Große Jubiläumsshow auf der Greener Burg

Vorbereitungen für die Domfestspiele in Bad Gandersheim laufen auf Hochtouren

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Freut sich auf seine zweite Spielzeit: Domfestspiel-Intendant Achim Lenz bei der Präsentation des Programms 2018 im Spätsommer 2017. Wer die Hauptrolle in Jedermann spielt – das bleibt weiter ein gut behütetes Geheimnis. 

Bad Gandersheim. "Sehr viel Arbeit, aber läuft bei uns", sagt Domfestspiel-Intendant Achim Lenz und verrät im Gespräch einiges über den Ablauf der Jubiläumsspielzeit. 

Wir erreichen Achim Lenz telefonisch in Nordhausen, wo der gebürtige Schweizer aktuell „Biss zur Unsterblichkeit – eine Vampir-Revue“ inszeniert. In die umfangreichen Planungen ist er dennoch eingespannt. „Momentan laufen die ganzen administrativen Arbeiten, die Disposition. Das übernimmt unser KBB, das künstlerische Betriebsbüro ab April“, erklärt Lenz. Das KBB koordiniert sämtliche Gewerke wie Verwaltung, Unterkunft, Technik und auch den ganzen künstlerischen Bereich.

„Wir machen den Spielplan und richten danach das Ensemble aus“, erklärt Lenz. Der Spielplan wurde bereits 2017 nach den Festspielen auf- und vorgestellt. „Im Oktober lief das Casting in Bochum“, berichtet Lenz. Beim großen Vorsprechen und Vortanzen konnte der Intendant bekannte Gesichter des Vorjahresensembles übernehmen, allerdings gibt es auch Rollen, die man gezielt casten müsse. „Bei Fame brauchen wir einen farbigen, außerdem eine Ballettänzerin, die zum Typ Cameron Diaz’ passen muss“, so Lenz. Und das sei eine Herausforderung.

Nach dem Casting haben die Vertragsverhandlungen begonnen, die über Geschäftsführer Stefan Mittwoch und Intendant Achim Lenz laufen. „Ich kenne Menschen durch mein Netzwerk alle persönlich“, sagt Lenz, allerdings bleibe die Verpflichtung, die zu zwei Dritteln abgeschlossen ist, eine Herausforderung. „Musicaldarsteller müssen pro Jahr bis zu fünf Produktionen spielen, das muss mit unseren Probeterminen und Vorstellungen passen.“ So sei es auch schon vorgekommen, dass eine Verpflichtung wegen eines einzigen Termins geplatzt sei.

Apropos Verpflichtungen: Für die Jubiläumsspielzeit hat sich Lenz einiges einfallen lassen. „Wir haben ein Jubiläum, und das soll auch gefeiert werden. Aber es gibt auch Besucher, die uns ohnehin jedes Jahr besuchen. Beiden Gruppen soll etwas geboten werden“, erklärt er. Freuen könne man sich auf besondere Verpflichtungen, unter anderem für Jedermann.

„Wir haben einen tollen Cast, ich kann die Katze aber noch nicht aus dem Sack lassen“, sagt Lenz. Die Besetzung der Stücke sei aber fix, Gespräche laufen mit den Regisseuren und Rechteinhabern. „Jedes Stück bekommt seine eigene Fassung für Bad Gandersheim“, betont Lenz.

Eine Herausforderung bleibt das Engagieren der kreativen Menschen unter anderem für Technik, Ausstattung und alles, was sonst noch zum Theater dazugehört. „Es gibt immer weniger, die sich für vier Monate auf dem Land engagieren wollen. Wir sind halt keine Großstadt“, sagt Lenz. Die Menschen aus der ländlichen Region selbst können aber auch wieder Teil der Festspiele werden, unter anderem aus dem Extra-Ensemble im Stück Jedermann.

Was auch klar sei, ist die große Jubiläumsshow an einem Abend auf der Greener Burg. Dann sind viele Ehemalige zu sehen – rundum ein Abend, für den die Vorbereitungen laufen und auf den man sich freuen könne. Die Proben für die 60. Festspielzeit beginnen am 30. April. Dann steht auch schon die Bühne und dann sind die Schauspieler da. Groß vorbereiten können sie sich im Vorfeld nicht, weil „sie im Idealfall eine Woche Urlaub nach der letzten Produktion haben, bevor sie nach Gandersheim kommen“.

Und genau darauf freut sich Lenz, der nach Nordhausen noch in Essen inszeniert (Der widerspenstigen Zähmung/Shakespeare) und dann nach Bad Gandersheim kommt. Am 10. Juni geht es offiziell los – die Vorfreude sei jetzt schon zu spüren.

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