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Orgel der Stiftskirche in Bad Gandersheim erklingt nach Sanierung neu

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Sanierung der Orgel in der Bad Gandersheimer Stiftskirche: (von links) Martin Heubach, Intendant von Concerto Gandersheim, und die Orgelbauer Jean-Christophe Debely und Marc-Theo Schwarz.
Sanierung der Orgel in der Bad Gandersheimer Stiftskirche: (von links) Martin Heubach, Intendant von Concerto Gandersheim, und die Orgelbauer Jean-Christophe Debely und Marc-Theo Schwarz. © Rosemarie Gerhardy

Die Mühleisen-Orgel in der Bad Gandersheimer Stiftskirche zählt laut Martin Heubach, Intendant von Concerto Gandersheim und ehemaliger Probsteikantor, und Pastor Thomas Ehgart zu den Ferraris unter den Orgeln. Doch Schimmel hatte dem Instrument, das 2000 in der Stiftskirche eingeweiht wurde, zugesetzt, sodass es aufwendig saniert werden musste.

Bad Gandersheim – Am Sonntag, 2. Oktober, wird nun die Wiedereinweihung der Orgel gefeiert. Los geht es um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst zum Erntedankfest. Ab 11 Uhr gibt es Kirchenkaffee zum Bauernmarkt am Martin-Luther-Haus und im Kreuzgarten. Ab 11.30 Uhr wird Domkantor Andrej Naumovich die Orgel spielen und Erläuterungen geben.

Ab 19 Uhr gibt es eine Orgelnacht mit verschiedenen Organisten. Den Anfang macht Hans-Dieter Karras (Riddagshausen), um 20 Uhr spielt Julian Heider (Schöppenstedt), um 21 Uhr Martin Hofmann (Hahnenklee), um 22 Uhr Fabian Luchterhandt (Lübecker Dom) und zum Abschluss Andrej Naumovich und Freunde. Die Vorträge dauern jeweils 35 Minuten. Dazwischen gibt es Getränke im Martin-Luther-Haus. Der Eintritt ist kostenfrei, Spenden werden erbeten.

Die Besucher werden den Unterschied zur Orgelmusik vor der Sanierung hören. Weil Verunreinigungen und Schimmel entfernt wurden und alles neu intoniert wurde, klinge das Instrument nun anders, so Heubach, der sich beim Gespräch in der Stiftskirche sichtlich darauf freut. Normalerweise werde eine Orgel alle 25 Jahre grundgereinigt, so Heubach. Doch der Schimmelbefall hätte die Sanierung der in der Anschaffung rund 1,2 Millionen DM teuren Orgel, vorzeitig notwendig gemacht. Zudem hätte ein Klimakonzept für die Kirche erarbeitet und umgesetzt werden müssen, um einen erneuten Schimmelbefall an Orgel und auch den anderen wertvollen Holzgegenständen wie den Reliquien in der Kirche in Zukunft zu verhindern.

Beides zusammen hat laut Ehgart rund 120 000 Euro gekostet, davon mache die Orgelsanierung etwa 80 000 Euro aus. Die Finanzierung erfolgte aus eigenen Kirchenmitteln, Spenden und Fördergeldern der Landeskirche.

Nun sorgt eine automatische Klimasteuerung dafür, dass die Luftfeuchtigkeit in der Kirche nicht zu groß ist. Fenster werden entsprechend automatisch geöffnet, erklärt Ehgart.

Die Mühleisen-Orgel wurde von zwei Orgelbauern seit Februar in vier Arbeitsphasen – Pause war unter anderem bei den Domfestspielen – in akribischer Kleinstarbeit gereinigt. Knapp 3000 Orgelpfeifen und -flöten von einem Zentimeter bis acht Metern, die aus Holz oder Metall bestehen, wurden gereinigt. Auch die Technik, die sich in der Orgel befindet, wie Wind- und Regierwerk, wurde gewartet. Während der Sanierung hat Heubach, schon mal die Tasten ausprobiert. „Sie fühlen sich nach der Überarbeitung einfach wunderbar an“, schwärmt der Musiker, der die Lebenserwartung der Orgel auf mindestens 200 Jahre datiert. (Rosemarie Gerhardy)

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