Spendenkonto für Betroffene eingerichtet

Nach Unwetter bei Bad Gandersheim: Umweltminister Lies begutachtet Schäden

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Nahm sich viel Zeit für Gespräche: Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies im ebenfalls vom Unwetter betroffenen Ackenhausen auf dem Hof Lange. 

Altgandersheim. „Es gibt keine einfache und schnelle Lösung für das, was hier passiert ist", sagte der Umweltminister bei seinem Rundgang nach der Unwetterkatastrophe im Stadtgebiet Bad Gandersheim. 

Mit diesen Worten machte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies am Donnerstagnachmittag deutlich, wie komplex die Wettergefahren geworden sind und wie schwer es ist, geeignete Mittel zu finden, um sich zu schützen. Über drei Stunden war Lies am Donnerstagnachmittag im Stadtgebiet Bad Gandersheim unterwegs.

Lies hat mit über einem Dutzend betroffener Bürger gesprochen. „Wir müssen uns ein Bild vor Ort schaffen, damit wir in Hannover überhaupt wissen, worüber wir diskutieren“, sagte Lies der HNA. Im Anschluss werde im Kabinett diskutiert. Thema werden dabei der Hochwasserschutz und ebenso Elementarversicherungen sein, so der Minister.

Lies lobte den pausenlosen Einsatz der Rettungskräfte. Die Schäden seien immens, wären aber "erheblich größer", wenn es die Freiwilligen nicht gäbe.

Der Wunsch der Bürger

Viele Bürger in den Ortschaften, das wurde beim Rundgang deutlich, wünschen sich kleinere Rückhaltebecken, die bei Starkregen das Wasser aufnehmen können. Laut Stadt hatte man in den vergangenen Jahren immer wieder Standorte geprüft, allerdings würden mit Ausnahme des gebauten Rückhaltebeckens viele andere angedachte Standorte keine Wirkung zeigen, unter anderem, weil das Wasser wie am Dienstag aus verschiedensten Richtungen kommt. Grundsätzlich, das versprach Olaf Lies, werde aber diskutiert werden, nicht nur große Rückhaltebecken, sondern auch kleinere Maßnahmen zu unterstützen.

Der Wunsch der Feuerwehr

Stadtbrandmeister Kai-Uwe Roßtock kritisierte, dass in Sachen Katastrophenschutzfahrzeuge der Bund in den vergangenen 20 Jahren kräftig den Rotstift angesetzt habe und es nur noch wenige Fahrzeuge gebe.

Im nördlichen Landkreis befinde sich überhaupt gar keins der Fahrzeuge. Damit wolle er anderen Standorten nicht ihre Fahrzeuge strittig machen, sondern gab dem Minister den dringenden Wunsch mit, in Berlin Druck zu machen, hier wieder mehr zu investieren. Konkret würde ein Gerätewagen-Logistik zum schnellen Transport, beispielsweise von Pumpen, bei Großschadenslagen helfen.

Die Feuerwehren, die auch am Mittwoch noch weiter im Einsatz waren, stehen aktuell vor der Herausforderung, dass „der Schlamm trocknet und hart wie Beton wird“, erklärte Lennart Lohrenz von der Feuerwehr Altgandersheim.

Der Wunsch der Stadt

Wie viel Schaden entstanden sei, das ist eine der häufigsten Fragen, die Bad Gandersheims Bürgermeisterin Franziska Schwarz in den vergangenen Tagen gestellt wurde. „Auf uns werden gewaltige Summen zukommen. Wie viel genau, das lässt sich überhaupt noch nicht abschätzen“, sagte Schwarz. Die Fragen, die Schwarz in den kommenden Tagen konkret an die Landesregierung formulieren will: Gibt es Hilfsprogramme? Kann eine Hochwasser-Schutzberatung für Privatleute ins Leben gerufen werden, die sich eventuell künftig gleich mit einer Energieberatung verknüpfen lässt? Und: Was für Präventionen können für die Landesgartenschau 2022 getroffen werden?

Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim 

Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim
Umweltminister Lies nach Unwetter in Bad Gandersheim © Mennecke/HNA

So kann jeder helfen

Die Diakonie in Bad Gandersheim hat für im Stadtgebiet Bad Gandersheim von den Fluten Betroffene ein Spendenkonto eingerichtet. Unter dem Motto „einander helfen“ solle es so eine schnelle Hilfe für Privathaushalte geben, die schlecht versichert sind oder denen es jetzt gerade „an allen Ecken und Enden fehlt“, heißt es von der Stiftskirchengemeinde.

Spenden sind möglich an die Stiftskirchengemeinde Bad Gandersheim: Gandersheimer Volksbank e.G., IBAN DE96 2789 3760 0002 6468 00. Spenden sollen mit dem Stichwort „Hochwasser-Hilfe“ überwiesen werden. Jeder Euro helfe den Geschädigten.

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