Michel aus Lönneberga 

Kinderstück bei den Gandersheimer Domfestspielen

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Spielfreude: Das Ensemble bietet Sprachwitz und große Gesten. 

Bad Gandersheim. Dass „Michel aus Lönneberga" bei den Kindern im Publikum bei der ersten Premiere der 58. Gandersheimer Domfestspiele gut ankam, ist nicht verwunderlich. 

Es ist schließlich eine - gelungene - szenische Darstellung einer auf der ganzen Welt geliebten Geschichte von Astrid Lindgren. Dass auch die Erwachsenen ihren Spaß hatten, lag unter anderem an die eingestreuten Zitate aus allen möglichen und unmöglichen Quellen, von Luther über Badesalz bis zum Dschungelcamp und der Sendung mit der Maus. Hinzu kamen verschiedene Dialekte und witzige Hinweise auf andere Stücke dieses Festspielsommers.

Alle Generationen konnten sich über Klamauk, Sprachwitz und große Gesten der Darsteller amüsieren. Einige Stellen luden dazu ein, den Text mitzusprechen, aber das Premierenpublikum blieb stumm. Dramaturg Florian Götz meinte hinterher: „Die Schulklassen in den Vormittagsvorstellungen werden sich nicht zurückhalten.“

Nicht unerwartet war Moritz Fleiter, in vielen früheren Kinderstücken erprobt, die Ideal-Besetzung des charmanten Lausbuben Michel, mit kindlicher Gestik und Mimik. Ganz entzückend war Denise Kiesow als die kleine, manchmal freche Schwester Ida.

Gunter Heun hat in Bad Gandersheim viele verschiedene Rollen erfolgreich verkörpert. Für Michels Vater Anton zog er alle Register seines komödiantischen Könnens. Seiner überkandidelten Ehefrau Alma verlieh Maike Switzer sympathische Züge.

Zum Brüllen komisch waren Dominika Szymanska als Magd Lina und Veit Schäfermeier als Knecht Alfred. Köstlich waren Merlin Fargel als Kuh, Arzt, Pastor und Bulte sowie Thorin Kuhn als Huhn, Frau Petrell und Fräulein Lola. Auch wenn es schwer fällt, die Aufmerksamkeit zu teilen, sollte man auf die kleinen Szenen achten, die Huhn und Kuh am Rande aufführen.

Die Kostüme waren teilweise schrill, aber trotzdem stimmig, und das Bühnenbild von Friederike Meisel aus orangen Riesenbuchstaben genial. Alle Lesekundigen hatten Spaß daran, schnell herauszufinden, welches Wort nun gestellt wurde. Regie führte Tim Egloff. Dramaturgin war Jennifer Traum.

Weitere Informationen zu den Domfestspielen finden Sie hier

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