Regulärer Betrieb ruht bis zur zweiten Novemberwoche

Wegen Corona: Reha-Klinik vorübergehend dicht

Das Foto zeigt die Paracelsus-Klinik an der Gande in Bad Gandersheim
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Die Paracelsus-Klinik an der Gande in Bad Gandersheim: Nach Corona-Infektionen von sechs Patienten und zweier Mitarbeiterinnen wurde der reguläre Betrieb vorsorglich unterbrochen.

Die 120 Betten zählende Paracelsus-Reha-Klinik an der Gande in Bad Gandersheim ist wegen sechs positiv auf Corona getesteter Patienten und zweier infizierter Mitarbeiterinnen vorübergehend geschlossen.

Bad Gandersheim - Das bestätigte Paracelsus-Pressesprecherin Dirten von Schmeling der HNA. Die Schließung sei vorsorglich und in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Northeim bereits am Donnerstag und Freitag vorgenommen worden.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte eine in Behandlung befindliche Patientin, die bereits am vorigen Mittwoch während der laufenden Therapie positiv getestet wurde. Vier weitere Patienten, zwei von ihnen Kontaktpersonen, hätten dann am Donnerstag ebenfalls ein positives Testergebnis gehabt. Alle seien sofort isoliert worden. Bereits am Donnerstag, also unmittelbar nach Vorliegen der vier weiteren Positiv-Tests, sei der Entschluss zur vorsorglichen Schließung des Klinikbetriebs gefallen, so von Schmeling.

Zwei Mitarbeiterinnen und ein weiterer Patient hätten dann ebenfalls noch positive Testergebnisse gehabt. Das Ergebnis einer zweiten Testreihe bei den Mitarbeitern, die bis auf die genannten zwei Fälle im ersten Durchgang negativ waren, stehe noch aus.

Fast alle der 90 Patienten, die sich meist in orthopädischen Rehabehandlungen, viele davon auch in Anschlussheilbehandlung nach Gelenk-Operationen, in der Klinik befanden, sind laut der Sprecherin inzwischen nach Hause entlassen worden. Lediglich fünf Patienten, die wenig mobil sind, seien noch im Haus. Alle fünf seien negativ getestet worden.

Alle infrage kommenden Kontaktpersonen seien vor deren Entlassung per Schnelltests getestet worden, alle mit negativem Ergebnis. Getestet worden seien dabei nach Schmelings Worten diejenigen Personen, die Kontakt zu den positiv Getesteten gehabt haben könnten, wobei sich der Kreis stark eingrenzen lasse, weil in der Klinik wegen der Corona--Hygienebestimmungen der Behandlungs-, Pflege- und Essensbetrieb in Kleingruppen organisiert sei. Von Schmeling: „Wichtig ist, dass wir schnell gehandelt und entschieden haben. Das ist alternativlos und entspricht unserem Sicherheitskonzept.“

Seitens des Gesundheitsamtes gab es laut Klinikleitung aufgrund der Tests keine weitergehenden Auflagen für die Abreise der Patienten. Bei den Infizierten habe bei allen die Möglichkeit bestanden, sie in häusliche Quarantäne zu übergeben. Sie seien im eigenen PKW, durch freiwillige Abholung durch Verwandte oder im angemeldeten Krankentransport (mit bekannter Infektion) abgereist.

An Heimatorten in Quarantäne

Die infizierten Patienten würden von den Gesundheitsämtern in ihren Heimatorten in häuslicher Quarantäne betreut, heißt es von der Kreisverwaltung Northeim. Sie fließen damit nicht in die Infizierten-Statistik des Kreises Northeim ein.

Die Paracelsus-Sprecherin: „Bei den Patienten gab es großes Verständnis für die vorübergehende Schließung.“ Geplant sei die Wiederöffnung vermutlich am 9. November, vielleicht eher. Natürlich erst, wenn alle Sicherheits- und Hygienevorkehrungen ausgeführt seien und abschließende Testergebnisse aller 111 Mitarbeiter vorlägen.

Die Patienten, die ihre Reha unterbrechen mussten, könnten dann wieder anreisen, um die Behandlung fortzusetzen. Von Schmeling: „Wir streben eine schnelle Wiederaufnahme des Betriebs an, denn der Bedarf an Rehabilitation ist deutschlandweit extrem hoch.“

(Von Axel Gödecke)

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