Freizeitvergnügen in der Schwebe

Kult-Tanzlokal Gino steht vor ungewisser Zukunft

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Ungewisse Zukunft: Nach dem Tod von Inhaberin Anna Maria Christalli steht noch nicht fest, wann das Tanzlokal Gino wieder seine Türen öffnet.   

Bad Gandersheim. Nach dem Tod der Eigentümerin Anna Maria Christalli ist das beliebte Lokal Gino in Bad Ganderrsheim geschlossen. Die Gäste hoffen, dass es wieder öffnet.

Wie geht es mit dem Tanzcafé Gino in Bad Gandersheim weiter? Nachdem die Eigentümerin Anna Maria Christalli (68) zwei Tage vor der Jahreswende unerwartet verstorben ist, hat das beliebte Lokal seine Türen geschlossen.

Das Tanzcafé Gino, direkt am Viadukt neben der Gande in der Kurstadt gelegen, ist eines der ältesten Tanzlokale weit und breit. Seit 34 Jahren zieht es Menschen aus der gesamten Region zwischen Göttingen und Hannover Woche für Woche dort hin.

Anna Christalli, eine studierte Lehrerin aus Italien, hatte das Tanzlokal zusammen mit ihrem früh verstorbenen Mann Gino, der dem Lokal seinen Namen gab, in den 1980-Jahren eröffnet und darin bis zuletzt gearbeitet. Die beiden hatten das an selber Stelle gestandene und einst abgebrannte Gasthaus Lohmühle gekauft, abreißen und dort einen Neubau errichten lassen. Nachdem eine anfangs betriebene Weinstube nicht gut lief, machten die beiden Italiener das Tanzcafé Gino daraus. Das hatte Kultstatus erlangt, war vor allem bei Discofox-Tänzern beliebt.

Ein Paradies für Nachtschwärmer: Besonders die Silvesterparties im Gino waren legendär. 

Nach dem Tod von „Anna“, wie sie fast alle Gäste nannten, ist die Zukunft des Gino im Moment ungewiss. Was ihre Kinder mit der Immobilie, die in der ersten Etage eine Wohnung beinhaltet, machen wollen, ist nicht bekannt. Aus internen Kreisen ist zu hören, dass das Gino zum Verkauf steht. Das ist jedoch nicht bestätigt, ebenso wenig, dass es bereits einen Kaufinteressenten geben soll.

Christian Christalli aus Braunschweig, Sohn der verstorbenen Anna, hat auf Anfrage der HNA angekündigt, dass er sich in einigen Tagen zu dem Thema und seinen Planungen äußern wird.

Die vielen Gäste des Gino sind derzeit gespannt darauf, wann und ob es im Gino weiter geht, denn Alternativen zum Tanzen in dieser Form und dieser Atmosphäre gibt es in der gesamten Region nicht.

Gespannt, was aus dem Gino wird, ist man auch in der Stadtverwaltung in Bad Gandersheim, denn das Tanzlokal war eh und je Anlaufpunkt für die zahlreichen Kurgäste der Stadt, auch wenn deren Zahl in den vergangenen Jahren abgekommen hat. „Wir hoffen natürlich, dass das Gino wieder öffnen wird“, sagte Jürgen Schnute, allgemeiner Vertreter der Gandersheimer Bürgermeisterin, auf Anfrage der HNA.

Gespannt sind auch die Gäste, die sich Karten für 50 Euro für die Silvesterfeier im Gino gekauft hatten. Die Feier war nach dem Tod von Anna Maria Christalli kurzfristig abgesagt worden. Die Gäste hoffen jetzt darauf, dass sie ihr Geld zurückbekommen werden. „Das ist selbstverständlich“, erläuterte Christian Christalli, „und bereits angelaufen.“ Die Gäste sollten auf die Homepage des Gino schauen, dort werde es entsprechende Informationen geben.

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