Corona-Spielzeit mit Defizit abgeschlossen

Mehr Besucher als kalkuliert bei den Domfestspielen in Bad Gandersheim

Sarah Kornfeld als Alex im Das Musical Flashdance.
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Das Musical Flashdance mit Sarah Kornfeld als Alex (Bild) gehörte mit dem Stück „Al dente! Ich bin hier le Chef!“ zu den absoluten Publikumsrennern der Festspiele.

Die Macher der Bad Gandersheimer Domfestspiele ziehen eine Woche vor Ende des Theatersommers vor der Stiftskirche ein zufriedenes Fazit der Corona-Spielzeit.

Bad Gandersheim – Rund 34 000 Karten sind eine Woche vor dem Ende der 62. Festspiele bereits verkauft. „Das sind 4000 mehr, als wir uns vorgenommen haben“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Festspiele, der SPD-Landtagsabgeordnete Uwe Schwarz, bei der Abschlusspressekonferenz.

Künstlerisch zog er mit Verweis auf die positiven Kritiken in den Medien ebenfalls eine positive Bilanz. Schwarz bedauerte aber, dass das Rahmenprogramm nicht stattfinden konnte.

Um unter den Bedingungen der Corona-Pandemie überhaupt spielen zu können, haben die Festspiele ihre Besucherzahlen kräftig abspecken müssen. Statt der normalerweise rund 1000 Plätze haben die Verantwortlichen – angepasst an die Inzidenzzahlen – maximal 570 Gäste pro Vorstellung zugelassen. Dafür gab es statt 56 wie in früheren Jahren gleich 76 Aufführungen.

Aufsichtsratsvorsitzender der Domfestpiele: Uwe Schwarz

Weniger Besucher, die längste Spielzeit, die es jemals gab, und höhere Kosten für die Umsetzung des Coronakonzepts – unter anderem wurde das Sicherheitspersonal vervierfacht – bedeuteten ein Defizit. Konkrete Aussagen dazu sollen erst nach der Aufsichtsratssitzung am 3. September gemacht werden. „Vielleicht wird es nicht sechsstellig, weil die Besucherzahlen besser sind“, sagte Schwarz, der trotzdem gelassen bleibt. Nach dem Rekordbesuch 2019 mit über 50 000 Gästen habe eine Rücklage gebildet werden können.

Grundlage für den Besuch der Vorstellungen war die Einhaltung des Hygienekonzeptes mit der 3-G-Regel „ Geimpft, genesen oder getestet“. Wie wichtig das Testen sei, zeigte, dass beim Einlass Infizierte „herausgefischt“ werden konnten. Zahlen konnte Geschäftsführer Thomas Groß, nicht nennen. „Es war aber wesentlich mehr als eine Person“, sagte er.

Freuen dürfen sich die Theaterfans auf die Festspiel-Saison 2022, die mit der Landesgartenschau zusammenfällt. Intendant Achim Lenz stellte das neue Programm vor.

Mönche, Ritter und Schatzsucher auf der Bühne

Die Domfestspiele werden im kommenden Jahr eine Symbiose mit der Landesgartenschau (Laga) eingehen: Sie bilden in den Sommermonaten vom 19. Juni bis zum 21. August das kulturelle Abendprogramm der Laga, die vom 14. April bis zum 9. Oktober in der Kurstadt stattfindet.

„Wir wollen aus der Pandemie kommen“, betonte Intendant Achim Lenz. Mit Blick auf die Klimakrise werde es in den Stücken unter anderen um die Frage gehen: Wie gehen wir mit unserem Planeten weiter um? Der Vorverkauf für die Stücke startet am 15. November. Die Festspiele werden mit einer vollen Belegung der Tribüne geplant.

Auftakt ist am Freitag, 24. Juni, ab 20 Uhr mit Umberto Ecos „Der Name der Rose“ mit der Live-Musik von Ferdinand von Seebach. Das Stück stand schon einmal vor 20 Jahren auf dem Spielplan und wird mit großer Beteiligung des „Extraensembles“ auf die Bühne vor der Stiftskirche gebracht. Lenz verspricht „ein episches Schauspielspektakel in überwältigenden Bildern“.

Das Erfolgs-Musical „Der kleine Horrorladen“ von Alan Menken und Howard Ashman feiert seine Premiere am Freitag, 1. Juli, ab 20 Uhr. Es erzählt die Geschichte des Angestellten Seymour, der in einem Blumenladen eine Pflanze züchtet, die sich von Menschenblut ernährt.

„Monthy Python’s Spamalot – Die Ritter der Kokosnuss“ wird ein Highlight für Freunde des schrägen Humors: „Die Ritter der Tafelrunde treffen auf die „Fee aus dem See“, finden das Schwert Excalibur, benutzen die „heilige Handgranate von Antiochia“ und schlagen sich mit dem Schwarzen Ritter“, heißt es in der Ankündigung.

Verstärkt wird das Ensemble dabei durch das Katlenburger Tanzstudio Kerstin Baufeldt.

An Kinder-, Familien- und junge gebliebene Erwachsene wendet sich das Stück „Die Schatzinsel“, das Sarah Speiser und Jennifer Traum mit Musik von Ferdinand von Seebach frei nach Robert Louis Stevensons Klassiker geschrieben haben.

„Al dente“ und „Flashdance“ am beliebtesten

Absoluter Publikumshit der Festspiele war in diesem Jahr die Wiederaufnahme aus dem Jahr 2019 „Al dente! Ich in hier le Chef“ mit einer Auslastung von 100 Prozent. Nur zwei Prozent weniger Zuschauer lockte das Musical „Flashdance“ an. 75 Prozent der möglichen Plätze waren bei „Die Drei von der Tankstelle“ und beim Goethe-Klassiker „Faust“ besetzt. Beim Kinderstück „Das Dschungelbuch“ lag die Auslastung bei 74 Prozent. (Hans-Peter Niesen)

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