Kurhotel bietet Platz für 300 Flüchtlinge

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Kurhotel Bartels: Mitte Oktober sollen die ersten Flüchtlinge dort einziehen.

Bad Gandersheim. Spätestens am 17. Oktober sollen die ersten Flüchtlinge in das Kurhotel Bartels in Bad Gandersheim einziehen.

Das erklärte der neue Betreiber des früheren Hotels, Eckhard Melz, am Donnerstagabend vor 160 Gästen in einer Informationsveranstaltung.

Nach den Worten von Melz wird das Hotel am Rande des Kurparks mit Hochdruck hergerichtet. „Wenn wir es schaffen, dass Haus früher in Betrieb zu nehmen, werden die ersten Gäste auch schon früher einziehen.“ Im ersten Schritt sollen etwa 150 Menschen eine erste Bleibe nach ihrer Flucht in Deutschland finden.

Wenn das Haus komplett bezugsfertig ist, könnten bis zu 300 Frauen, Kinder und Männer dort eine vorübergehende Bleibe finden. Der Aufnahme in dem 100-Zimmer-Haus liege ein Schlüssel von sechs Quadratmetern pro Person zu Grunde.

Eckhard Melz

Bereits in der kommenden Woche soll es einen Runden Tisch unter anderem mit Verwaltung und Hilfsorganisationen geben, bei dem das Vorgehen und Kooperationen zwischen Hotel und Ehrenamt besprochen werden soll. Melz stellte klar, dass das Ehrenamt keine Vollzeitkräfte ersetzen solle und könne.

Er rechnet im ersten Schritt mit der Schaffung von 20 bis 25 sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstellen, unter anderem in der Hotelküche, die die komplette Verpflegung der Flüchtlinge übernehme. Das Ehrenamt soll aber eingebunden werden, beispielsweise bei der Freizeitgestaltung.

Der Hotelbetreiber sagte, das Kurhotel werde wie sein Rosenthaler Hof bei Duderstadt als Außenstelle des Erstaufnahmelagers Friedland geführt. Er rechnet damit, dass die Flüchtlinge ähnlich wie in Duderstadt vier bis sechs Wochen in Bad Gandersheim bleiben, bis sie eine Zuteilung zu einer Kommune in Niedersachsen erhalten. Das Land miete das Hotel von den Betreibern.

Der Abteilungsleiter im niedersächsischen Innenministerium Dr. Alexander Götz, sagte auf Fragen aus der Zuhörerschaft, dass die Polizei keine Sicherheitsprobleme erwarte. „Das haben andere Einrichtungen ähnlicher Art gezeigt.“ Die normale Streifentätigkeit der Polizei würde ausreichen, sollte sich andere Erkenntnisse ergeben, würden entsprechende Schritte eingeleitet. Niemand könne aber seine Hand dafür ins Feuer legen, dass nichts passiert.

Minderjährige ohne elterliche Begleitung würden in Obhut der Jugendämter gegeben und würden sich nicht im Hotel aufhalten.

Bürgermeisterin Schwarz sagte in ihrem Schlusswort: „Ich glaube, dass wir es schaffen, die Flüchtlinge friedlich und respektvoll aufzunehmen.“ (zhp)

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