto“ und „Lilian“

„Die Drei von der Tankstelle“: In der musikalischen Komödie „Die Drei von der Tankstelle“ (Regie: Sandra Wissmann, Premiere: 25. Juni) nach dem gleichnamigen Ufa-Tonfilm mit Heinz Rühmann aus dem Jahr 1930 ist Heyerick als die umschwärmte Lilian zu sehen.

Johannes Kiesler gehört zum Tankstellen-Trio

Sie zeigt nach den Worten des Intendanten damit ihre breite Palette an Spielmöglichkeiten: männlich, androgyn oder weiblich. „Sie spielt bewusst mit diesen Klischees der Geschlechterzuordnung und weiß die jeweiligen Register zu ziehen.“ Sven Olaf Denkinger, Johannes Kiesler und Guido Kleineidam sind das Tankstellen-Trio.

Sven Olaf Denkinger gehört zum Tankstellen-Trio

Das Stück wird getragen von den Musiknummern „Ein Freund, ein guter Freund“, „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“ oder „Hoppla! Jetzt komm ich!“, die Ferdinand von Seebach neu arrangieren wird.

Guido Kleineidam gehört zum Tankstellen-Trio

Flashdance: Das Tanz-Musical „Flashdance“ Premiere: 9. Juli) wird inszeniert und choreografiert von Marc Bollmeyer. Sarah Kornfeld und Tim Müller wollen mit den übrigen Ensemblemitgliedern auf der Bühne „What a feeling“ oder „Maniac“ erklingen und die 1980er- Jahre musikalisch wieder aufleben lassen.

Sarah Kornfeld spielt „Alex Owens“ in Flashdance

Die Österreicherin Kornfeld ist zum ersten Mal bei den Domfestspielen dabei. „Es ist mir die größte Freude und Ehre, die Rolle der Alex Owens spielen zu dürfen“, sagt sie. „Es geht nicht nur ein kleiner, sondern ganz großer Traum für mich Erfüllung.“

Tim Müller ist der „Nick“ in „Flashdance“

Tim Müller kehrt als Nick in „Flashdance“ auf die Domfestspiel-Bühne zurück, nachdem er dort bereits als „Berger“ im Musical „Hair“ zu sehen war.

Das Dschungelbuch: Das Kinder- und Familienstück „Das Dschungelbuch“ (Premiere: 20. Juni) wird in einer eigenen Fassung von Sarah Speiser und Jennifer Traum zu sehen sein. Stephan Luethy spielt die Hauptrolle des Mogli.

Stephan Luethy spielt „Mogli“

Der Schweizer ist dem Publikum bereits als Löwe in „Der Zauberer von Oz“ oder als „Peter Pan“ aus den vergangenen Jahren ein Begriff. Jan Kämmerer, seit mehreren eine feste Größe im Festspielensemble (unter anderem 2019 als „Zauberer von Oz“), wird den Balu spielen.

Al dente – Ich bin hier le chef“: Hinzu kommt die Wiederaufnahme von „Al dente – Ich bin hier le chef“ (ab 10. August). Die szenische Collage mit Fehmi Göklü wird im großen Saal des neuen Probenzentrums zu sehen sein.  (Olaf Weiss)

Fehmi Göklü ist „le chef“

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