Bürgermeisterin und Landrätin befürworten Verschiebung um ein Jahr

Landesgartenschau in Bad Gandersheim: Die Probleme durch Corona wachsen täglich

Noch herrscht Baustellencharakter: Hier soll einmal der Haupteingang für die Landesgartenschau entstehen.
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Noch herrscht Baustellencharakter: Hier soll einmal der Haupteingang für die Landesgartenschau entstehen.

Eine Absage der Landesgartenschau in Bad Gandersheim ist keine Option. Das hat die Bürgermeisterin der Kurstadt am Mittwoch bei einer Pressekonferenz bekräftigt.

Bad Gandersheim – Sie und Landrätin Astrid Klinkert-Kittel stellten sich vor die Geschäftsführung der Landesgartenschau GmbH und unterstützten deren Vorschlag, die Schau um ein Jahr auf 2023 zu verschieben, weil infolge der Corona-Pandemie ein pünktlicher Start am 14. April 2022 nicht mehr realistisch ist.

In Fragen und Antworten hier Erläuterungen zur Situation der Laga und zum weiteren Vorgehen:

Ist die Verschiebung bereits beschlossene Sache?

Nein. Darüber entscheiden müssen der Stadtrat von Bad Gandersheim und der Northeimer Kreistag, die am Donnerstag beziehungsweise Freitag kommender Woche tagen. Sie müssen auch ihre Zustimmung zu der Erhöhung des Defizitausgleichs geben. Die Kurstadt soll statt bisher mit maximal 500 000 Euro nun mit 700 000 Euro einspringen, der Landkreis mit einer Million Euro statt bisher mit 500 000 Euro (HNA berichtete). Die Landesregierung hat angekündigt, weitere drei Millionen Euro in die Laga zu stecken.

Wodurch bringt Corona die Landesgartenschau in Schwierigkeiten?

Vor allem Lieferengpässe und -verzögerungen bringen den Zeitplan bis zur Eröffnung durcheinander, erklärte Laga-Geschäftsführerin Ursula Stecker. So müsste nach ihren Worten beispielsweise eine Baustraße auf dem Laga-Gelände spätestens im Januar zurückgebaut werden, damit der Caterer dort anschließend seine Halle errichten kann, aber schon jetzt ist absehbar, dass die Straße länger gebraucht wird. Weil Aluminium knapp ist, können Hinweistafeln für die Autobahn und die übrige Beschilderung für die Laga voraussichtlich erst im Juni geliefert werden, obwohl die Schau im April beginnen sollte. Auch Sachleistungen, die von Sponsoren kommen sollen, seien derzeit nicht lieferbar. Busunternehmen können derzeit nicht planen, ob und in welchem Umfang sie Fahrten zur Laga anbieten könnten. Fielen sie komplett aus, so Stecker, bedeute dass einen drohenden Verlust von 18 bis 20 Prozent der Besucher.

Waren die Probleme nicht schon früher erkennbar?

Nein, sagt Geschäftsführer Thomas Hellingrath. Trotz Corona seien die Vorbereitungen bis zum Beginn der vierten Welle der Pandemie so gelaufen, dass eine planmäßige Eröffnung möglich war. Die Kostensteigerung hätten sich innerhalb des bislang kalkulierten Defizitrahmens von einer Million Euro bewegt. Ab Anfang November sei dann aber klar geworden, dass es schwierig werde. Zu dem Zeitpunkt seien Stadt und Landkreis informiert worden. Seitdem seien die Probleme von Tag zu Tag größer geworden, ergänzte Bürgermeisterin Schwarz.

Bei einer Verschiebung um ein Jahr wird mit einem Defizit von 4,7 Millionen Euro kalkuliert. Wie knapp ist das kalkuliert?

„Wir haben viel Unwägbarkeiten eingerechnet“, betonte Stecker. Deshalb sei in dieser Summe ein gehöriger Puffer enthalten. Ein Großteil der Mehrkosten entfalle auf Personalkosten. Aber die Mitarbeiter würden gebraucht. So müssen laut Laga-Pressesprecher Frank Terhorst nach der Entscheidung über die Verschiebung unter anderem 1500 Verträge mit Sponsoren, Künstlern und Institutionen, die sich auf der Schau präsentieren wollen, überarbeitet werden. Die Laga-Gesellschaft hat 17 Mitarbeiter, davon drei in Teilzeit.

Wird das Laga-Gelände bis zur nun avisierten Eröffnung im April 2023 für die Öffentlichkeit geschlossen bleiben?

Ob und in welcher Weise Teile des Geländes vor der Eröffnung der Laga öffentlich zugänglich werden, wenn die Arbeiten dort abgeschlossen sind, steht nach den Worten von Stecker noch nicht fest.

Was passiert mit den bereits verkauften Dauerkarten?

Sie behalten ihre Gültigkeit, auch wenn die Landesgartenschau erst 2023 stattfindet.

Sieht man in Bad Gandersheim nicht bei einer Verschiebung um ein Jahr die ebenfalls für 2023 geplante Landesgartenschau im nur 60 Kilometer entfernten Höxter als Konkurrenz?

„Wir würden uns freuen, wenn wir die Landesgartenschauen parallel hätten“, sieht Geschäftsführerin Stecker in Höxter keine Konkurrenz, sondern stattdessen die Chance auf Synergien. So könnte man Combi-Tickets für beide Schauen anbieten. Es soll entsprechende Gespräche mit Höxter geben. (Olaf Weiss)

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